Samstag, 30. Juni 2018

Late bloomers:

"Late bloomers are certainly not ordinary as children - they show unusual interests and high levels of curiosity - but no one would predict, from the child, what the adult would become. Often these children discover their domain in college, where they are first introduced to it. They then take off, looking much like prodigies who discovered their domain in childhood. These individuals typically master their domain virtually on their own, refusing to conform to the demands of the college curriculum, or even dropping out of college, as, for example, in the case of Bill Gates, the founder of Microsoft; Edwin Land, the founder of Polaroid; or futurist and inventor Buckminster Fuller."

Ellen Winner, Gifted Children

Höhere Motive:

Das Wahrheits-, das Schönheits-, das Wertmotiv; das Motiv zur Hilfsbereitschaft, das Abwehrmotiv; ...

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Das Wahrheitsmotiv: Das Schlüssellebensmotiv besonders kreativer und produktiver Forscher?

Das Schönheitsmotiv: Das Schlüssellebensmotiv besonder kreativer und produktiver Künstler?

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[Siehe auch: Transcendental Goods]

Prodigies:

"The prodigy is simply a more extreme version of a gifted child, able to perform at an adult level while still a child. These children are often creative in the "little c" sense - that is, they discover the rules and technical skills of their domain on their own, with minimum adult scaffolding, and often invent unusual strategies by which to solve problems. While children can be creative in this sense, they are rarely if ever creative in the "big C" sense. By this I mean stretching, altering, or even transforming a domain."

Ellen Winner, Gifted Children

Funktionslust:

>Wie stark die Motivation ist, die den Menschen zum Tanzen, Eislaufen oder sonstigen gekonnten Bewegungsweisen treibt, kann daran ermessen werden, wieviel Geld die Menschen dafür ausgeben. Wie H. Harlow an Makaken zeigte, macht auch diesen Tieren das Ausführen einer gelernten Bewegungsweise so großen Spaß, daß sie diese ohne weitere Belohnung wieder und immer wieder durchführen. Die Stärke dieser Appetenz ist umso größer, je schwieriger die gekonnte Bewegung ist und je besser sie eingeschliffen wurde. Karl Bühler, der dieses Phänomen als Erster gesehen und richtig beschrieben hat, nannte es Funktionslust. Sie spielt offensichtlich eine große Rolle beim Zustandekommen und vor allem bei der Vervollständigung gekonnter Bewegungsweisen. Wie wir von uns selbst wissen, stellt jede Vervollständigung der Bewegung, jedes Glätten einer noch vorhandenen Rauhigkeit - was immer eine Ersparnis an aufgewendeter Arbeit bedeutet - einen ganz erheblichen Lustgewinn dar. Die Vervollkommnung der Bewegung ist somit ihre eigene Belohnung, es muß einen Vervollkommnung bestärkenden Mechanismus (perfection-reinforcing mechanism) geben, wie ich in einem Buche "Evolution and Modification of Behaviour" behauptet habe.<

Konrad Lorenz, Vergleichende Verhaltensforschung, 1978

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Charles Murray, Human Accomplishment:

Philosopher John Rawls distilled the sense of Aristotle’s discussion into what he labeled the Aristotelian principle, which Rawls stated as follows:

Other things equal, human beings enjoy the exercise of their realized capacities (their innate or trained abilities), and this enjoyment increases the more the capacity is realized, or the greater its complexity.

The intuitive idea here is that human beings take more pleasure in doing something as they become more proficient at it, and of two activities they do equally well, they prefer the one calling on a larger repertoire of more intricate and subtle discriminations. For example, chess is a more complicated and subtle game than checkers, and algebra is more intricate than elementary arithmetic. Thus the principle says that someone who can do both generally prefers playing chess to playing checkers, and that he would rather study algebra than arithmetic.

The things we enjoy the most deeply are the things at which we are most expert.

Human beings enjoy the exercise of their realized capacities, with the enjoyment increasing the more the capacity is realized.

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Charles Murray, Human Accomplishment:

Realized capacities are pleasing not only when they are exercised, but also when they are seen to be exercised. Or to recast the first two-thirds of the Aristotelian principle: Human beings enjoy watching the exercise of the realized capacities of their species, and this enjoyment increases the more the capacity is realized. 

To be in the presence of greatness is exciting, even when we are not capable of appreciating all the nuances of the achievement. The best has a magic about it, whether we are eating a meal cooked by a great chef, watching a great athlete perform under pressure, or witnessing anything done superbly well, far beyond our own reach. 

Now comes the last clause of the Aristotelian principle: “. . . or the greater its complexity.” The depth of gratification we get from watching people perform at the pinnacle increases as the difficulty and importance of what they are doing increases.

"Angst vor der eigenen Courage"

>Wenn bestimmte Cichliden (Etroplus maculatus) einander an der Reviergrenze drohend gegenüberstehen, so sind in ihnen, wie bei jeder Drohung, Motivationen des Angriffes und der Flucht gleichzeitig aktiviert. Dringt nun ein Fisch aggressiv ins Revier des Gegners vor, so bewegt er sich als ob er gegen eine Strömung ankämpfte, die immer stärker wird, je weiter er ins feindliche Gebiet vorgedrungen ist. Dieser Anschein wird dadurch erweckt, daß der Brustflossenschlag des Fisches vom Fluchttrieb aktiviert wird und umso stärker "auf Rückwärtsfahrt" arbeitet, je weiter der von Aggressivität motivierte Vortrieb der Schwanzflosse den Fisch in die gefährliche Situation hineingetrieben hat. Es ist sehr treffend zu sagen, daß er "Angst vor der eigenen Courage" bekommen hat.<

Konrad Lorenz, Vergleichende Verhaltensforschung, 1978

Freitag, 29. Juni 2018

Selbstkontrolle:

o) Wir können Handlungen unterlassen, obwohl wir in "Stimmung" sind, sie auszuführen.

o) Wir können Handlungen ausführen, obwohl wir nicht für sie "gestimmt" sind.

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Selbstdiszipliniertheit:

Wie sehr ein Mensch bereit ist, Sachen zu tun, für die er nicht gestimmt ist.
+ Wie sehr ein Mensch bereit ist, Sachen nicht zu tun, für die er gestimmt ist.

Donnerstag, 28. Juni 2018

Transzendieren:

Salopp gesagt: Nicht die beste [*,**], aber eine gute Version seiner selbst werden. Nicht die kraftvollste, aber eine kräftige/nicht-schwächliche Version seiner selbst werden.

[Transzendenz (von lateinisch transcendentia „das Übersteigen“)]

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Auf kulturellem Gebiet ist jede echte Neuleistung ein deutliches Hinaussteigen über das, was zuvor vorhanden war. In solchen Fällen bringt eine Person Leistungen, die nüchternen Beobachtern kaum erklärlich sind.

Stimmungen

Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Die Biologie des menschlichen Verhaltens:

"Der Mensch ist wie jedes andere Wirbeltier wechselnden Stimmungen unterworfen, die nicht allein auf entsprechende Schwankungen in den äußeren Umweltbedingungen zurückzuführen sind. Motivierende Mechanismen sorgen dafür, dass wir nicht passiv auf das Eintreffen von Umweltreizen warten. Sie bewirken spezifische Handlungsbereitschaften, die wir als >Stimmungen< erleben[.]"

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"Die Vielzahl von Neurotransmittern und Hirnhormonen fördert oder hemmt selektiv die Aktivität bestimmter Neuronenpopulationen und bewirkt damit spezifische Handlungsbereitschaften (>Gestimmtheiten< mit ihren subjektiven Gefühlskorrelaten). Zu diesen Stoffen gehören die Endorphine, auch Hirnopiode oder Enkephaline genannt, die beruhigend wirken, angenehme Gefühlszustände auslösen (Wohlbehagen) und Schmerzempfindungen unterdrücken. Sie beeinflussen das Sozialverhalten. ... Ihre Gegenspieler sind die Katecholamine, die als Energetica antreiben und erregen, wie Norepinephrin, Epinephrin (=Adrenalin), Dopamin und Phenyläthylamin."
"Stress is what arises when something you care about is at stake."

Kelly McGonigal

Stimmungsübertragung

Spektrum der Wissenschaft:

"Stimmungsübertragung w, ansteckendes Verhalten, all(el)omimetisches Verhalten, Mach-mit-Verhalten, Handlungsangleichung, E mutual excitation, Übertragung einer Motivation oder einer Bereitschaft von einem Sozialpartner auf den anderen, die dazu führt, daß die Mitglieder einer Tiergruppe oder eines Schwarms sich gegenseitig 'anstecken' und zur selben Zeit dasselbe tun."

