Samstag, 25. Mai 2019

"Menschen, die im gesellschaftlichen Leben wenig Chancen haben zu reüssieren, bauen sich erstaunliche Ersatzpyramiden, um sich an deren Spitze setzen zu können, etwa als >König< der Taubenzüchter oder Bierfilzsammler."

Irenäus Eibl-Eibesfeldt

Dienstag, 21. Mai 2019

Metatraits:

Colin G. DeYoung:

Stability - cybernetic function:
Protection of goals, interpretations, and strategies from disruption by impulses.
(negative pole: unstable)

Plasticity - cybernetic function:
Exploration: creation of new goals, interpretations, and strategies.
(negative pole: rigid)

Samstag, 18. Mai 2019

The survival value of conscious experience:

"The survival value of conscious experience lies in the provision of a mechanism to take a second look (one or two hundreds of milliseconds after on-line behavioural responding becomes possible) at something which, in the immediacy of action, has just gone wrong. The wrongness can take the form of an error in a motor program, or simply a departure from the expected state of the environment: something unexpected happens, or something that should have happened does not. The error signal can be specific (this particular subgoal in a motor program has not been reached, or this particular element in the environment has undergone unexpected change); or it can be highly generalised, as in the case of pain[.] Pain, indeed, may reflect a very early stage in the evolution of the error detection mechanism, providing as it does an undifferentiated and universal signal of important (potentially tissue-damaging) error."

Jeffrey Gray - Consciousness

Mittwoch, 15. Mai 2019

Verblüfftheit und Entsetzen:

Norbert Bischof beschreibt sein kybernetisches Motivationsmodell (das "Zürcher Modell"):

"Entropie ist ein informationstheoretischer Begriff und besagt soviel wie Fremdheit, Ungewissheit, Mühe beim Einordnen einer Gegebenheit in bestehendes Wissen oder bei der Vorhersage einer Ereignisfolge."

"Die Entropie eines Menschen, den ich noch nie gesehen habe, der dabei vielleicht noch exotisch gekleidet ist, unverständlich spricht und an unpassender Stelle ohne erkennbaren Grund schrill zu lachen beginnt, ist hoch; hingegen ist das vertraute Abendritual der Mutter, die mich als Kind zu Bett bringt, absolut vorhersagbar und dementsprechend entropiearm."

"Niedrige Entropie wirkt beruhigend spendet Sciherheit und Geborgenheit, kann aber auch langweilig und erstickend sein; hohe weckt Erstaunen und Überraschung; sie kann faszinieren, aber auch befremden und Furcht einflößen."

"Sensibleren Beobachtern ist ... schon längst aufgefallen, dass Furcht keineswegs erlernt zu werden braucht, sondern auch ganz unabhängig von aller Erfahrung allein durch zu hohe Entropie, also durch Fremdheit oder Diskrepanz, ausgelöst werden kann: Das Unvertraute und Unbegreifliche trägt in sich die Potenz, zum >Un-Heimlichen< zu werden."

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Gemäß dem Modell rufen besonders informationshaltige Phänomene sowohl appetente als auch aversive Affekte hervor. Die appetenten Affekte lassen sich mit steigendem Erregungsgrad als Interessiertheit, als Erstaunen und als Verblüfftheit bezeichnen. Die aversiven Affekte als Wachsamkeit, Beunruhigung, Alarmiertheit und Entsetzen.

Analog führt das Modell Affekte an, die durch Berührung mit informationsarmen Phänomenen entstehen: Geborgenheit, Umhegtheit, Verschmolzenheit versus Gebundenheit, Vereinnahmtheit, Aufgelöstheit;

Montag, 13. Mai 2019

Begegnung mit dem Selbst:

Man kann sich fragen, in welcher Nähe oder Ferne zu der eigenen Idealversion man lebt, gelebt hat, oder vorhat zu leben. Gewöhnlich lebt der Mensch in größerer Nähe zu seiner Durchschnittsversion als zu seiner Idealversion.

[Siehe auch: Individuelle Unterschiede]

Selbstkenntnis:

Ein wesentlicher Aspekt der Selbstkenntnis besteht wohl darin, die eigenen Kapazitäten und die Grenzen der eigenen Kapazitäten zu kennen.

[Siehe auch: Linda S. Gottfredson]

Sonntag, 12. Mai 2019

Konzentration:

~ Das Ausblenden unwesentlicher Information;

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~ In einer stark konzentrierten Verfassung wird vorübergehend alles als unwichtig ausgeblendet, geradezu vergessen, bis auf eine Sache.

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Eine bestimmte Zeitspanne lang einer Sache voll und ganz das Bewusstsein widmen;

Samstag, 11. Mai 2019

The IQ:

"The IQ is simply a rough index of g, which reflects underlying individual differences in the efficiency of certain brain processes that are manifested as one of the important factors in human affairs."

Arthur R. Jensen
"People's environments, or their perceptions of them, differ in complexity and cognitive demands. One might even characterize different environments in terms of their g loadings."

Arthur R. Jensen
"An individual's investment of g is never spread equally or randomly over every type of knowledge or skills offered by the environment. Rather, it is highly selective, depending on interests and personality and chance events."

Arthur R. Jensen

Mittwoch, 8. Mai 2019

Umwelt:

Daniel C. Dennett, Intuition Pumps:

"Every organism, whether a bacterium or a member of Homo Sapiens, has a set of things in the world that matter to it and which it therefore needs to discriminate and anticipate as best it can."

"An organism's Umwelt is in one sense an inner environment, a "subjective" and even "narcissistic" ontology, composed of only the things that most matter to it ..."

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~ Die Umwelt eines Organismus besteht aus den Dingen, die dieser Organismus wichtig nimmt. Hält ein Organismus viele Dinge auch dann für wichtig, wenn sie keinen Bezug zu seinem individuellen Überlebens- oder Fortpflanzungserfolg aufweisen, so wird er im Wettbewerb mit ähnlichen Lebewesen, die dergleichen Dinge nicht wichtig nehmen, gehandicapt sein. Oder anders: Organismen sind evolviert, eine Auswahl an Dingen wichtig zu nehmen, und die Beschaffenheit dieses Wichtignehmens und Ausfälle in der Selektivität dieses Wichtignehmens machen sich im Überlebens- und Fortpflanzungserfolg der Organismen bemerkbar.

Sonntag, 5. Mai 2019

Distinguished contributor interview - Linda Gottfredson (2016)

Fokussiertheit:

Spannend wird es letztlich dann, wenn der Einzelne seine Verantwortung ernst nimmt, selbstständig zu werten, selbstständig Prioritäten zu setzen. Es finden sich höchstens eine Hand voll Sachen oder Angelegenheiten, denen, von einem individuellen Standpunkt aus, maximale Bedeutung oder Wichtigkeit zugeteilt werden kann. Die Unfähigkeit Prioritäten zu setzen, d.h. die Unfähigkeit, manchen bzw. einigen wenigen Sachen oder Angelegenheiten maximale Bedeutung zuzuordnen, macht sich in einer allgemeinen, unproduktiven Zerstreutheit bemerkbar.

Samstag, 4. Mai 2019

To force the skills to come:

>Glass emphasizes that it takes time to get good at anything ... "The key thing is to force yourself through the work, force the skills to come; that's the hardest phase." he says.<

Cal Newport

Freitag, 3. Mai 2019

Die genetische Grundlage des individuellen Erlebens - der innere genetische Kompass:

"Each comes into the world with a different internal genetic compass, which causes them to be attracted to or repelled by different kinds of people, activities and settings."

Linda S. Gottfredson

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"Who we become depends not so much on the tendencies we've inherited per se as on the way in which they both orient us toward and away from, and attract and repel, certain stimuli."

Winifred Gallagher

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Manche Reize sprechen den Kern eines Menschen an. (Nicht die Intensität, aber die Tiefe des Angesprochenwerdens als wesentliches Kriterium: Das Betrachten eines Fußballmatches kann für einen Zuschauer ein intensives Erlebnis bedeuten. Fraglich bleibt hierbei dennoch, ob seine tieferen Persönlichkeitsschichten, ob die zentraleren Bereiche seines Wertempfindens hiervon ebenfalls berührt werden. Auch Drogenräusche lassen sich eher durch ihre Intensität als über einen Wertgehalt charakterisieren.)