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Siehe auch:

"[engl. mood transfer], (biol.) Übertragung bzw. Auslösung einer Handlungsbereitschaft durch «ansteckende» Verhaltensäußerungen. So kann durch Verhaltensäußerungen einzelner Tiere das Verhalten einer ganzen Gruppe beeinflusst werden: In Abflugstimmung befindliche Graugänse z.B. beginnen umherzuwandern, schütteln den Kopf bei gestrecktem Hals und rufen, bis der gesamte Schwarm hiervon ergriffen wird und gemeinsam auffliegt. S. durch Rufäußerungen ist auch beim Sich-Niederlassen großer Vogelschwärme zu beobachten. S. wird in der Ethologie auch für den Zusammenhalt von Vogel- sowie Fischschwärmen verantwortlich gemacht."

"Stimmungen":

Felix Krueger, Gefühlsartiges im tierischen Verhalten, 1937:

>Sogar ... Physiologen verwenden ... den Begriff einer allgemeinen "Gestimmtheit", um das Gesamtverhalten von Organismen begreiflich zu machen; er ergänzt wesentlich das vielerlei Wissen von den Einzelgeschehnissen und ihren Sonderwirkungen. Neuerdings wird es zur Regel, dass exakte Forscher den Tieren "Stimmungen", z.B. der Flucht, der Abwehr oder des Angriffs zuschreiben. Die Vögel zeigen physiologisch Verwandtes bei der Begattung; besonders die Vorbereitungen dazu sind meist artgemäß mit einem erregenden "Zeremoniell" umkleidet und durchsetzt. Andere bedeutsame Situationen werden eingeleitet und getragen von einer Bade-, Fress- oder Spielstimmung, von einer Gestimmtheit zum Abfliegen, zum Wandern oder Heimkehren. In der Regel ist in alledem das Gruppendasein der Tiere, überhaupt ihr sozialer Zusammenhalt beteiligt. Sie regen sich zu einem gemeinsamen Tun oder Lassen gegenseitig an. Hierüber hinaus ermöglicht eine solche Stimmung jedem einzelnen oder erleichtert ihm doch das "Inzugekommen" und, dass es längere Zeit "bei der Stange bleibt".

Das Gemeinschaftsleben jeder Stufe, auch das menschliche, ist offenbar reich ausgestattet mit vergleichbaren Bändern und Steuerungen. Nur die Physiologie sowie die Psychologie der Laboratorien vermelden noch wenig davon.<

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Die Wirkung von Kulturwerken lässt sich ähnlich interpretieren. Sie bringen, unbeabsichtigt, den Menschen "in Stimmung", sich in einer bestimmten Weise zu verhalten.

Mittwoch, 27. Juni 2018

Fürsorgeverhalten und Freundlichkeit:

"Mit der Entwicklung der individualisierten Brutpflege kam die Freundlichkeit in die Welt!"

I. Eibl-Eibesfeldt

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"One of the things you have to be careful of if you are agreeable is not to be exploited. Because you line up to be exploited. And I think the reason for that is because you are wired to be exploited by infants."

J. B. Peterson

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Kuckuckjungen sind extrem befähigt dazu, das Fürsorgeverhalten unverwandter Elterntiere (anderer Vogelarten) auszunutzen.

Montag, 25. Juni 2018

Mania

Sarah Perry:

"Wayne Martin has conducted a phenomenological investigation of the experience of time in manic episodes, including interviews with hospitalized subjects (whom he calls “collaborators”) in the grips of mania. (His paper is not yet published as far as I can tell, but you can watch him present a draft of it on youtube). He reports a particular flaw in inductive reasoning about the future of the self. His collaborators are able to report about many past episodes of mania, and give rich detail about their warning signs and the course of the illness. However, they deny being currently manic (even when their own articulated “warning signs” or indications of mania are objectively present), and deny the possibility of future episodes of mania. They are able to sense that some things in the past are bad, but the future presents in a “mood” of ecstatic freedom and openness. The “mood” appears to overwhelm the ability to distinguish good and bad futures with conation: subjectively, only good futures are possible. The manic person has lost a sense: he is blind to risk, to possible harm in the future. And like a blind person, his lack of perception makes him vulnerable. Eventually he will come down and have to live with the actions taken by a self that couldn’t foresee this future.

In not being in full contact with the future, he has only superficial contact with other humans. He cannot really adjust his behavior to accord with social expectations."

Sonntag, 24. Juni 2018

Geselligkeit und Freundlichkeit:

"Der Mensch ist wohl gesellig, aber durchaus nicht besonders >freundlich<."

Hans Hass

Pessimism:

"The last evolutionary epoche was the ice ages and the mentality that said 'It's a lovely day in Philadelphia today. It probably be a lovely day tomorrow." got crushed by the ice.  And the mentality that was catastrophizing 'Looks like a lovely day in Philadelphia today. But this is just superficial. And what's really coming a catastrophe.' is what our intellectual evolutionary forbearers, the ones that survived, gave us. So we are bad-weather animals. Ready to see the most catastrophic. Now, that's very adaptative if you are in Bosnia during the war. Or if you're living in a society in which there is death and famine and plague."

Martin Seligman

Humor:

Humor ermöglicht uns Situationen so zu framen / so zu interpretieren, dass auch in schwierigen Lagen keine Verzweiflung aufkommt / dass auch in schwierigen Lagen der aktive Zugang zur Welt nicht abhanden kommt.

Individuelle Unterschiede:

Im Leben spielen unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Karten. Es ist nicht immer möglich, auf Anhieb zu sagen, ob jemand gut oder schlecht spielt. Unterschiedliche Spielbedingungen verkomplizieren das Bild. Eine Person, die für ihre Ausgangslange verhältnismäßig viel erreicht, und die vorhandene Kartenhand somit gut verwertet, erreicht unter Umständen immer noch weniger, als eine andere Person, die sehr gute Karten bloß mittelmäßig ausspielt.

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Salopp gesagt: Das Ergebnis eines individuellen Lebenslaufs kann günstiger, kann aber auch ungünstiger als der Erwartungswert ausfallen. Im Falle extrem erfolgreicher Personen liegt die Vermutung nahe, dass das Ergebnis wesentlich günstiger als der Erwartungswert ausfiel. Wenn man einen Mozart oder einen Bill Gates weitere hundertmal auf die Welt brächte, wäre zu erwarten, dass diese "begabten Kopien" gemäß diverser Leistungskriterien erneut überdurchschnittlich "erfolgreiche" Leben führen würden, dass sie dennoch aber in "Ruhm, Erfolg und Leistung" nicht oder nur sehr selten an "Ruhm, Erfolg und Leistung" der Originale herankämen.

Selbstkontrolle:

Eine Komponente der Selbstkontrolle besteht wohl darin, Unlust so zu framen / so einbetten zu können, dass man mit ihr umgehen kann.

Samstag, 23. Juni 2018

Die Zukunft dieses Blogs:

2. Jänner 2019:

Um der Bezeichnung "Mein Naturwissenschaftsblog" bzw. um der Bezeichnung "My Science-Blog" gerecht zu werden, wird nun etwa einmal monatlich ein "längerer Artikel" (geplante Länge: ungefähr ein bis drei A4 Seiten) zu einem naturwissenschaftlichen Thema auf diesem Blog erscheinen. Nach Überlegungen kam ich dennoch zu dem Schluss, dass auch weiterhin Beiträge erscheinen werden, bei denen es wohl sehr gewagt wäre, wenn man sie als "naturwissenschaftlich" bezeichnen würde. Im Wesentlichen geht es mir also künftig darum, hier Sachen zu posten, die ich als interessant empfinde. D.h. spekulative oder nicht-naturwissenschaftliche Beiträge werden sich hier, neben den naturwissenschaftlichen Beiträgen, weiterhin finden.

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Für spekulative Beiträge wurde bereits folgender Blog gegründet:

Moralisches Erkennen:

Moralisches Erkennen lässt sich als Antwort auf folgende Frage interpretieren: "Was ist wert, angestrebt zu werden?"

Die Frage "Wohin?" als Schlüsselfrage der Moral.

Freitag, 22. Juni 2018

Ziellosigkeit und Müßiggang:

"[Man ist versucht], hinter dem Symptom des Müßigganges nach einem Konflikt zu suchen, der den Menschen nicht zur Bildung von Zielen kommen lässt."