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[Siehe auch: Wertansprechbarkeiten]

Donnerstag, 2. Mai 2019

Raten und Rumraten:

Man kann den eigenen Ratevorgang beobachten, und sich dabei fragen, welche Entfernung dieses Raten zu einem bloßen Rumraten aufweist. Beim bloßen Rumraten findet im vorhinein keine, oder bloß eine geringe, Einschränkung der möglichen Antworten auf eine Frage statt. Information lässt sich dazu verwerten, um das Feld möglicher Antworten einzuschränken. Hierdurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, brauchbare Antworten zu treffen, zu erraten.

Mittwoch, 1. Mai 2019

Kreativität und Ichstärke:

"[Die Vermutung liegt] nahe, dass der Zusammenhang zwischen psychischer Störung und Kreativität nicht bloß ein korrelativer, sondern ein kausaler sein könnte, wobei die ausgeprägte Ich-Stärke der Bremsfaktor wäre, der das psychopathologische Element hindert, sich zur genuinen Psychose zu entwickeln."

Hans J. Eysenck

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~ Der kreative Prozess / starke Phantasie als eine Art selbstgesteuerte Psychose;

Montag, 29. April 2019

Ritualisierung - deutliche Signale (II):

Wolfgang Wickler, Vergleichende Verhaltensforschung und Phylogenetik:

"Ritualisierung impliziert also a) die Änderung einer Verhaltensweise mit Signalwirkung, b) unter dem Selektionsdruck besserer Verständigung, c) in Richtung auf größere Deutlichkeit und Unzweideutigkeit des Signals für den Empfänger."

Kontrastbetonung:

Wolfgang Wickler, Vergleichende Verhaltensforschung und Phylogenetik:

>Häufig sind zwei Populationen oder Arten mit teilweise überlappenden Verbreitungsgebieten dort, wo beide vorkommen, verschiedener voneinander als dort, wo nur je eine von ihnen lebt. Diese „wechselseitige Merkmalsverdrängung“ oder „Kontrastbetonung“ (character displacement) betrifft aber durchaus nicht nur jene Merkmale, die den Tieren zu Erkennung dienen, sondern beim genannten Fliegenschnäpper z. B. die Längen des Schnabels und der Hinterzehe samt Kralle. Diese Unterschiede mögen Folgeerscheinungen der durch divergierende Erkennungssignale eingeleiteten Isolierung der „Arten in statu nascendi“ sein.<

Verständigung mit Artgenossen:

Wolfgang Wickler, Vergleichende Verhaltensforschung und Phylogenetik:

"An Signalen, die der Verständigung mit Artgenossen dienen, kommen große und geringe Variationsbreiten vor. Auch das ist bislang am besten an Vogelgesängen untersucht. Sie können artspezifisch genormt sein, aber auch individuenspezifische Elemente enthalten, sodass man (und auch der Artgenosse) am Gesang nicht nur Art und Stimmung des Singenden, sondern sogar ein bestimmtes Individuum erkennen kann (Marler 1960)."

Freitag, 26. April 2019

Moral:

Wie sehr ein Mensch danach strebt oder bereit ist,

  • ... am Guten, Wahren und Schönen Anteil zu nehmen;
  • ... Handlungen auszuführen, sich Tätigkeiten zu widmen, die ihm etwas bedeuten;
  • ... am Erkennen Anteil zu nehmen oder Erkennen zu generieren;
  • ... am Schönen Anteil zu nehmen oder Schönes zu generieren;
  • ... dem Wertvollen im Mitmenschen warme Freundlichkeit entgegenzubringen;
  • ... destruktivem Verhalten die Stirn zu bieten.

Donnerstag, 25. April 2019

Selective attention:

I. D. - Winifred Gallagher:

">Most of those traumatized, institutionalized kids [Romanian orphans] deteriorate mentally and physically pretty fast. After three years, eighty percent of those who haven't died are sent off to mental hospitals for the rest of their lives, which might have been Monica's prognosis. But in all these situations, you notice that there are always one or two children who get 'adopted' by a member of the staff. Because those kids are in a special relationship, they get more input and do the best.<"

"The innate program to smile is so strong that even after a year of almost no socializing or playing, the Romanian orphans indulged with the least encouragement, says Stern, >as if they'd been hanging around waiting for a stimulus.< Although nature gives all babies this genetic weapon with which to disarm adults, Monica's well-modulated model is double-barreled: not only contagious but selective. Unlike many >affectively promiscuous< orphans and other emotionally starved children, Monica doesn't beam desperately at just anyone."

The relationship between baseline pupil size and intelligence:

The relationship between baseline pupil size and intelligence
Jason S. Tsukahara , Tyler L. Harrison, Randall W. Engle (2016)

"at the bivariate level we found that WMC explained 6% of the variance in baseline pupil size and with each 1 SD increase in WMC there was a 0.30 mm increase in baseline pupil diameter, b = 0.30, r = 0.24, t(335) = 4.44, p < 0.05. Fluid intelligence explained 12% of the variance in baseline pupil size and each 1 SD increase in Gf was associated with a 0.45 mm increase in baseline pupil diameter, b = 0.45, r = 0.35, t(335) = 6.90, p < 0.05."

Working memory capacity and sustained attention: A cognitive-energetic perspective.

Working memory capacity and sustained attention: A cognitive-energetic perspective.
Unsworth, N. & Robison, M. K. (2019)

"A cognitive-energetic account of individual differences in working memory capacity (WMC) and sustained attention performance is proposed suggesting that variation in the voluntary control of the intensity of attention (intrinsic alertness) is critical for the relation between WMC and attention control."

"The current results are consistent with the hypothesis that normal variation in WMC and sustained attention performance are partially the result of individual differences in intrinsic alertness whereby low WMC individuals are less able to consistently control the intensity of attention than high WMC individuals."

Dienstag, 23. April 2019

Das Bedürfnis nach Unterhaltung:

"Das Bedürfnis, >unterhalten< zu werden, ist ein Symptom eines außerordentlich bedauernswerten Seelenzustandes, woferne ich mein eigenes Erleben verallgemeinern darf. Das Bedürfnis, einen Kriminalroman zu lesen oder das Fernsehen einzuschalten, empfinde ich nämlich nur dann, wenn ich so müde oder auf andere Weise inaktiviert bin, dass ich zu nichts Gescheiterem mehr imstande bin. Passives Sich-unterhalten-Lassen ist das genaue Gegenteil; Spielen dagegen der Inbegriff jener schöpferischen Aktivität, ohne die wahres Menschentum nicht bestehen kann."

Konrad Lorenz

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(A) Stunden, in denen viel von Innen her kommt;

(B) Stunden, in denen ein Unterhaltungsbedürfnis vorliegt;

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[Siehe auch: Peter Gray on Play]

Montag, 22. April 2019

Moralische Freiheit:

Der Mensch hat die Freiheit, sich Tätigkeiten zu widmen, die ihm etwas bedeuten.

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Tugend: bedeutungsvolles Handeln;

Samstag, 20. April 2019

Nicht alles, was wir erleben, aber manches, was in uns vorgeht, hat Bedeutung, ist bedeutungsvolles Leben.

Play - the Escape from Local Optima (II):

"Play has features that make it suitable for finding the best way forward in a world of conflicting demands. In acquiring cognitive skills, individuals are in danger of finding suboptimal solutions to the many problems that confront them. In deliberately moving away from what might look like the metaphorical final resting point, each individual may end up somewhere better. Play may therefore fulfill a probing role that enables the individual to escape from false endpoints, or local optima (Bateson, 2011). An analogy is a mountain surrounded by lesser peaks. A climber might get to the top of a lesser peak only to discover that they must descend again before scaling a higher one. When stuck on a metaphorical lower peak, it can be beneficial to have active mechanisms for getting off it and onto a higher one. In practice this means that play is an evolved mechanism for uncovering possibilities that are better than those obtained without playing."

Play, Playfulness, Creativity and Innovation
Bateson & Martin

[Also see: The Lobster Trap]

Freitag, 19. April 2019

Bedeutung und Ferne:

Ein Gegenstand kann Bedeutung für eine Person erlangen, obwohl dieser Gegenstand gewöhnlicherweise tausend oder tausende Kilometer entfernt von dieser Person existiert.

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Auch kann ein Gegenstand einer Person etwas bedeuten, obwohl dieser Gegenstand seit Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunderten nicht mehr existiert.

Donnerstag, 18. April 2019

Werterleben:

Wenn ein Gegenstand, ein Mensch, etwas Menschliches das Antlitz des Bedeutungsvollen, des Relevanten, des Sinnvollen, des Wertvollen, des Guten erhält;

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Als "Psychologie ohne Seele" ließe sich Psychologie bezeichnen, die eine methodische Ausklammerung des menschlichen Erlebens von Bedeutung und des Bedürfnisses nach Bedeutung forciert.