"Ich habe mich oftmals gefragt, ob nicht sehr viele der Menschen, die sich durch unsere Geschäftsstraßen drängen - recht ziellos, ohne dass sie meist ernsthafte Absicht oder auch nur die Mittel für einen Kauf hätten - Müßiggänger sind, beladen mit inneren Widersprüchen, getrieben von der Angst, allein zu sein, und vom "horror vacui". Man merkt es schon ihrem Gang an, dass sie eigentlich nicht wissen, wohin sie wollen; was sie zu erwarten scheinen, ist ein Reiz, der ihre Unentschlossenheit zu überblenden vermöchte. Sie sind reizhungrig und schließlich den Neon-Röhren der Auslage dafür dankbar, dass sie ihnen ein qualvolles Selbstgespräch ersparen. Man weiß es von den Heranwachsenden, die voller innerer Spannungen stecken und die aus ihnen heraus manchmal nicht zu einer bestimmten Tätigkeit finden. Sie vertun dann ihre Zeit. Eine Zeit vertun, über einen Lebensabschnitt hinweggleiten, das ist das Anliegen des Müßigganges. Eine Zeit vertun, die einem später doch fehlen wird - man weiß es im voraus ziemlich deutlich, dass sie einem fehlen wird - das ist der Kunstgriff, mittels dessen sich der Müßiggänger des lähmenden Konflikts erledigt. Er wird die verlorene Zeit später irgendwie durch besondere Aktivität wieder einzubringen haben; ..."

"Die Menschen sind eigenartig: Sie geben vor, sich eine freie Zeit zu wünschen, und sie wissen mit nichts so wenig anzufangen, wie eben mit jener freien Zeit. Wird sie ihnen - etwa im Wochenende oder im Urlaub - zuteil, dann ergeht es ihnen nicht selten wie dem Mann im Märchen, dem die Erfüllung seiner Wünsche nur Verlegenheit bereitete. Man weiß, dass jede wohlgeordnete Gesellschaft überreich ist an Institutionen, deren hauptsächliche Aufgabe die Ausfüllung der Freizeit ist. Sie dienen der "Zerstreuung", heißt es - vielleicht sollte man besser sagen, der Befreiung vom Selbstgespräch."

Peter R. Hofstätter

Donnerstag, 21. Juni 2018

Basic functional trade-offs in cognition: An integrative framework

Basic functional trade-offs in cognition: An integrative framework
Marco Del Giudice, Bernard J. Crespi, 2018 


Abstract

Trade-offs between advantageous but conflicting properties (e.g., speed vs. accuracy) are ubiquitous in cognition, but the relevant literature is conceptually fragmented, scattered across disciplines, and has not been organized in a coherent framework. This paper takes an initial step toward a general theory of cognitive trade-offs by examining four key properties of goal-directed systems: performance, efficiency, robustness, and flexibility. These properties define a number of basic functional trade-offs that can be used to map the abstract “design space” of natural and artificial cognitive systems. Basic functional trade-offs provide a shared vocabulary to describe a variety of specific trade-offs including speed vs. accuracy, generalist vs. specialist, exploration vs. exploitation, and many others. By linking specific features of cognitive functioning to general properties such as robustness and efficiency, it becomes possible to harness some powerful insights from systems engineering and systems biology to suggest useful generalizations, point to under-explored but potentially important trade-offs, and prompt novel hypotheses and connections between disparate areas of research.






































Philosophieren versus Alltagsdenken:

Ein Nachsinnen über die allgemeine Bedeutung der Dinge versus dem Nachdenken über die subjektive Bedeutung, Brauchbarkeit oder Nutzbarkeit der Dinge.

Mittwoch, 20. Juni 2018

Fragen:

Wo bin ich? Wie kam ich hier her? Wo möchte ich hin (Ziele)? Wie komme ich da hin (Planung)?

Die Frage "Was tun?" ist schließlich nur dann gut beantwortbar, wenn über die Frage "Wohin?" keine oder wenig Ungewissheit besteht.

Dienstag, 19. Juni 2018

Willensfreiheit:

Analog zum Bogenschießen: der Glaube, dass der Mensch auf jedes beliebige Ziel schießen kann. (Im Zustand des gesteigerten Pathos wurden bereits Pfeile auf den Mond abgefeuert. Freilich, eine freie Zielwahl garantiert noch keineswegs hohe Trefferwahrscheinlichkeit. Auch finden sich manche Schützen, die bloß auf Nahziele zielen, und wiederum andere, die eine Vorliebe für Fernziele empfinden.)

Progressive Problem Shifts:

"I never had any illusions that the new ideas I was putting forward, and the new theories I was elaborating, would be ‘correct’ even in the rather limited sense which philosophy allows to apply to scientific theories. They were usually, if not always, in the right direction, part of what Imre Lakatos, a well-known philosopher of science, called ‘a progressive problem shift’, as opposed to a ‘degenerative problem shift’, i.e., programmes of research that advance knowledge, rather than programmes of research that fight a rear-guard action by ad hoc explanations of anomalies which proved destructive to the programme."

Hans J. Eysenck

"Nachsehen" und "Nachdenken":

"Es war eine mehr als kopernikanische Wende in der Entwicklungsgeschichte des menschlichen Erkenntnisstrebens, als die Menschheit zum ersten Mal begann nachzusehen, anstatt wie bisher nachzudenken. Die nach Erkenntnis ihrer selbst und der sie umgebenden Welt ringende Menschheit hat zuerst das Nach-Denken gelernt und erst sehr, sehr viel später das Nach-Sehen! Diese geistesgeschichtliche Tatsache ist deshalb höchst merkwürdig, weil das einfache Nachsehen entwicklungs- und stammesgeschichtlich betrachtet zweifellos eine weit urtümlichere und ältere Leistung darstellt als das Nachdenken."

Konrad Lorenz

Details:

Eine gute Einführung in ein Thema vermindert durch Vermittlung einer Art "Gestaltwahrnehmung" den subjektiv empfundenen Detailreichtum eines Stoffgebiets. Visuelle "Gestaltwahrnehmung" ereignet sich weitgehend automatisch. D.h. die übergroße Mehrzahl an Menschen nimmt eine vorübergehende Person nicht als Summe von Nase, Ohren, Mund, Augen, Haar 1, Haar 2, Haar 3, linkes Bein, rechtes Bein, usw., wahr. Automatisch wird diese als Einheit empfunden. Auf theoretischem Gebiet ist das Auffinden von "Gestalt", d.h. das Erkennen des "großen Ganzen", allerdings mit bewusstem Aufwand verbunden. Zudem ist dieser Vorgang, verglichen mit "autokorrelativen" Vorgängen der Wahrnehmung, auch flexibler und reversibel. Der rote Faden, den wir bei der theoretischen Auseinandersetzung mit einem Thema überdeutlich zu empfinden vermeinen, kann sich schließlich als Luftschloss erweisen.

Dichtung:

Wie entsteht Dichtung?

Durch ein Weglassen vieler unwesentlicher Details. Und durch Betonung des Wesentlichen.

Ursprung von Mythen:

In einer Verinnerlichung des Bildes mancher Personen?

Sonntag, 17. Juni 2018

Verinnerlichung:

Bei Ehegemeinschaften oder eheähnlichen Gemeinschaften kommt es häufig zu einer Verinnerlichung mancher Aspekte des Beziehungspartners. Eine Verinnerlichung, die sich durch besonders aufmerksame Wahrnehmung des Partners ergibt. So kann es vorkommen, dass auch nach dem Tod des Partners eine Person in manchen Situationen glaubt, es angeben zu können, es geradezu wahrzunehmen, wie sich der Verstorbene wohl verhalten würde, was er sprechen würde, wie er dreinblicken würde. Hierdurch begleitet die Persönlichkeit des Verstorbenen den am Leben Verbliebenen weiter durchs Leben.

Johnstone on Inspiration:

>An artist who is inspired is being obvious. He's not making any decisions, he's not weighing one idea against another. He's accepting his first thoughts. How else could Dostoyevsky have dictated one novel in the morning and one in the afternoon for three weeks in order to fulfil his contracts? If you consider the volume of work produced by Bach then you get some idea of his fluency (and we've lost half of it), yet a lot of his time was spent rehearsing, and teaching Latin to the choirboys. According to Louis Schlosser, Beethoven said: 'You ask me where I get my ideas? That I can't say with any certainty. They come unbidden, directly, I could grasp them with my hands.' Mozart said of his ideas: 'Whence and how they come, I know not; nor can I force them. Those that please me I retain in the memory, and I am accustomed, as I have been told, to hum them.' Later in the same letter he says: 'Why my productions take from my hand that particular form and style that makes them Mozartish, and different from the works of other composers, is probably owing to the same cause which renders my nose so large or so aquiline, or in short, makes it Mozart's, and different from those of other people. For I really do not study or aim at any originality.'<

Keith Johnstone

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Im Deutschen könnte man Inspiration auch als einen Zustand der Begeisterung bezeichnen. Begeisterung lässt sich nicht herbeizwingen. In der Begeisterung strömen die Ideen, oder die Worte von den Lippen, und es kommt einem kaum vor, als ob man anders denken oder sprechen könnte. Für Momente oder Zeitspannen wird die kritische Distanz zu Gedanken oder Worten aufgehoben.