Ästhetisches Erleben:

~ Die Freude an der Existenz eines Gegenstands; Für den in eine ästhetische Betrachtung Versunkenen gewinnt die Existenz eines Gegenstands an Bedeutung;

Mittwoch, 17. April 2019

Verrückungen:

Luc Ciompi, Affektlogik:

"Sargant wies [für diverse] >Verrückungen< [(religiöse und andersartige Bekehrungserlebnisse, Initiationsriten, Kriegs- und Schreckneurosen, Gehirnwäschetechniken, ...)] einen immer wieder ähnlichen Grundmechanismus nach, wonach ein System von Überzeugungen, Wertmaßstäben, Wahrnehmungs- und Verhaltensweisen etc. - kurz, ein umfassendes >affektlogisches Bezugssystem< in unserer Sicht - zunächst durch widersprüchliche und devalorisierende Botschaften systematisch in Frage gestellt, dann durch simultane Belastungen auf allen nur möglichen Ebenen überfordert und schließlich auf einem krisenhaften, stark mit Emotionen (ambivalent-angstvollen Erwartungen aufgrund von Drohungen, Versprechungen etc.) aufgeladenen und eventuell nur durch körperliche Schwächung (Schlafmangel, Hunger) begleiteten Höhepunkt völlig destabilisiert wurde. Im entscheidenden Zustand höchster Sensitivität, Suggestibilität und Verwirrung; in dem - nicht selten bei gleichzeitigem Auftauchen psychoseartiger Verhaltensweisen - alle bisherigen Bezugssysteme aufgegeben wurden bzw. zusammenbrachen, ließen sich dann mit relativ wenig Mühe ganz neue Überzeugungen, Wertvorstellungen etc. einpflanzen, die in Folge insbesondere dann stabil blieben, wenn die traumatischen Bekehrungserlebnisse noch von Zeit zu Zeit durch gleichartige >injections de rappel< wieder aufgefrischt wurden."

[Siehe auch: William James on Conversion]

Dienstag, 16. April 2019

Freeman Dyson - Mother's influence on my relationships:

Persönliche Nutzenmaximierung:

Zweckvolles Verhalten, Zielerreichung, steht im Mittelpunkt eines nutzenmaximierenden Lebens. Sind keine ethischen Hemmungen vorhanden, wird der Mitmensch rein als Mittel zur Zielerreichung aufgefasst.

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Der Standpunkt der persönlichen Nutzenmaximierung kann den Mensch dazu verleiten, sich selbst als ein Ding unter Dingen, als ein "Ding-wozu", als ein "Ding mit Zweck" zu erleben; ein äußerliches Selbstbild zu pflegen.

Übersprunghandlung:

"[I]ch zeichnete auch als erster auf, was jetzt >Übersprunghandlung< heißt. Zuweilen tun die Vögel gegen Ende eines langen Kopfschüttelns so, als wollten sie die Flügel putzen - es ist kein eigentliches Putzen, sie heben nur eine Flügelspitze mit dem Schnabel. Auch diese bedeutungslose Handlung ist ritualisiert und lenkt innere Spannungen in neue und belanglose Bahnen ab, wenn der Zwang, das Spiel fortzusetzen, und der andere, es abzubrechen, miteinander in Konflikt liegen. Das Kopfkratzen in Zuständen der Verwirrung ist eine ensprechende menschliche Übersprunghandlung."

Julian Huxley

[Siehe auch: Stereotypies]

Montag, 15. April 2019

Elternliebe:

Analog zum Selbstwert:

Wenn einem das eigene Kind etwas bedeutet, wenn einem sein Wohlergehen am Herzen liegt. Wenn ein aktives und fürsorgliches Eintreten für das Wohlergehen des Kindes statt findet.

Verzerrte Elternliebe macht sich im verzerrten Erleben von Bedeutung und Wichtigkeit des Kindes und in einer Verzerrung des Fürsorgeverhaltens bemerkbar.

Der Selbstwert:

Wenn ein Mensch sich selber etwas bedeutet / sich selbst Wichtigkeit beimisst.

Die Aussage legt nahe, ein verzerrten Erleben der eigenen Bedeutung als Kerncharakteristikum der Selbstwertverzerrung anzuführen.

"Sternstunde der Verhaltensevolution":

"[Mit der] Evolution der fürsorglichen, mütterlichen Brutpflege bei den Vögeln und Säugetieren [kam] die Liebe, definiert als persönliche Bindung, in die Welt."

Eibl-Eibesfeldt bezeichnet dieses Geschehen als Sternstunde der Verhaltensevolution.

Sonntag, 14. April 2019

Verständnis:

Wir verstehen einen Menschen, wenn wir ihn von seinen "Göttern" her sehen, d.h. wenn wir ihn von dem her sehen, was ihm wahrhaft etwas bedeutet.

Exploration and Play (II):

"Exploration and play with novel, inanimate objects decreases relatively rapidly, as an animal evidently becomes more familiar with the potentials of the object and as novelty wears off. More complex objects will be the focus of longer periods of attention (Welker 1956a. 1956b. 1956~). Conspecifics probably continue to elicit play because their complexity and their almost Infinite behavioral (play) repertoire renders them almost infinitely novel."

Suzanne Chevalier-Skolnikoff

Wertgewissheit:

Mit Gewissheit lässt sich sagen: "Mich spricht dies oder jenes an." Dies garantiert allerdings keineswegs, dass auch andere vom selben Gegenstand angesprochen werden.

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Langanhaltendes Interesse: Wenn eine Person von einer Sache, über Jahre oder Jahrzehnte hinweg, wieder und wieder angesprochen wird.

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[Siehe auch: Paul Silvia]

Die eigenen Gedanken:

"die eigenen urkräftigen Gedanken verscheuchen, um ein Buch zur Hand zu nehmen, ist Sünde wider den Heiligen Geist."

Arthur Schopenhauer

Gruppen:

Eine Gruppe ist mehr, oder kann mehr sein, als eine bloße Summe von Individuen, unter anderem auch deshalb, da das Gruppenleben von einem Wechselspiel der Genome der Gruppenmitglieder bestimmt wird, oder bestimmt werden kann.

[Siehe auch: Social Epistasis]

Reproductive Effort:

"Reproductive effort directly channels resources into the replication of genes. This can be done in three distinct ways: through mating effort (finding and attracting mates, conceiving offspring), parenting effort (investing resources in already conceived offspring), and nepotistic effort (investing in other related individuals)."

Marco Del Giudice

Donnerstag, 11. April 2019

Mozart über das Komponieren:

"Sie wünschen zu wissen, wie ich es anfange, wenn ich etwas Gutes oder Kraftvolles komponiere. Je nun, das will ich Ihnen, wie Sie es gleich lesen sollen, explicieren, aber besser kann ich's nicht.

Wenn ich gut aufgelegt und ganz in meinem Fache bin, wenn ich einen Wagen fahre, oder nach einem guten Mitagessen einen Spaziergang mache, oder wenn ich im Bette liege und nicht einschlafen kann, dann kommen mir die Ideen haufenweise;  wo sie herkommen, oder wie sie kommen, dies kann ich Ihnen nicht sagen. Die mir aber gefallen, die halt ich fest im Gedächtnis, zuweilen trillere ich solche (wie mir andere schon oft sagten) so vor mich hin. Wenn ich sie einmal fest gepackt habe, so gelingt es mir dann auch nach und nach aus dem ganzen Teige eine Pastete zu kneten, nach den Regeln des Kontrapunkts und nach der Natur der Beschaffenheit eines jeden Instruments. Ich gerate dann darüber in Begeisterung; wenn ich nicht gestört werde, so erweitern sich meine Ideen, entwickeln sich und werden immer klarer, und so ist die ganze Komposition in meinem Kopfe schon so weit zu Ende gebracht, dass, so groß und bedeutend sie auch sein mag, ich sie im Geist mit einem Blick übersehe, gerade so, als wie das Ganze eines schönen Gemäldes oder einer hübschen Figur sich vor meine Blicke stellt. Ich höre in meiner Einbildungskraft das Ganze auf ein Mal, nicht etwa nach und nach, wie es doch nachher nur gehört werden kann. ... - Die Verrichtung des Erfindens und der Fertigung geht in mir vor wie ein schöner Traum. Aber das Vermögen, alles so auf ein Mal hören zu können, dies ist das Allerschönste dabei. Was ich einmel so aufgefasst habe, vergesse ich nicht leicht wieder, und dies ist die größte Gabe, die mir Gott verliehen hat. Wenn ich alsdann anfange niederzuschreiben, so ziehe ich aus meinem Hirnkasten das hervor, was auf die Art, wie ich's Ihnen beschrieben habe, hineingekommen ist. Und weil also schon vorher das Ganze in meinem Kopfe war, so geht es auch mit dem Niederschreiben aufs Papier sehr geschwind."