Alte Schriftstücke:

Erstaunlich ist es schon, dass manche Schriftstücke, die vor über 2000 Jahren geschrieben wurden, noch heute mit innerer Anteilnahme gelesen werden. Wie kam es zur Gültigkeit dieser Schriften? Lebten deren Autoren nicht eigentlich im "Hier und Jetzt", sondern waren sie bereits im "Morgen" zu Hause? Kam die dauerhafte Bedeutung etwa durch ein Hinabsteigen in den "emotionalen Untergrund" [*,**] zu Stande? Oder durch die Fähigkeit, über der Zeit zu stehen?

Konrad Lorenz - Kindheitserinnerungen und Anfänge der Ethologie


Türen:

"Der Moment, in dem sich eine Türe öffnet,
die eigentlich nicht geöffnet hätte werden sollen."

Samstag, 16. Juni 2018

Das Subjekt als Erkenntnisquelle

Das Ansprechen auf äußere Phänomene, die Resonanzfähigkeit des menschlichen Bewusstseins:

Manche Aspekte der Wirklichkeit erschließen sich einer nüchternen Betrachtung nicht. Der Tatsache, dass die Berührung mit manchen Phänomenen in uns Saiten zum Schwingen bringt, kommt ebenfalls Erkenntniswert zu.

Transcendental Goods

Human Accomplishment, Charles Murray:

"My proposition is that great accomplishment in the arts and sciences is anchored in one or more of these three transcendental goods ["the good", "the true", "the beautiful"]. Art and science can rise to the highest rungs of craft without them, wonderful entertainments can be produced without them, amazing intellectual gymnastics can be performed without them. But, in the same way that a goldsmith needs gold, a culture that fosters great accomplishment needs a coherent sense of the transcendental goods. Coherent sense means that the goods are a live presence in the culture, and that great artists and thinkers compete to come closer to the ideal that captivates them. A conception of the beautiful was a live presence among artists of the Italian Renaissance and among composers of the Baroque. A conception of the truth remains a live presence in the scientific world of today’s West. To the extent that you can think of an era and culture for which such statements are not true, I hypothesize that accomplishment in that era will have suffered thereby."

Transzendenzgedanke:

Schließlich der Glaube, dass ein Mensch an Lebensereignissen reifen, und so über sich selbst hinauswachsen kann.

Shakespeare

Human Accomplishment, Charles Murray:

>Some readers have memories similar to mine: Forced to read Shakespeare as a class assignment in secondary school, I was determined not to be impressed. Then, ineluctably, I could not help seeing the stuff in those words - the puns and allusions, the layers of meaning, the way that a few of his lines transformed a stage character into a complex human personality. Sooner or later, the question forces itself upon anyone who reads Shakespeare and pays attention: "How can a human being have written this?"<

Freitag, 15. Juni 2018

Das Warten:

Hans Hass - Wir Menschen (1976) 12. Teil: Hinter den Gitterstäben des Wartens

Individuelle Bindung:

"Wenn Sie beim Menschen analysieren, was Sie an einen Freund bindet, finden Sie, dass es immer gemeinsame Funktionen sind, die man gerade mit dem besser als mit irgend einem anderen vollziehen kann. Ich beobachte z.B. an mir selbst, dass es gewisse Dinge gibt, bei denen mir unmittelbar einfällt, das möchte ich gerne meinem Vater erzählen, der lange tot ist, oder meinem Bruder. Es sind andere Dinge, die ich mit meinem Vater gemeinsam habe, als die, die ich mit meinem Bruder gemeinsam habe. Und es gibt Dinge, die ich ganz bestimmt, weiß Gott, Gotthard Wolf oder Gustav Kramer erzählen möchte, weil das den interessieren würde. Es sind also Gemeinsamkeiten, es sind also Aktivitäten, die man nur mit einem bestimmten Individuum vollziehen kann."

Hans Hass - Wir Menschen

13-teilige Serie: Hans Hass, Wir Menschen (1976)

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>Unter den menschlichen Besonderheiten ist unsere Vorstellungskraft - unsere "Phantasie" - vielleicht die wichtigste. Sie ist der eigentliche Schlüssel zu unserem Wesen und Erfolg. Als einziges Lebewesen - soweit sich diese aus Experimenten erschließen lässt - sind wir imstande, unsere Erinnerungen und Erfahrungen beliebig zu kombinieren. Wir können "in unserem Geist" jedes Ding der Welt mit jedem anderen in Verbindung setzen. Wir können im Wachsein "träumen" und diese Träume beliebig steuern. Wir können Handlungsweisen für uns selbst entwerfen - "Pläne" bilden - und in unserem Geist untersuchen, ob sie nach unseren bisherigen Erfahrungen durchführbar sind. Wir können aus erlebten oder erschlossenen Einheiten phantastische neue Einheiten aufbauen - und in diesen "Traumschlössern" können wir leben wie in einer Wirklichkeit. Wir verfügen in unseren Gehirn über eine Art Projektionsfläche und können auf dieser unsere Vorstellungen aufbauen. Wir können dort Künftiges mit Vergangenem verschmelzen, können Teile wieder entfernen und durch andere ersetzen, können den Ablauf unserer Vorstellungen beliebig beschleunigen, abstoppen oder wiederholen. Wir halten eine Art Zauberstab in Händen, mit dem wir alles in der Welt nach Belieben verwandeln können.
Die biologische Bedeutung dieser besonderen Fähigkeit unseres Zentralnervensytems ist ungeheuer. Vom Energiestandpunkt aus stellt sie eine eminente Einsparung dar. Wir müssen eine Handlung nicht unbedingt ausführen, um herauszufinden, ob sie taugt oder nicht. Wir können sie - innerhalb unseres Gehirns - "theoretisch" erkunden. Unter den so zahlreichen Möglichkeiten, die uns bei den meisten zu fassenden "Entschlüssen" zur Verfügung stehen, können wir die am meisten erfolgsversprechende auswählen, ohne einen einzigen Muskel in Bewegung zu setzen. Wir können Pläne entwerfen, deren Zielpunkt jahreweit entfernt ist und am anderen Ende der Welt liegt. Wir können jedes einzelne "Glied" in der Handlungskette solcher Pläne für sich allein betrachten, untersuchen, erproben, formen, verwerfen. Wir können in uns selbst durch immer neue Kombination von Möglichkeiten zu Entdeckungen - zu neuen "Ideen" - gelangen. Wir können so Zusammenhänge entdecken, die uns zur Bildung zweckdienlicher Strukturen führen - wir nennen das "erfinden". Kurz: wir können in der uns gegebenen Lebensspanne sicherlich ein Tausendfaches (wenn nicht Millionenfaches) von dem ausführen, erreichen, entdecken, erschließen, was uns normalerweise in dieser Zeitspanne möglich wäre.<
Prof. Manfred Gahr, Nachruf zum Tod von Prof. Irenäus Eibl-Eibesfeldt:

Eibl-Eibesfeldt war bis ins hohe Alter fasziniert von der Verhaltensforschung und konnte viele Geschichten sehr spannend erzählen, ein charismatischer Mann. Allerdings musste man Zeit mit bringen, da er stets erst einen langen Vorspann über die Bedeutung Wiens in der europäischen Geschichte gab. Beim Erzählen hatte er dann so ein verschmitztes spitzbübiges Lächeln bekommen und wenn er sich in den Geschichten verloren hat (was meistens der Fall war), hat ihm seine Frau Lore gesagt, er soll jetzt mal zum Punkt kommen. 

Wir werden sein Andenken in Ehren halten.

Living Forwards (II):

"One of the things that is so unhealthy and untherapeutic about most modern psychotherapies is they are so past-oriented. So resentment oriented. ... Whereas you can only live in the future. And it's all well and good to understand your past, you have to do that, but to dwell upon it, once you understand it sufficiently, is terribly unhealthy. ..."