"Aber wenn Sie mich fragen, wie es zugeht, dass alle meine Arbeiten die ihnen eigentümliche Mozartsche Manier haben und in nichts, auch nur im Mindesten, den Charakter von Kompositionen anderer Meister tragen, so kann ich Ihnen dies auf keine andere Art erklären, als dass es sich damit gerade so verhält als wie mit meiner Nase, welche durch ihre Biegung und Länge die echte Mozartsche Nase ist und die von allen andern Nasen verschieden ist. Ich suche die Originalität nicht, kann Ihnen aber auch von der meinigen keine genauere Erklärung geben. Warum sollte es denn in der Tat nicht ganz natürlich sein, dass die Menschen, von denen jeder seine eigene Physiognomie hat, auch im Innern sich eben so von einander unterscheiden müssten, wie sie im Äußern voneinander unterschieden sind? Ich weiß wenigstens, dass, was meine innere Physiognomie anbelangt, ich mir sie eben so wenig als meine äußere gegeben habe.

Nun aber, liebster Freund, bitte ich Sie gar schön, lassen Sie mich für immer in Ruhe und glauben Sie aber auch, dass ich, wenn ich diese Bitte tue, keinen anderen Grund dazu habe, als weil ich nicht um Stande wäre, Ihnen noch ein Wort darüber zu schreiben. Sie sind ein gelehrter Herr und werden kaum eine Vorstellung sich davon machen können, was ich für Mühe gehabt habe, um Ihnen nur so viel darüber zu schreiben."

Wolfgang A. Mozart

Beethoven über das Komponieren:

"Sie werden mich fragen, woher ich meine Ideen nehme? Das vermag ich mit Zuverlässigkeit nicht zu sagen; sie kommen ungerufen, mittelbar, unmittelbar, ich könnte sie mit Händen greifen, in der freien Natur, im Walde, auf Spaziergängen, in der Stille der Nacht, am frühen Morgen, angeregt durch Stimmungen, die sich bei dem Dichter in Worten, bei mir in Tönen umsetzen, klingen, brausen, stürmen, bis sie endlich in Noten vor mir stehen."

Ludwig van Beethoven

Mittwoch, 10. April 2019

Philosophie:

Dem Philosophierenden geht es primär darum, das Wunderbare aufzufinden; dem Guten, Wahren und Schönen nachzuspüren.

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Genialität: Der individuelle Umgang mit dem Guten, Wahren und Schönen;
(Warum spreche ich auf dieses oder jenes Verhalten besonders an? Wieso spreche ich auf diese oder jene Wahrheit / auf dieses oder jenes Erkennen besonders an? Warum spricht mich dieses oder jenes Phänomen in ästhetischer Hinsicht besonders an? Wieso spricht mich dieser oder jener Mensch / dieses oder jenes Menschliche besonders an? - Die Frage nach dem "Warum" ist oft weniger relevant, als die Feststellung, dass eine besondere Ansprechbarkeit vorliegt.)

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[Siehe auch: Wertansprechbarkeiten, Erlebnisunfähigkeit]

Ehe:

Ein zentraler Aspekt der Ehe:
Das Wechselspiel zweier Genome;

[Siehe auch: Social Epistasis]

Montag, 8. April 2019

Handlungsplanung:

1.) Was soll getan werden?
2.) Warum wird es getan?
3.) Wann sollte es getan werden?
4.) Wie wird es am besten getan?
5.) Wo sollte es getan werden?

Sonntag, 7. April 2019

Dystopien - negative Möglichkeiten:

Friedrich Nietzsche machte sich Sorgen, dass eine Menschheit entstehen könne, für die nichts Wunderbares mehr existiert: "Was ist Liebe? Was ist Schöpfung? Was ist Sehnsucht? Was ist Stern?" - so würden dann, blinzelnd, restlos ernüchterte Erdenbewohner fragen.

Samstag, 6. April 2019

Das Wunderbare, höheres Erleben:

Das Wunderbare an dieser Welt erschließt sich dem inneren Erleben, nicht aber der Ratio.

Salopp: Die Ratio, rein für sich genommen, ermöglicht nicht die Wahrnehmung von Wertgehalten.

Oder anders: Das >Wertvolle< an einer Sache eröffnet sich einer rein nüchternen Betrachtung nicht.

Mittwoch, 3. April 2019

Caring:

"For most people, genuine caring is intrinsic to relationships with parents, siblings, and spouses. It also extends to friends and sometimes especially intensely to dogs and cats."

Randolph Nesse

Montag, 1. April 2019

Begeisterung und Kritik:

Begeisterung:
Ja-Haltung | bejahende bzw. anstrebende Haltung

Kritische Haltung:
Nein-Haltung | ablehnende bzw. zurückhaltende Haltung

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Das pure Nein ist ebenso unbrauchbar wie das pure Ja. Erst das differenzierte Wechselspiel von Ja und Nein schafft Gegenstände von bleibendem Wert.

Samstag, 30. März 2019

Schlüssel zum Mitmenschen:

Die warme und echte Interessiertheit; das warm und echt empfundene Interesse;

Oder anders: Die freundliche Zuwendung zum Mitmenschen gepaart mit dem Wunsch, etwas über den Mitmenschen, den Mitmenschen selbst, zu erfahren;

Ein echter Menschenkenner schaut gleichsam durch den Wust nebensächlicher Handlungsabsichten, Gedanken, Gefühle und Empfindungen hindurch, und versucht, das dem Menschen Wesentliche aufzuspüren, zu finden.

Irrtum:

"[E]in [eigentlich] >unechtes Wissen< gibt es nicht. Es gibt wohl das Unwahre in unserem Wissen, den Irrtum, die Täuschung. Aber es gibt nicht das wissenschaftliche Festhalten daran aus der Initiative der Erkenntnis heraus. Was wir unser "Wissen" nennen, ist gewiss zu allen Zeiten ein Gemisch von Erkenntnis und Irrtum. Aber der Irrtum ist nicht Fälschung; er ist nicht unechtes Für-Wahr-Nehmen, sondern echtes."

Nicolai Hartmann

Freitag, 29. März 2019

"Die Talente mancher Kinder entfalten sich am ehesten unter dem Einfluss guten Unterrichts. Andere Jungen und Mädchen (nicht selten sind es die kreativsten) verweigern sich dem formalen Unterricht; sie bleiben im Wesentlichen Autodidakten, von dem Drang beseelt alleine zu lernen und zu forschen. ... Die unersättliche Aneignung und Nachahmung unterschiedlicher Vorbilder mögen an sich nicht kreativ sein, sind aber oft Vorboten künftiger Kreativität. Kunst, Musik, Film und Literatur können - in nicht geringerem Maße als Fakten und Informationen - für eine besondere Form der Bildung sorgen. Arnold Weinstein spricht in diesem Zusammenhang vom >stellvertretenden Eintauchen in das Leben anderer, das uns neue Augen und Ohren verleiht<."

Oliver Sacks - Der Strom des Bewusstseins

Donnerstag, 28. März 2019

Spielverhalten, Ernstverhalten:

"Eine Voraussetzung für das Spielen ist, dass die dem Ernstverhalten zugrunde liegenden motivierenden Systeme nicht durch starke physiologische Bedürfnisse (Hunger) und/oder äußere Umstände (Angst) aktiviert werden, denn sonst ist es dem Tier oder dem Menschen nicht möglich, seine Handlungen von den sie normalerweise aktivierenden Instanzen abzuhängen."

Irenäus Eibl-Eibesfeldt

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Interessant ist bestimmt die Frage, wie sehr jemand das Können perfektioniert, angemessen zwischen Spielverhalten und Ernstverhalten zu wechseln. So zeigen Personen im Zustand der Überdrehtheit tendenziell auch dann "Spielverhalten", wenn es einer gegebenen Situation nicht angemessen, wenn es nicht situationsadäquat ist. Analog hierzu findet sich bei depressiven Personen tendenziell auch dann kein Spielverhalten, wenn es angemessen wäre.
"People often think of play as frivolous or trivial, and they are right. As I have explained, play is activity conducted for its own sake rather than to achieve serious real-world goals such as food, money, praise, escape from a tiger, or an addition to one’s résumé. It is activity that takes place at least partly in a fantasy world. So it is indeed trivial! But here is the most delicious of play’s paradoxes: the enormous educative power of play lies in its triviality."