"The key to life is to constantly live forwards."

[Source] [See also: The Consequences of Drifting]

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Wir leben dann primär "rückwärts", wenn sich die Gedanken primär den Fragen zuwenden: "Was ist passiert?", "Warum ist es passiert?", usw. Wir leben "vorwärts", wenn wir dem Handlungsaspekt die wichtigste Rolle bei unseren Überlegungen zuerkennen. Nach vorne leben bedeutet somit: Pläne machen; seine Gedanken ernsthaft der Frage "Was tun?" zuwenden.

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"It is perfectly true, as the philosophers say, that life must be understood backwards. But they forget the other proposition, that it must be lived forwards."

Søren Kierkegaard
“You can discover more about a person in an hour of play than a year of conversation.”

[Source]

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Sicherlich handelt es sich hierbei um eine Übertreibung. Und dennoch, wenn wir einen Menschen in  übermütiger und verspielter Gemütsverfassung beobachten, gewährt uns das Aufschlüsse, wie wir sie kaum aus langen Beobachtungen besonnener und vernünftiger Zustände gewinnen können.

Rollen und Masken

Richard Müller-Freienfels:

"Es leben in jeder Seele sozusagen viele Individualitäten der Möglichkeit nach, deren jede sich ihren Ausdruck schaffen kann. Das offenbart sich am besten im Schauspieler, dem übrigens auch nicht alle Rollen gleich "liegen", der auch nur solche Masken gut durchführen wird, für die irgendwelche seelischen Voraussetzungen bei ihm bestehen. Man kann sich auch im Leben nur maskieren in Rollen, für die seelische Möglichkeiten vorhanden sind; nur dann wirkt die Maske "echt". Gewiss gehen manche Menschen auf einen Maskenball in einem Kostüm, das sie durch Zufall bekommen: man merkt dann jedoch sofort, dass diese Maske zu dem anderen nicht "passt", und schon diese Wirkung setzt voraus, dass es echte und unechte Maskeraden gibt, insofern bei der echten Maske eine Beziehung, wenn auch abnormer Art, zwischen Ich und Maske vorausgesetzt wird. Man hat sogar gesagt, um einen Menschen wahrhaft kennen zu lernen, müsse man sie auf einem Maskenball beobachten. Das hat den tieferen Sinn darin, dass die Menschen sich als Maske gern des Ausdruck wählen, wozu sie wohl die seelischen Voraussetzungen in sich tragen, ohne im übrigen Dasein sie ausleben zu können. Das Verhältnis  ist eben das des Kontrastes, der ja niemals bloß zufällig ist, sondern eine übergreifende Einheit voraussetzt. Man beobachte einen Bekannten nur bei Maskeraden, und man wird bald diese innere Bezüglichkeit echter Masken erkennen."

Donnerstag, 14. Juni 2018

"Donald Winnicott once told a colleague that Tolstoy had been perversely wrong to write that happy families were all alike while every unhappy family was unhappy in its own way. It is illness, Winnicott said, that could be dull and repetitive, while in health there is infinite variety."

Playfulness:

"Playful people are uniquely able to transform virtually any environment to make it more stimulating, enjoyable and entertaining."

L. A. Barnett, The nature of playfulness in young adults, 2007

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"Both lay and empirical observations have long noted that certain individuals appear able to transform virtually any environment to make it (more) enjoyable and entertaining – terming them ‘playful’ individuals."

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"Playfulness is the predisposition to frame (or reframe) a situation in such a way as to provide oneself (and possibly others) with amusement, humor, and/or entertainment. Individuals who have such a heightened predisposition are typically funny, humorous, spontaneous, unpredictable, impulsive, active, energetic, adventurous, sociable, outgoing, cheerful, and happy, and are likely to manifest playful behavior by joking, teasing, clowning, and acting silly."

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"The world was very crazy. A feeling that things were falling apart,
were getting crazier by the day."

David Lynch about Wild at Heart

Dienstag, 12. Juni 2018

Schlüsselfunktionen des Denkens:

1.) Nachdenken über äußere und innere Gegenstände/Phänomene

2.) Planen: Nachdenken über die Frage "Was tun?"

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Wie kommt Neues in die Welt?

A.) "spontan"

B.) Durch die Umsetzung von Plänen.

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Richard D. Alexander sprach der Konkurrenz zwischen vorausschauenden und planenden Lebewesen eine wichtige Rolle in der Humanevolution zu.

Montag, 11. Juni 2018

Moral:

Worum geht's?

Darum, tagtäglich, in Worten und Taten, die Frage "Was tun?" sinnvoll zu beantworten.

Traditionen:

Traditionen nehmen vorweg bzw. schreiben vor, wie sich Personen in bestimmten Situationen zu verhalten haben. Der Verhaltensspielraum, aber auch die Ungewissheit darüber, wie man sich zu verhalten habe, werden so für bestimmte Situationen reduziert oder beseitigt. In manchen traditionell ausgerichteten Gesellschaften, wie z.B. Japan, nimmt die Ritualisierung von Verhaltensweisen Ausmaße an, wie sie bei europäischen Touristen Gefühle des Befremdens oder der Verwunderung hervorrufen können.

Zerstreutheit:

Im Zustand der Zerstreutheit besteht ein relativ hohes Maß an Ungewissheit darüber, was getan werden sollte.

[Siehe auch: psychological entropy]

Wertansprechbarkeiten:

Wertansprechbarkeiten charakterisieren den Menschen. Und dennoch, obwohl sie unser inneres Erleben gestalten, können wir häufig nicht näher begründen, warum wir gerade auf dieses oder jenes optisches oder akustisches Phänomen, auf dieses oder jenes Schriftstück, auf dieses oder jenes Kunstwerk, auf diesen oder jenen Film, auf diesen oder jenen Ort näher ansprechen. Warum wir gerade die Nähe dieser oder jener Person besonders genießen und gerade dieser oder jener Person zur Seite stehen wollen. Wie von der Liebe auch behauptet wird, haftet Wertansprechbarkeiten ein irrationales Element an, und solange wir noch allzu genau begründen können, worauf wir ansprechen, spricht uns ein Gegenstand bloß oberflächlich an.

Sonntag, 10. Juni 2018

Lernen als Ungewissheitsverringerung:

Ein Beispiel aus der Schule: Schüler werden mit der Aufgabe konfrontiert, die Fläche eines Rechtecks zu berechnen. Eine Flächenberechnung wird an der Tafel vorgezeigt. Bei manchen Schülern der Klasse stellt sich ein "Aha-Erlebnis" ein. Geraten diese Schüler erneut in eine Situation, die eine Rechtecksflächenberechnung erfordert, wird bei ihnen keine Ungewissheit bestehen, was getan werden muss.

Situationen:

Eine Situation enthält Elemente, die einem aus vergangenen Situationen bereits bekannt sind. Und sie enthält neue und unbekannte Elemente. Die neuen und unbekannten Elemente beinhalten den subjektiven Informationsgehalt der jeweiligen Situation. Die fluide Intelligenz dient der Verarbeitung eben dieser Elemente.

Episodisches Erinnern:

Der Mensch kann ohne äußeren Anlass Erinnerungen an vergangene Erlebnisse abrufen und diese zur Ungewissheitsverringerung verwerten. 
Ungewissheitsverringerung, da sie Informationen über künftige Ereignisse enthalten.

Kreativität:

Kreative Gedanken oder Erzeugnisse kennzeichnen sich auch über eine Abweichung von gewöhnlichen oder alltäglichen Gedanken oder Erzeugnissen [*]. Die Abweichung an sich beschreibt kreative Äußerungen oder Werke freilich nur negativ, da bloß verrücktes Verhalten [**] ebenfalls von alltäglichem Verhalten abweicht. Kreativität lässt sich somit über eine positive Abweichung charakterisieren. Es sind dennoch gewisse Grenzen gezogen, innerhalb der kreative Leistungen noch verständlich oder erkennbar bleiben. Weichen wertvolle kreative Leistungen gar zu sehr vom Gewöhnlichen ab, kann es gegebenenfalls sehr lange dauern, bis der Wert dieser Leistungen zum ersten mal erkannt wird und bis sie allgemeine Anerkennung oder Akzeptanz finden. Darum heißt es bezüglich mancher Kulturschöpfer: "Sie waren ihrer Zeit weit voraus."


[** Raymond Cattell: "In sophisticated circles originality and creativity have always been revered. But it has also been recognized that defining true creativity, in art, science, and other realms, as distinct from more waywardness, has been a fundamental difficulty."]

Was ist Stolz?

Schließlich ein Gefühl oder gar ein Wissen um die eigene Unabhängigkeit. Der Glaube an die Möglichkeit, das Recht, eigene Ziele zu verfolgen, eigenen Bestrebungen nachgehen zu können.

Samstag, 9. Juni 2018

Neal Roese, If Only:

"A key restriction on the plot counterfactual is the degree of variation, or the amount of alteration to reality, that should be used for maximum entertainment. In a nutshell, there must be recognizable alteration, but it must not be too extreme. You might call this a basic law of art, and I’ll call it Berlyne’s Law in celebration of the psychologist Daniel Berlyne, who several decades ago first applied the tools of experimental psychology to an understanding of how art influences emotion. His insight was to demonstrate experimentally that what strikes us as good art is usually a slight deviation from our expectations. Art that perfectly fits our expectations is boring (been there, done that); art that is too large a departure from what we already know strikes us as bizarre and repugnant (too “out there”). Somewhere in between the extremes of the boring and the bizarre lays a sweet zone of recognition coupled with mild surprise. What most people, on average, consider to be great art more often than not represents a modest (but not large) change from the status quo.

Berlyne’s Law applies to counterfactuals as well, whether they are used by artists to influence an audience’s emotions or as persuasive arguments to convince someone of a particular point of view. A persuasively compelling counterfactual, one that convinces you that some alternative might well have happened, must follow what Phil Tetlock has termed a minimal rewrite rule. Small, minor changes to reality are fine; big changes leave the audience baffled."

Theme and Variation

Neal Roese, If Only:

"My daughter Emma loves stories. She especially loves the children’s storybook series called Angelina Ballerina, written by Katharine Holabird. I’d been reading the first book of the series to Emma, over and over, for quite some time. One day, I surprised Emma with a gift, another book from the same series. The new book has the same style of art, the same cover design, the same text font, and so immediately there was visual recognition. “It’s the same,” Emma squealed in delight. “But . . . it’s different!” The joy Emma experienced is the same joy many of us feel as a result of the most basic psychological mechanism by which art influences emotion. It’s the same but it’s different—it sounds oxymoronic at first, but we all know what Emma means, it makes perfect sense. It is the pleasure of recognition, of seeing an old friend, coupled simultaneously with the mild surprise of something wonderfully yet nonthreateningly new. The first Angelina Ballerina book that we’d read many times established a theme, and the new book in the series represented a variation on that original theme.

The counterpoint of “theme and variation” is the basis of much great art. And it is also one of the reasons why counterfactual stories can be so much fun. Reality is the theme. Counterfactual is the variation. From the juxtaposition of the two, a combination of the joy of recognition with surprise at something new, comes a variety of emotions and insights. Back in 1985, Douglas Hofstadter argued that “the crux of creativity resides in the ability to manufacture variations on a theme.” He went on further to link the way ordinary people easily and naturally think counterfactual thoughts to the effortless, creative, imaginative capacity locked within every human brain. In a sense then, artists who use variations on a theme as the basis of art are mimicking the natural way the human brain sees the world. Brains comprehend reality by generating benchmarks built of past experience. Often these benchmarks match what the brain sees (here is a tree, and it reminds me of similar trees I’ve seen in the past). But when the brain sees something surprising, the experience of surprise itself comes from the mental benchmarks that pop to mind and reveal how things could have been. Our brains are continuously producing creative variations (i.e., counterfactual elaborations of alternatives to current experiences) as we experience the flow of events in our lives."

You Probably Have Too Much Motivation:

https://www.scotthyoung.com/blog/2018/03/21/too-much-motivation/

Why Long-Term Commitments are Both Incredibly Rewarding but Potentially Risky


Entrepreneurship, developing valuable skills, long-term investing, cultivating deep personal networks, deep and introspective personal development—these are all long-term commitments to things that go beyond what is culturally required. My theory is that they must not be defaults for one of the following reasons:

1. They are not actually, on average, good opportunities.
2. They require talents, abilities and resources that are not possessed by a large enough concentration of the population to become encoded in norms and standards for that group.
3. They are too new or variable to have become a common set of expectations.

The first reason, is quite common. Entrepreneurship benefits the entrepreneur when he or she is successful. However, many times people fail when starting a new business. Given that failures, particularly if debt was involved, may cause more pain than being extra rich causes more pleasure, it may be that some opportunities which require extra commitment aren’t actually such a good deal on average.

The second reason is also common. If success requires an unusual set of abilities, it may not be possible to encode them as social norms, since, for most people, pursuing the commitment doesn’t make sense. Wanting to become a Fields’ Medalist mathematician is a valid long-term commitment for a select few, but probably not for you or I, who lack the one-in-a-hundred-million raw talent to succeed.

The third reason, is less common, but it also happens. The idea of creating a start-up with bootstrapped resources and succeeding at a massive scale is incredibly recent. When I got into blogging, there were very few people who did it professionally, so the idea that you could create content online and that was a viable business wasn’t widespread.

All of these reasons suggest that whenever you have a long-term commitment to a goal that isn’t culturally mandated, you’re taking a potential risk. If it were such a good idea, why wouldn’t we expect everyone to do it?—is an important question to ask yourself.

This doubt, I believe, is more important than anything in undermining the ability to commit to long-term projects. Short-term commitment is usually a matter of overcoming myopia—getting yourself to stick to things even though, in the short-term, you’d rather do something else. Long-term commitment, however, is usually more a challenge of faith. You have to convince yourself that this opportunity is worth pursuing, even though society doesn’t implicitly agree with you.

Given this, it’s not surprising that giving up faith in your goal is probably the biggest reason for failing at longer-term commitments of this type.

The price of funny:

http://calnewport.com/blog/2018/06/08/jerry-seinfelds-closed-door/

"What if?"

Bei unseren inneren Simulationen ist schließlich die Frage "What if?" die Schlüsselfrage. Was passiert, wenn ich die Bedingung A verändere? Was passiert, wenn ich die Bedingung B verändere? Ich simuliere innerlich die Konsequenzen der veränderten Bedingungen und bewerte anschließend, ob oder welche Bedingungsänderungen erstrebenswert erscheinen.

Individuelle Genien:

Bruce Charlton erwähnte den Mythos, dass sich im Menschen ein Genius findet, den man als alternative Motive zu den im Menschen vorkommenden Alltagsmotiven interpretieren könne. Folgt man diesen Gedanken, könnte man auch behaupten, dass der Genius jedes Einzelmenschen ein individuelles Gepräge aufweist. Auf den Wissensdurst bezogen gibt es zum einen wohl nicht wenige Menschen, die kaum ein ernsthaftes Wissensbedürfnis verspüren, d.h. kein Bedürfnis, keinen Willen und keine Absicht empfinden, unter Einsatz von Zeit, Aufmerksamkeit, Gedanken und Ressourcen nach gewissen Wahrheiten ausdauernd zu suchen. Unter den übrigen Menschen, die solch ein ernsthaftes Wissensbedürfnis in unterschiedlichen Ausprägungsgraden bewusst erleben, lässt der individuelle Genius jeweils andere Fragen als besonders interessant und wertvoll, anderes Wissen, andere Erkenntnisse als besonders suchenswert empfinden. Die Annahme einer absoluten Unterschiedlichkeit liegt dennoch fern. Auch bei unterschiedlichen Genien werden sich öfters gewisse Überschneidungen und Übereinstimmungen zeigen.

Verinnerlichung:

Salopp gesagt, wir haben zu wählen, welches Wissen wir verinnerlichen wollen. Verinnerlichung meint, dass wir dieses Wissen so effektiv erwerben und verknüpfen, dass es ein Teil von uns wird, von dem wir kaum mehr wegdenken oder abstrahieren können. Sofern dies glückt, besteht allerdings auch die Gefahr, das wir uns kaum mehr erinnern oder vorstellen können, wie es einst war, das Gewusste nicht gewusst zu haben.

[Siehe auch: The curse of knowledge]

The curse of knowledge:

"The curse of knowledge is the single best explanation I know of why good people write bad prose. It simply doesn’t occur to the writer that her readers don’t know what she knows—that they haven’t mastered the patois of her guild, can’t divine the missing steps that seem too obvious to mention, have no way to visualize a scene that to her is as clear as day. And so she doesn’t bother to explain the jargon, or spell out the logic, or supply the necessary detail. "

Stephen Pinker

[See also: The curse of knowledge]

“What is the difference between the needs of a character and the wants of a character?”