"Play serves the serious purpose of education, but the player is not deliberately educating himself or herself. The player is playing for fun; education is a by-product. If the player were playing for a serious purpose, it would no longer be play and much of the educative power would be lost."

"Fear and concerns about evaluation tend to freeze the mind and body into rigid frames, suitable for carrying out well-learned habitual activities but not for learning or thinking about anything new. In the absence of concern about failure and others’ judgments, children at play can devote all their attention to the skills at which they are playing."

"A playful activity that becomes too easy loses its attraction and ceases to be play."

Peter Gray - Free to Learn
>Play of all sorts has “time-in” and “time-out,” though that is more obvious for some forms of play than others. Time-in is the period of fiction. Time-out is the temporary return to reality—perhaps to tie one’s shoes, or go to the bathroom, or correct a playmate who hasn’t been following the rules. During time-in one does not say, “I am just playing,” any more than does Shakespeare’s Hamlet announce from the stage that he is merely pretending to murder his stepfather.<

Peter Gray - Free to Learn

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Der Wechsel zwischen verspieltem und ernstem Verhalten - ohne Ankündigung;

The meaning of the PE (II):

Bruce Charlton:

"If peak experiences are not a guarantee of objective truth; what do they signify? My hunch is that a scientific PE is some kind of personal guarantee of the subjective truth of an insight. In other words, scientific PEs are a marker which the mind attaches to those of its insights the mind considers most profound - albeit having made that decision largely as a result of subconscious, inaccessible processing. The PE is therefore a signal that states: 'This is good stuff, by your standards - maybe the best you are capable of, under current circumstances. Don't ignore it, don't forget it, and try to understand it'. The PE seems to function as a means of focusing attention - the characteristic emotion asserts that the marked insight is something we should dwell upon, puzzle over, sort out - do something about. It seems to me that a vital component of the PE is exactly this sense of a call to action in the sense of making a decision, changing our lives. The PE is not - or should not be - simply a passive feeling of happiness and insight. Indeed, episodes of quiescent bliss and idiosyncratically personal insight are easily confused with PEs."

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"Peak experiences may be associated with insights that are wrong but for the right reasons. In other words, the scientist has done the best possible job of making sense of things at that particular stage in history - but later developments will overthrow their insight."

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"The typical insight associated with a PE is integrative in nature, with the sense of meaningfulness that comes from assembling the right things in the right order to make some kind of sense from them."

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"The peak experience of scientific creativity does not merely constitute a simple elegant and compelling arrangement of data that is already in the mind; the PE involves an insight into which of facts are the important ones, and how they are related to one another by causal processes."

Dienstag, 26. März 2019

Ja und Nein:

A) die kühle Welt des Neins

B) die warme Welt des Jas

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A) die kühle Welt des ernsten Verhaltens

B) die warme Welt des verspielten Verhaltens

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[Siehe auch: Play]

Humour and playfulness:

"Humorous people often behave playfully and playful people tend to have a good sense of humour. At face value, play and humour are connected."

Patrick Bateson

Play:

"Play is, first and foremost, an expression of freedom. It is what one wants to do as opposed to what one is obliged to do."

Peter Gray, Free to Learn

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"The joy of play is the ecstatic feeling of liberty. Play is not always accompanied by smiles and laughter, nor are smiles and laughter always signs of play; but play is always accompanied by a feeling of Yes, this is what I want to do right now. ... Players not only choose to play or not to play, but they also direct their own actions during play."

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"The ultimate freedom in play is the freedom to quit. Because the players want to keep the game going, and because they know that other players will quit and the game will end if they are not happy, play is a powerful vehicle for learning how to please others while also pleasing oneself."

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"Research studies have shown repeatedly that adults who have a great deal of freedom as to how and when to do their work commonly experience that work as play, even—in fact, especially—when the work is difficult. In contrast, people who must follow others’ directions, with little creative input of their own, rarely experience their work as play."

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"To the degree that we engage in an activity purely to achieve some end, or goal, separate from the activity itself, that activity is not play. What we value most, when we are not playing, are the results of our actions. The actions are merely means to the ends. When we are not playing, we typically opt for the shortest, least effortful means of achieving our goal. The nonplayful student, for example, does the least studying that she can to get the “A” that she desires, and her studying is focused directly on the goal of doing well on the tests. Any learning not related to that goal is, for her, wasted effort."

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"Think of a cat preying on a mouse in contrast to a cat playing at preying on a mouse. The former takes the quickest route for killing the mouse. The latter tries various ways of catching the mouse, not all efficient, and lets the mouse go each time so it can try again. The preying cat enjoys the end; the playing cat enjoys the means. (The mouse, of course, enjoys none of this.) Another way of saying all this is to say that play is intrinsically motivated (motivated by the activity itself), not extrinsically motivated (motivated by some reward that is separate from the activity itself)."
Peter Gray - Free to Learn:

>Psychologist Theresa Amabile has devoted a distinguished career, mostly at Brandeis University, to studying creativity. In a typical experiment she would ask groups of people—sometimes kids, sometimes adults—to do a creative task, such as to paint a picture, make a collage, or write a poem, within a certain time period. Each experiment involved some sort of manipulation aimed at increasing the participants’ motivation. She would tell some but not others that their product would be evaluated and ranked for creativity, or that it would be entered into a contest, or that they could receive a reward for creative work.

When the projects were completed, she would have them all evaluated for creativity by a panel of judges who did not know about the experimental manipulations. Creativity is hard to define, but the judges showed significant consistency in their evaluations. They gave highest rankings to projects that were original and surprising yet also somehow satisfying, meaningful, and coherent.

The overriding result of the experiments was this: any intervention that increased the incentive to be creative had the effect of reducing creativity. In experiment after experiment, the most creative products were made by those who were in the non-incentive condition—the ones who worked under the impression that their products would not be evaluated or entered into contests and who were not offered any prizes. They thought they were just creating the product for fun. In the terminology of this chapter, they were playing.

If you want to increase the degree to which people will pull hard on a rope, or persist at some boring, repetitive task, such as shelling beans or copying sentences, you can succeed by giving them an incentive to perform better. If you enter them into a contest, or watch them conspicuously, or pay them well for excellent performance, their performance improves. But creativity doesn’t work that way. High incentive seems to foul up rather than improve the process. You can’t become creative by simply trying really, really hard. Creativity is a spark that comes when mental conditions are just right, and high incentive seems to mess up those conditions.

As Amabile herself points out, her findings are no surprise to people who make their living by being creative. Many highly successful novelists, playwrights, artists, musicians, and poets have written, or stated in interviews, that to think and produce creatively, they must forget about pleasing an audience, or pleasing critics, or winning prizes, or earning royalties. All such thoughts stifle creativity. Instead they must focus fully on the product they are trying to create, as if creating it for its own sake. For example, when the eminent novelist John Irving was asked whether he worried, when writing, about whether a book would sell, he responded, “No, no, oh no. You can’t, you can’t! ... When you’re writing, only think about the book.”<
"Success in farming generally depends on adhering to tried-and-true methods. Creativity is very risky; if a crop fails, a whole year’s food supply may be lost. Farmers, unlike hunter-gatherers, don’t regularly share food, so a family that loses its crop may starve."

Peter Gray

Kunst:

"Die meisten Menschen sterben, ohne jemals einen echten Kunstgenuss erlebt zu haben. Aber man ist übereingekommen, den Kitzel, den ein Walzer, oder die Spannung, die ein Roman erregt, dafür anzusehen."

Jose Ortega y Gasset


Manche Kunstwerke enthalten ein kraftvolles, schöpferisches Erleben, und können ein solches, unter geeigneten Bedingungen, im Aufnehmenden hervorrufen, die meisten Werke allerdings nicht.

Sonntag, 24. März 2019

Moral:

In einer gegebenen Situation, dasjenige tun, was einem am sinnvollsten erscheint. Nicht gegen das eigene Sinnempfinden handeln.

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Freiheit im moralischen Sinne würde bedeuten, dass der Mensch zwischen sinnvollem und sinnwidrigem Verhalten, zwischen Moral, Unmoral und Antimoral zu wählen hat.