Khan Academy - Pixar in a box, The art of storytelling

"Wants drive a character to act. A character might want something and do everything to get it. Needs are the things we need to do, or learn in order to grow, or succeed in life. For example, a character might learn that they need to share what they desire in order to be fulfilled, or happy. The distinction between what a character wants and what they need is important when you're building a character. - We all have those things we want. Oh man, I'd love that new car. Or, I'd really like, oh man, I'd love a VR machine, That'd be so cool. But what I need is probably to feed my family. And what I need is probably to have good relationships and things like that. - Oftentimes I think needs are something that we don't like admitting. It's eating your vegetables. You want just go for those sweets, the things that make life easier, but we have to sometimes do those things that we don't want to do. And in the end, it makes for full course meal if we're going with the food analogy. And I think in a character it's important to have those needs, and even those needs sometimes conflict with the wants because it makes our characters stronger and makes them have to go through trials that turn them into a more well-rounded character. [...] Sometimes a character might want something in the beginning, and then their need completely comes out of the realization they might have along the way. [...] So I think that oftentimes your want can be some of the entertainment of the story, but the need is gonna be that emotional heart that really makes people remember the film when they come out of the theater and for years later."

[h/t Charles]

Freitag, 8. Juni 2018

"How do you make an audience care about a character?"

Khan Academy - Pixar in a box, The art of storytelling

"How do you make an audience care about an character? - That's a really hard one. You ever heard of The Elevator Test? - No, what's that? - [W]hen your're trying to figure out your characters. It helps to trap them in an elevator and see how they'd react in a crisis [and in difficult situations]. [...] [E]ntertaining characters are often deeply flawed. Don't worry, those flaws can also be the key, to why audiences care about them."

[h/t Charles]

Die Wahrnehmung der Formulierung:

Es existiert eine recht eigene Lustempfindung, die damit verknüpft ist, einen wohlformulierten Satz zu lesen. Eine neue Sprache beginnen wir recht eigentlich erst dann zu meistern, wenn es uns gelingt, ein Gefühl für diese Sprache dahingehend zu entwickeln, dass uns die Wohlformuliertheit von Sätzen in dieser Sprache, die Klarheit der formulierten Sätze, mehr und mehr auffällt oder zum Genuss wird.

Hypocognition:

"People think, feel, and behave within the confines of what they can conceive. Outside that conceptual landscape, people exhibit hypocognition (i.e., lacking cognitive or linguistic representations of concepts to describe ideas or explicate experiences)."

K. Wu & D. Dunning

Recognizing Excellence:



[Link]

"In sum, people often lack the competence necessary to recognize competence or excellence that outstrips their own. They fail to have the virtuosity necessary to recognize a true virtuoso."

"In essence, we suggest that in contemporary times, people with true knowledge often have their wise advice fall on deaf ears."

"In one study, we had chess players of varying skill level grade the moves made by six other chess players, whose performances ranged from terrible to near grandmaster level. Good chess players, near grand masters themselves, made sensible judgments about whether they could beat these other players after studying their moves. They were almost certain they could beat the player choosing terrible moves, but thought their chances were only 50-50 with the near grandmaster. Less skilled chess players reached a different, somewhat paradoxical, set of conclusions: They thought their chances with the terrible players were close to 50-50, but that they had a 70% chance of beating the near grandmaster. Apparently, after seeing near grandmaster moves, these less skilled players mistook these unfamiliar moves to be signs of flawed play (Dunning & Cone, 2018)."

Playfulness:

"The behavior of a playful human is captured by numerous synonyms, including cheerful, frisky, frolicsome, good-natured, joyous, merry, rollicking, spirited, sprightly and vivacious."

Patrick Bateson 
"I have never seen Francis Crick in a modest mood."

James D. Watson, first sentence of "The Double Helix"

Donnerstag, 7. Juni 2018

Selbstverbesserung:

An sich ist es verführerisch, zu glauben, wenn man über Themen wie "Intelligenz", "Exekutive Funktionen", oder "Selbstverwirklichung" etwas liest, könne man dieses Wissen zur Selbstverbesserung verwerten. Das ist in der Regel allerdings nicht ohne weiteres möglich. Diverse Personen die gar zu bewusst nach Selbstverwirklichung streben, beeinflussen dadurch ihr Leben wohl eher im negativen als im positiven Sinn. Bewusste Bemühungen, intelligenter zu werden, bewirken generell keine deutliche Zunahme der Effektivität des Denkens, können allerdings die bewussten Überlegungen ins Zwanghafte abbiegen. Und der Glaube, dass Willenskraft, Selbstkontrolle, und ähnliche Vermögen, von heute auf morgen mit Leichtigkeit erworben werden können, entstammt wohl der Welt der Märchen und Mythen.

Verrücktheit:

Gewisse Formen der Verrücktheit lassen sich dahingehend beschreiben, dass ein Mensch vorübergehend, gegebenenfalls auch längerfristig, unvernünftig wird. Im unvernünftigen Zustand werden die mittel- bis langfristigen Folgen des eigenen Verhaltens kaum mehr beachtet und mit ausreichender Sorgfalt erwogen.

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Gerhard Roth:

"Die Vernunft hat überwiegend im orbitofrontalen und angrenzenden Teilen des ventromedialen präfontalen Cortex ihren Sitz. Dieser Cortexteil überprüft, ...., zusammen mit anderen Hirnteilen die längerfristigen Folgen unseres Handelns."

"Vernünftig handle ich, wenn ich gewohnt bin, die mittel- und langfristigen Konsequenzen meines Handelns abzuwägen."

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Schließlich handeln wir vernünftig wenn wir im Sinne unseres langfristigen Wohlergehens bzw. im Sinne des langfristigen Wohlergehens unserer Mitmenschen handeln.

Mittwoch, 6. Juni 2018

Optimale, Gute und Schlechte Züge:

Verglichen mit der Komplexität des Lebens ist Schach kein sonderlich komplexes Spiel. Dennoch gelingt es kaum, längerfristig optimal zu ziehen. Entsprechend kommt es im Leben nicht eigentlich auf optimale, wohl aber auf gute Züge an. Hierbei braucht es die Fähigkeit, zwischen guten und schlechten Zügen unterscheiden zu können. "Schlechte Züge" sind mittelschwere bis schwere Fehler im Handeln. Kleine Fehler im Handeln, d.h. unoptimale Züge, lassen sich nicht dauerhaft vermeiden.
"People who know rare or difficult things or can solve very complex problems also generally know a lot more than do most people of the rather ordinary kinds of words and facts that many people know. Persons with poor reasoning and problem-solving ability also possess much less common knowledge about the world around them. Brighter persons automatically pick up more information from any experience afforded by their environment."

Arthur R. Jensen

Dienstag, 5. Juni 2018

Demenz

Laienhafte Beschreibung zweier Symptome:

1.) Erfahrung gerinnt nicht mehr. Neues Wissen setzt sich weniger und weniger an.

2.) Der Zugriff auf vorhandenes Wissen und vorhandene Kompetenzen wird mehr und mehr erschwert. Bis er schließlich nicht mehr gelingt.

Bewusstsein:

"Zusammengefasst stellt sich Bewusstsein aus psychologischer Sicht vorrangig als ein Format zur Verarbeitung neuer, wichtiger und bedeutungshafter Informationen dar, gleichgültig ob es sich um perzeptive, kognitive oder emotionale Geschehnisse handelt."

G. Roth, N. Stüber

Striatalisierung

Ingo Schymanski:

"Die Verlagerung der Erregung weg vom Nucleus accumbens hin zum Striatum erscheint mir für bislang kaum verstandene Syndrome eine derart wichtige Rolle zu spielen, dass ich sie mit einem eigenen Namen bedacht habe: Striatalisierung. ... Wenn ein Kind keine zuverlässige Bindung erfährt, kaum Abläufe zur sicheren Routine werden und es Situationen ständig neu interpretieren muss, lieg es nur allzu nahe, dass der Prozess der "Striatalisierung" hierbei gestört wird."

"Wird der Prozess der "Striatalisierung" gestört, würde dem Erkrankten keine neue Erfahrung jemals zur Routine gerinnen. Jede Wahrnehmung, jeder Gedanke, jeder Augenblick bliebe mit Bedeutung aufgeladen; die Welt wäre voller Wunder, jede Wahrnehmung ein Zauber, den sich der Betroffene kaum erklären kann. Er rettet sich, indem er künstliche Zusammenhänge schafft, Dinge in Beziehung setzt, die für gesunde nichts miteinander zu tun haben."