Die Menschenwelt:

A. die Welt nüchterner, sprachlicher Gedankengänge

B. die Welt schöpferischer Einfälle

[Als mögliche und nicht notwendigerweise vollkommen scharfe Abgrenzung gegenüber den Erlebnismöglichkeiten der übrigen Tierwelt;]

Samstag, 23. März 2019

Ästhetisches Wünschen:

Der Mensch kann sich Zeit nehmen, etwas das ihm schön erscheint, anzuhören, anzuschauen, zu betrachten.

Musizieren:

Ein echt musikalischer Mensch, könnte man sagen, empfindet Liebe zum Schöpferischen, sofern er danach strebt, es gehäuft im Musizieren zu erfahren. [Auch Freundschaften leben davon, dass wir gerne und gerne regelmäßig an etwas, d.h. am Erleben des Freundes, Anteil nehmen.]

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Während der rezeptiven Aufnahme eines musikalischen Werkes klingen die schöpferischen Einfälle des Komponisten im Innern des Zuhörers an.
"In sophisticated circles originality and creativity have always been revered. But it has also been recognized that defining true creativity, in art, science, and other realms, as distinct from more waywardness, has been a fundamental difficulty. The genius and the oddity have too frequently been confused. Because what is newly created is strange, folklore has connected genius with oddity. Any new, successful biological variant - such as a hairless ape - is also strange, but it may be perfectly normal, if by normal we mean healthy and effective."

Raymond B. Cattell
"Ob der Welt durch große Genies im ganzen sonderlich gedient sei, weil sie doch oft neue Wege einschlagen und neue Aussichten eröffnen, oder ob mechanische Köpfe, wenn sie gleich nicht Epoche machten, mit ihrem alltägigen, langsam am Stecken und Stabe der Erfahrung fortschreitenden Verstande, nicht das meiste zum Wachstum der Künste und Wissenschaften beigetragen haben (indem sie, wenn gleich keiner von ihnen Bewunderung erregte, doch auch keine Unordnung stifteten): mag hier unerörtert bleiben."

Immanuel Kant

[Siehe auch: On genius]

Freitag, 22. März 2019

Komplexe Situationen:

"[U]nser Denken [ist] schnell überfordert, wenn eine Situation auch nur mäßig komplex wird. Dies hängt mit der äußerst beschränkten Verarbeitungskapazität unseres Arbeitsgedächtnisses und der damit eng verbundenen Konzentrationsfähigkeit zusammen."

Gerhard Roth

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"Unser Gehirn verfügt aber neben dem Aufmerksamkeitsbewusstsein über eine ganz andere Möglichkeit, Probleme zu lösen, nämlich das Vorbewusstsein[.] Es ist der Ort des intuitiven Problemlösens, und seine Fähigkeit zur Verarbeitung komplexer Information ist ungleich größer als die des bewussten Arbeitsgedächtnisses. Es ist nur nicht dem aktuellen Bewusstsein zugänglich. Die Berichte über große Entdeckungen und Erfindungen sind voll von ... >Einfällen<[.]"

Donnerstag, 21. März 2019

Künstlerische Kompetenzen:

Z.B.: Die Fähigkeit, selektiv die Tore der Wahrnehmung weit zu öffnen / das Bewusstsein mit ausgewählten Reizen zu fluten.

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Das selektive sich Öffnen für und sich Verschließen gegenüber Reizen; wählerische Zuwendung zu und Abwendung von Reizen;

Wut und Zorn:

Der Zornige bewahrt noch Abstand zu und Kontrolle über sich selber, der Wütende nicht.

Der Zornige bewahrt seine Haltung, der Wütende nicht.

Im Wutanfall wird der Mensch durch den Affekt gleichsam hinweggefegt.

[Siehe auch: Stolz]

Yeasayers, naysayers, alcohol and the physical sciences:

http://meinnaturwissenschaftsblog.blogspot.com/2018/05/yeasayers-and-naysayers.html

http://meinnaturwissenschaftsblog.blogspot.com/2017/05/william-james-on-alcohol-and-physical.html

Mittwoch, 20. März 2019

Absorbieren:

Das tiefe Aufnehmen von Information.

Mentors (II):

>we know from our own experience that the mentors who made a difference in our lives were seldom the ones who praised us effusively but those who demanded our best. At the end of it all, the praise may have been no more than the mentor looking up from our last, best effort and saying “Not bad.” That’s the praise we still cherish years later.<

Charles Murray
"Tellegen describes a visit that Mozart made to Leipzig, where he stopped at the church where Bach had been cantor. Apparently, he hadn't yet heard Bach's music, so someone obligingly played one of the master's cantatas. After a few seconds, Mozart shot up and said, "What's this?" Rapt, he focused intently on the glorious sound, then declared, "This is someone a fellow can learn from!" Savoring this anecdote of an incomprehensible genius attending to another, Tellegen says ..."

Winifred Gallagher

Dienstag, 19. März 2019

"Die Identität hat man dann gefunden, wenn man ein Interesse gefunden hat, eine Sache gefunden hat, bei der man sich selbst vollständig vergisst."

Konrad Lorenz

Ritualisierung:

Wolfgang Wickler:

"Ritualisierung impliziert also a) die Änderung einer Verhaltensweise mit Signalwirkung, b) unter dem Selektionsdruck besserer Verständigung, c) in Richtung auf größere Deutlichkeit und Unzweideutigkeit des Signals für den Empfänger."

Appetitive behaviour:

"The active, goal-seeking and exploratory phase of behaviour that precedes the more stereotyped consummatory behaviour that the animal exhibits when it reaches its goal. Upon reaching the goal, appetitive behaviour normally ceases."

Montag, 18. März 2019

Einfälle:

Wenn auch nicht exakt im Sinne von Plato, so ist es ein netter Gedanke, dass eine Welt von schöpferischen Einfällen existiert, an der wir teilhaben können.

Im Bereich der Kunst ist es wohl so, dass der Künstler von Einfällen, von "Ideen" lebt, die ihn überfallen bzw. zum Schaffen anregen.

Die Individualität eines Künstlers zeigt sich demnach auch oder insbesondere an der Beschaffenheit seiner Einfälle.

Sonntag, 17. März 2019

Tierpersönlichkeiten:

"Wenn man mir einwendet, dass Tiere keine Personen seien, so antworte ich, dass Persönlichkeit eben dort ihren Anfang nimmt, wo von zwei Einzelwesen jedes in der Welt des anderen eine Rolle spielt, die von keinem anderen Artgenossen ohne weiteres übernommen werden kann. Mit anderen Worten, Persönlichkeit beginnt dort, wo persönliche Freundschaft zum erstenmal entsteht."

Konrad Lorenz

[Siehe auch: Individuelle Bindung]

Lieder:

Nach langen Wanderungen, Ab- und Umwegen, die Heimkehr zu sich selber, das ist ein schönes Thema von Heldenliedern. In der Auseinandersetzung mit dem Unbekannten, der Ferne, fand ein Mensch sich selber.

Umgang mit Konflikten:

Angst und Mut:

(A) Fluchthaltung

(B) Angriffshaltung

Samstag, 16. März 2019

Kreativität:

>Kreativität besteht aus zwei getrennten Prozessen. Das neuronale Netz - oder Teile davon ...- liefert eine chaotische Masse möglicher Assoziationen, Entwürfe, Tonfolgen. Aber die fliegenden Gedankenfetzen dieses Brain-Stormings sind überwiegend unbrauchbar und wertlos. Bevor sie bewusst und mitteilbar werden, greift daher ein zweiter Prozess, die ordnende und auswählende Macht des Stirnhirns ein. Erst durch sein Wirken entstehen angemessene Beiträge zu einem Problem. Und nur, wenn es angemessen ist, erfüllt das Neue die Definition von "kreativ". Das Weglassen, Fort-Kritisieren, Auswählen ist also ein zentraler, untrennbarer Bestandteil des kreativen Schaffens. ... 

Kreativitätsforscher haben diesen Antagonismus aus wuchernden Material und strenger Auswahl in unterschiedlichen Begriffen und auf unterschiedlichen Betrachtungsebenen beschrieben. Auch diffuse Aufmerksamkeit .... liefert ja einen breiten Zugriff auf zu viele Daten. Ständig die Aufmerksamkeit zwischen der Fülle von Sinneseindrücken zu streuen, würde angepasstes Verhalten unmöglich machen und zur Diagnose Schizophrenie führen. Kreative Menschen brauchen daher die Fähigkeit, aus der Verstreutheit bei Bedarf wieder zur Fokussierung zu wechseln. Es ist wohl kein Zufall, dass sich die neuronale Sammellinse der Aufmerksamkeit im seitlichen Stirnhirn befindet. Besonders im linken. Und dass eine Leistungsschwäche derselben Region - also des seitlichen Stirnhirns beider Hemisphären, besonders aber der linken - unter der Bezeichung "Hypofrontalität" als eine neuronale Grundlage der Schizophrenie gilt.<

Konrad Lehmann - Das schöpferische Gehirn

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Filterschwäche & Kreativität:

Bei Personen mit "Filterschwäche" wird weniger Information automatisch weggefiltert, also gelangt tendenziell mehr Information ins Bewusstsein. Im Fall der Schizophrenie kann das solche Ausmaße erreichen, dass ein effektives Zurechtfinden in der Welt dauerhaft verhindert wird. D.h. diverse an dieser Erkrankung leidende Personen sind nicht mehr in der Lage, alltägliche Aufgaben zu bewältigen. Bei hoher Intelligenz und moderater Filterschwäche kann eine Person das Mehr an Information allerdings noch bewusst bearbeiten, selektieren und bewältigen. Das bewusste Filtern führt nun, verglichen mit dem automatischen Filtern, unter geeigneten Bedingungen zu kreativeren Resultaten.

[In meinen Augen macht sich solch eine moderate Filterschwäche in den Interviews des über 80-jährigen James Watson bemerkbar. Vergleicht man diese Interviews mit Interviews eines ebenfalls über 80-jährigen Freeman Dyson, tritt der Unterschied deutlich ins Auge. Wenn die Veranlagung für Schizophrenie aus dem Genom einer Bevölkerung restlos entfernt werden würde, so hätte das vermutlich auch einen negativen Effekt auf die Häufigkeit des Auftretens von kreativen Spitzenleistungen in eben dieser Bevölkerung.]

Ritualisierung:

"Das Beispiel der Tanzfliegen, ... ist vielleicht geeignet, uns [eine] wichtige Seite der Ritualisierung vor Auge zu führen, nämlich die neuentstehende Reaktion, mit welcher der Artgenosse, an den die symbolische Mitteilung addressiert ist, diese beantwortet. Die Weibchen jener Tanzfliegenarten, die nur mehr einen rein symbolischen Schleier oder Ballon überreicht bekommen, der des essbaren Inhalts ermangelt, reagieren offensichtlich auf dieses Idol genau so gut oder noch besser, als es ihre Ahnfrauen auf die durchaus materielle Gabe einer essbaren Beute taten. Es entsteht also nicht nur eine vorher nicht da gewesene Instinktbewegung mit bestimmter Mitteilungsfunktion bei dem einen Artgenossen, dem "Aktor", sondern auch ein angeborenes Verständnis für sie bei dem anderen, dem "Reaktor". Was uns bei oberflächlicher Beobachtung als "eine Zeremonie" erscheint, besteht häufig aus einer ganzen Anzahl einander gegenseitig auslösenden Verhaltenselemente. 
Die neuentstandene Motorik der ritualisierenden Verhaltensweise trägt durchaus den Charakter einer selbstständigen Instinktbewegung, auch die auslösende Situation, die in solchen Fällen weitgehend durch das Antwortverhalten des Artgenossen bestimmt wird, nimmt alle Eigenschaften der trieb-stillenden Endsituation an, die um ihrer selbst willen angestrebt wird. Mit anderen Worten, die ursprünglich anderen objektiven und subjektiven Zwecken dienende Handlungskette wird zum Selbstzweck, sowie sie zum autonomen Ritus geworden ist.
Es wäre geradezu irreführend, wollte man etwa die ritualisierte Bewegungsweise des Hetzens einer Stockente oder gar einer Tauchente als den "Ausdruck" der Liebe oder der Zugehörigkeit des Weibchens zum angepaarten Gatten bezeichnen. Die verselbstständigte Instinktbewegung ist kein Nebenprodukt, kein "Epiphänomen" des Bandes, das die beiden Tiere zusammenhält, sondern sie ist selbst dieses Band. Die ständige Wiederholung derartiger, das Paar zusammenhaltender Zeremonien gibt ein Gutes Maß für die Stärke des autonomen Triebes, der sie in Gang setzt. Verliert ein Vogel seinen Gatten, so verliert er auch das Objekt, an dem er seinen Trieb abreagieren kann[.]"

Konrad Lorenz (1963)

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Analog hierzu könnte man vielleicht die Riten mancher Ehepartner nicht bloß als "Ausdruck ehelicher Verbundenheit", sondern als "das Verbindende selbst" ansehen.

Freitag, 15. März 2019

Dieser Blog:

Hier hat sich in den letzten Jahren einiger Unfug angesammelt. Es ist somit an der Zeit, etwas aufzuräumen und den Blog umzugestalten. Auch möchte ich mich bei etwaigen Lesern für das Durcheinander von Auszügen aus naturwissenschaftlichen Texten und spekulativen Überlegungen entschuldigen. Der Blog ist primär als eine Art Lerntagebuch gedacht. Es akkumulieren weniger Beiträge als auf einem privaten Blog oder in einem tatsächlichen Lerntagebuch, da bei öffentlichen Blogs die Frequenz der Beiträge noch eher einen engeren Rahmen einhält und da die Inhalte der jeweiligen Beiträge stärker gefiltert werden. D.h. von meiner Perspektive aus hat ein öffentlicher Blog, verglichen mit einem privaten Blog oder Lerntagebuch, den Vorteil, dass ein solcher nicht gar zu sehr wuchert. In den nächsten sechs bis zwölf Monaten etwa, wird hier ein Gärungsprozess, im Idealfall: eine Verpuppung, stattfinden, bis schließlich der Inhalt dieses Blogs auf zwei Blogs aufgespalten bzw. überführt werden wird. Hiervon beinhaltet dann ein Blog die spekulativeren Beiträge und der andere Blog Auszüge naturwissenschaftlicher Texte und nüchtern-diszipliniertere Beiträge.

Stolz:

Die Fähigkeit, Haltung zu wahren; in guten und in schlechten Lebenslagen, in Freude und Leid.

(Z.B.: Die Aufrechterhaltung eines ehrlichen Verhaltens unter Gegenwind.)

Das Gegenteil einer "stolzen Moral" ist "Wohlfühlmoral", die sogleich das "als gut Erkannte" über Bord wirft, wenn es opportun erscheint.

Wissenschaft & Kunst:

"Selbstverständlich gibt es Unterschiede zwischen der künstlerischen und der wissenschaftlichen kreativen Spitzenleistung, aber sie gehen wahrscheinlich weniger tief und weit, als gemeinhin angenommen wird. In der Wissenschaft wie in der Kunst setzt der Erfolg Intuition und spezielle Begabungen voraus."

Hans Eysenck

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"Kunst und Wissenschaft begegnen sich im Schöpferischen. Beide bedürfen gleichermaßen der originellen Leistung, und diese begründet ihre Wahlverwandtschaft. Je größer das Genie, um so größer die Originalität des Werkes, das zu seiner Vollendung aber ebenso des Fleißes und der Disziplin bedarf."

Manfred Eigen

Donnerstag, 14. März 2019

Bevorzugungen:

Wickler Wolfgang, Uta Seibt - Prinzip Eigennutz:

"Ganz allgemein muss man fordern, soziale Bindungen in Form von Bevorzugungen zu beschreiben, also Verhaltensweisen zu nennen, die bevorzugt oder ausschließlich auf bestimmte Objekte, Orte oder Individuen gerichtet werden. Dasjenige Individuum, auf das solch eine Verhaltensweise bevorzugt gerichtet wird, ist dann definitionsgemäß der Partner; wird er zum Spielen aufgesucht, ist es ein Spielpartner, wird er zur Paarung aufgesucht. ein Kopulationspartner usw."

"Ganz offensichtlich ändert sich, wenn eine Bindung aufgebaut wird, nicht das Objekt oder das Individuum auf das sich die Bindung richtet, sondern vielmehr dasjenige Individuum, das die Bindung eingeht. Es lernt das Objekt oder den Bindungspartner kennen, und dieses Kennenlernen - ein Sammeln von Erfahrungen - ist es, das ein Revier in mein Revier, eine Mutter in meine Mutter verwandelt."

Genius:

Der Gedanke, dass uns etwas Schöpferisches zur Seite steht, das uns durch unser Leben begleitet, das wir aber auch vertreiben können.

Zielstrebiges Verhalten:

"the qualitative features of life which I consider essential: looseness of structure and tolerance of errors."