"Ein Schizophrener "brennt aus" mit de Jahren. Das anfängliche Durcheinander aus Halluzinationen und Bedeutung weicht zunehmender Gleichgültigkeit. Die Erkrankten verlieren ihre früheren Interessen, und sie erleiden eine Verarmung an Initiative und Schwingungsfähigkeit. ... Derartige Verläufe sind allerdings vor allem aus der Vor-Neuroleptika-Ära bekannt."

"Ein Mangel an sicherer Bindung ("Containment"), Störungen der Entwicklung auf jeder Stufe be- oder verhindern die "Striatalisierung", die Verlagerung der belohnenden Dopamin-Ausschüttung vom Nucleus accumbens ins rückwärts gelegene Striatum. Wenn kein zuverlässig die Bedürfnisse stillendes Umfeld vorherrscht, entsteht für die Kinder keine "Routine". Alles bleibt unzuverlässig, jedes Ereignis kann sich in der unberechenbaren Welt als wichtig erweisen und muss einzeln und immer wieder neu bewertet werden."

"Die zur Behandlung [von Schizophrenie] eingesetzten Neuroleptika blockieren im Striatum die hemmend wirkenden Dopamin-D2-Rezeptoren. Hierdurch erlangen die aktivierend wirkenden Dopamin-D1-Rezeptoren gegenüber den D2-Rezeptoren das Übergewicht. Auf diese Weise gleichen Neuroleptika die ursächliche Störung der "Striatalisierung" zumindest teilweise aus: Im Striatum freigesetztes Dopamin kann die dortigen Strukturen wieder erregen; das zum Leben notwendige Gefühl von Vertrautheit und Routine kehrt zurück."

"Abschließend möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass es sich bei diesem Exkurs ... nicht um gesichertes Wissen handelt, sondern lediglich um theoretische Schlussfolgerungen, die sich aus dem um das Phänomen der "Striatalisierung" erweiterten Habituationsmodell ergeben."

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Ingo Schymanski:

"Wenn wir in der prägenden Phase eine Erfahrung nicht in ausreichender Menge oder Qualität gemacht werden kann, verharrt die Dopamin-Stimulation am Nucleus accumbens, dem Belohnungszentrum. Erst die Erfahrung einer zuverlässigen Verfügbarkeit einer Ressource beendet die extreme Lustbesetzung beispielsweise der Nahrungsaufnahme. Das neuropsychologische Korrelat besteht in einer Verlagerung der Dopamin-Stimulation weg vom Belohnungszentrum in dorsal gelegene Teile des Striatums ("Striatalisierung"), die weniger Lustempfinden vermittelt als die vorherige Stimulation des Nucleus accumbens. Weil die Lustbesetzung der zu machenden Erfahrung durch die Striatalisierung nachlässt, kann sich der kleine Mensch voll auf die Bearbeitung der nächst anstehenden Aufgabe konzentrieren, die ihm abermals Lusterleben vermittelt - bis auch sie zur "Routine" geworden ist und nicht länger als überhöhtes, lustbesetzes Ziel verfolgt werden muss."

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G. Roth, N. Stüber:

"[Indem wir damit beginnen, ein Klavierstück einzuüben, verlagert sich die Ausführungssequenz] von der bewussten assoziativen Großhirnrinde in bestimmte Teile des Striatums sowie des Kleinhirns. Dieses Prinzip bewirkt natürlich eine ungeheure Komplexitätsreduktion, wie wir erleben, wen wir einen anfangs sehr komplizierten motorischen Ablauf immer beherrschen, ohne planen und willentlich kontrollieren zu müssen, was wir gerade tun."

Das Erinnern:

"Die Leichtigkeit oder Schwierigkeit, etwas zu erinnern, hängt ... wesentlich von der Art der Verankerung im Langzeitgedächtnis ab. So erinnern wir uns besonders gut an Inhalte, wenn sie detailreich sind und viele Anknüpfungspunkte zu bereits vorhandenen Gedächtnisinhalten besitzen. Ebenso ist der Zugriff erleichtert, wenn wir bestimmte Inhalte bereits in mehreren Kontexten erlebt haben und ein höherer Vernetzungsgrad im Langzeitgedächtnis mit anderen Inhalten besteht. Natürlich sind für ein besseres Erinnern die Bedeutung der Inhalte und die damit verbundene Höhe der Aufmerksamkeit und emotionale Erregung wichtig. Bestimmte Geschehnisse, die uns im positiven und insbesondere im negativen Sinne emotional ergriffen machen, werden wir in aller Regel schwer oder gar nicht vergessen."

G. Roth & N. Stüber

Denken:

Denken lässt sich schließlich als ein Erkennen und In-Beziehung-Setzen von Sachverhalten verstehen.

Menschen unterscheiden sich darin, wie flüssig und spielerisch, mit welcher Geschwindigkeit, Leichtigkeit und Effektivität dieses In-Beziehung-Setzen von Sachverhalten vor sich geht.

Verständnis:

Einen Sachverhalt versteht man möglicherweise erst dann richtig, wenn man in der Lage ist, ihn effektiv mit anderen Sachverhalten in Beziehung zu setzen.

One-size-fits-all instruction:

"One-size-fits-all instruction and assistance works no better in career education than in academic, health, or other kinds of education. As documented in both military training and the public schools, less able individuals learn better when the material to be learned is simple, concrete, non-theoretical, complete, step-by-step, highly structured, repetitive, one-on-one, and involves hands-on activities rather than book learning (Snow, 1996; Sticht, Armstrong, Hickey, & Caylor, 1987). However, this kind of instruction impedes learning among more cognitively able individuals, who learn best when material is more theoretical, not so atomized and prestructured, and allows them to reorganize and assimilate information in their own way. This finding explains why it is so difficult to provide effective group instruction to cognitively diverse individuals."

"Educational and military psychologists have shown that people of below-average intelligence learn best when given concrete, step-by-step, hands-on instruction and lots of practice, whereas individuals of above average intelligence learn best when allowed to structure their own learning." 

Linda S. Gottfredson
"People may think that they’re good at one subject and bad at another, but in reality most people are strikingly consistent."

Robert Plomin

Samstag, 2. Juni 2018

Leistungsfähigkeit von Schülern (II):

- Eigentlich gibt es in jeder Klasse nur 5 bis maximal 10% Schüler (also meist nur 1-3), bei denen man als Lehrer, wenn man denn ehrlich genug ist, den Eindruck hat: Sie sind "auf der Höhe des Stoffs", sie haben so etwas wie Verständnis aufgebaut (und der Stoff interessiert sie auch).

- Dann gibt es weitere 65-70%, von denen der Lehrer ganz genau weiß: Ihr Prüfungswissen und -können resultiert mehr oder weniger aus dem beharrlichen Üben; die Verständniskomponente ist gering ausgeprägt, sie schaffen es aber, durch Fleiß so etwas wie eine "Imitation von Verständnis" zu liefern.

- Und die restlichen 15-25% "leben geistig wirklich in anderen Welten", ...

Thomas Städtler

Verbal tilt people in action:

On Genies

Bruce Charlton:

The genie of a normal (non-genius) person will only be apparent in short bursts and perhaps in a crisis. In a short term crisis a person may demonstrate remarkable and seemingly-inexplicable powers or abilities (which can look like sheer luck). This could be explained in terms of them drawing upon the mysterious insights, intuitions, and knowledge of their genie. 

However, this state can seldom be maintained over the long term, because most people are set-up to be dominated not by the genie but instead by more 'normal' motivations - such as social esteem (e.g. the striving for status and admiration), familial and sexual motivations, comfort, convenience, excitement etc.

So, creative genius is quantitative - the genie varies in power and dominance - at a certain degree of power and degree of dominance the genie will have 'taken-over' the life strategy of a person (not completely, but primarily) - and such as person is A Genius.

Accepting and Understanding

Bruce Charlton:

Most people's 'understanding' on most (or all) topics is at the level of accepting. Accepting what people say, accepting rules or laws or maxims - and applying them.

Everyday so-called-understanding is passive, submissive, sociable, empathic, ego-denying: moves from the outside inwards. 

Hyper-intelligent people are typically no exception - they simply grasp, memorize and apply instructions more rapidly - they don't understand them.

But for the genius in relation to the thing about which they are a genius: understanding is an act of internalizing; making of the thing a part of themselves - no, it is more than this - it is to bring that thing within them, and give that thing life (or allow it life)

To understand a thing is, therefore, to have it inside the imagination and in connection with the mind and body - to observe and feel its growth and workings.