Freeman Dyson

"Conscientiousness: Protection of non-immediate or abstract goals and strategies from disruption."

Colin DeYoung


Fehlertoleranz übertragen auf das zielstrebige Verhalten des Menschen: Eine Person, die nicht locker lässt. Die ihre Ziele, trotz verrauschter Umwelt, trotz dem Vorhandensein von Ablenkungen und Störsignalen, effektiv verfolgt.

Somit lässt sich ein Mensch, unter anderem auch, über die Art und Weise charakterisieren, wie er mit Rauschen umgeht.

Salopp gesagt: Wie sehr ist jemand in der Lage, in einer verrauschten Umwelt nicht vom Weg abzukommen, oder, sofern er vom Weg abkommt, wieder auf den Weg zurückzufinden?

Mittwoch, 13. März 2019

Konstruktive Einstellung zum Mitmenschen:

Die Achtung vor dem freien Eigenleben des Mitmenschen als Kerncharakteristikum einer konstruktiven Haltung gegenüber dem Mitmenschen;

Im Zentrum einer sinnvollen Lebensführung stehen Verwirklichung und Aufrechterhaltung eines freien, werthaltigen Eigenlebens.

Dienstag, 12. März 2019

Apophenia as the Disposition to False Positives

Scott D. Blain, Julia M. Longenecker, Rachael G. Grazioplene, Bonnie Klimes-Dougan, & Colin G. DeYoung


Abstract

Positive symptoms of schizophrenia and its extended phenotype—psychoticism—are characterized by the inclusion of novel, erroneous mental contents. One promising framework for explaining positive symptoms involves “apophenia,” conceptualized here as a disposition toward false positive errors. Apophenia and positive symptoms have shown relations to Openness to Experience, and all of these constructs involve tendencies toward pattern seeking. Nonetheless, few studies have investigated the relations between psychoticism and non-self-report indicators of apophenia, let alone the role of normal personality variation. The current research tested relations among psychoticism, Openness, and apophenia, using a variety of behavioral tasks. Structural equation models tested associations between psychoticism, Openness, intelligence, and non-self-report indicators of apophenia comprising false positives in computerized tasks. In Sample 1, 1193 participants completed digit identification, theory of mind, and emotion recognition tasks. In Sample 2, 195 participants completed auditory signal detection and semantic word association tasks. Openness and psychoticism were positively correlated. Self-reported psychoticism, Openness, and their shared variance was strongly positively associated with behavioral apophenia, but not false negatives, even after controlling for intelligence. Standardized regression paths from Openness-psychoticism to apophenia were in the range of .68 to .94. Findings provide insights into the measurement of apophenia and its relation to psychoticism and Openness. Apophenia and pattern seeking may be promising constructs for unifying Openness with the psychotic spectrum and for providing an explanation of positive symptoms. Results are discussed in the context of possible adaptive characteristics of apophenia, as well as potential risk factors for development of psychotic disorders.

Openness, psychoticism, and functional connectivity

Scott D. Blain, Rachael G. Grazioplene, Yizhou Ma, & Colin G. DeYoung

Background: Psychosis proneness has been linked to heightened Openness to Experience, as well as cognitive deficits. Openness and psychotic disorders are associated with individual differences in the default and frontoparietal control networks, and the latter is also robustly associated with intelligence. We tested the hypothesis that functional connectivity of the default and frontoparietal networks is a neural correlate of the openness-psychosis spectrum. 

Methods: Participants in the Human Connectome Project (N = 1003, 534 females) completed self-report measures of psychoticism and Openness, as well as measures of intelligence. Resting state functional magnetic resonance imaging was used to identify intrinsic connectivity networks. Structural equation modeling revealed relations among the self-report measures, intelligence, and coherence of the default and frontoparietal networks. 

Results: Psychoticism and Openness were positively related to default network coherence and negatively related to frontoparietal network coherence. The shared variance of psychoticism and Openness was also associated with this pattern, showing a positive association with default coherence (β = .59, p = .001) and negative association with frontoparietal coherence (β = -.74, p < .001). Intelligence was positively related to frontoparietal coherence (β = .23, p = .001). 

Conclusions: Research suggests psychoticism and Openness are linked in part through their association with connectivity in neural networks associated with experiential simulation and cognitive control. We propose a model of the psychosis spectrum that highlights roles of the default and frontoparietal networks. Findings echo research on functional connectivity in patients with psychosis, providing evidence of shared mechanisms across the personality-psychopathology continuum.

Fingerzeige:

Man könnte vermuten, dass die Denkvorgänge eines genialen Forschers, im Gegensatz zu den Denkvorgängen eines gewöhnlichen Forschers, regelmäßig von Fingerzeigen von Innen befruchtet werden, die (im Idealfall) auf Relevanz oder Irrelevanz (akkurat) hinweisen. Salopp gesagt: Die Fingerzeige kommen vom "Genialen im Menschen", oder altertümlich: vom "Genius im Menschen". Obwohl man sich freilich zu vergegenwärtigen hat, dass auch Intuition fehlgreifen* kann, und dass im wissenschaftlichen Bereich Intuition, auch wenn sie dem Forscher noch so überzeugend erscheint, überprüft zu werden hat.

* Hans Eysenck: "Newton and Einstein were hugely intuitive, and mostly right; Marx and Freud were hugely intuitive, and mostly wrong."
"Ich füge allerdings hinzu, dass ich in der Verleihung eines Nobelpreises weder ein notwendiges noch ein hinreichendes Kriterium für die Genialität des Laureaten sehe, denn bei den ausgezeichneten Arbeiten kann es sich zwar um einen Geniestreich, sehr wohl aber auch um die konsequente Lösung eines Problems handeln, die aus einer Vielzahl weniger spektakulärer Einzelleistungen resultiert. Darüber hinaus gibt es geniale Leistungen, an denen ein Preis vorbeigegangen ist, da ihre Bedeutung erst zu spät erkannt wurde."

Manfred Eigen

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"Nobelpreisträger sind selten; sie haben Hervorragendes geleistet; sie sind vermutlich sehr intelligent; aber sehr viele von ihnen sind dennoch weit von einer Genialität entfernt."

Detlef Rost
"Nicht anders als in der Kunst sind auch am Gebäude der Wissenschaft nur wenige Meister, doch viele Gesellen tätig. Was wäre die Mathematik ohne Gauß, Riemann oder Hilbert, was die Physik ohne Newton, Einstein, Bohr oder Heisenberg? Die Frage, was die Musik ohne Mozart wäre, fände zwar die lapidare Antwort: eben eine >Musik ohne Mozart<. Doch wäre in diesem Falle die Musik von Beethoven oder Brahms so, wie wir sie heute kennen und schätzen?"

Manfred Eigen
"Die größten Ereignisse - das sind nicht unsre lautesten, sondern unsre stillsten Stunden."

Friedrich Nietzsche

Grenzen:

"[Die klassische] Tragödie, in der der Held die ihm gesetzten Grenzen verletzt und infolge dessen seinen Untergang heraufbeschwört ..."

Manfred Eigen

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Der Mensch kann, vor lauter Übermut, das Einhalten der Spielregeln zur Gänze unterlassen.

Montag, 11. März 2019

Boredom and Creativity (II):

>Sammy Davis Jr once said that he thought boredom was a great help to creativity, because when you start getting bored without constant external stimulation, that's when stuff starts coming up from the inside, which is really what creativity is about.<

Rewriting (II):

"I wrote this script. I liked this script very very much. Because I am always been a bit disorganized I lost it. And I couldn't find it anywhere. And I was pretty disappointed. But I sat down and I forced myself to rewrite it from memory. And it didn't take terribly long. And then I found the original. And fortunately I was curios enough to compare the two. And what I discovered was, the one that I had rewritten from memory was noticeably better than the original that I had lost."

Switches (II):

Families and how to survive them - Robin Skynner & John Cleese:

John: I've read that normal babies are programmed to smile at the mother's face from very early on, before they can have any idea what they're smiling at, and that the baby's smiling engages the mother's feelings so she enjoys and loves the baby more.

Robin: Correct. An abnormal baby may fail to switch on the mother, so her maternal instincts don't get the go-ahead. Then she has to do everything from her head, from books, whether she wants to or not.

John: So the problem can be on either side?

Robin: Yes. Some experts think it's always the baby, but all the evidence I've seen suggests that there's a range, from one extreme where the parents do seem to be very cut off from their feelings, to the other where it's very hard to understand how they could have ended up with such a turned-out, abnormal child.

Sonntag, 10. März 2019

Schlüsselaspekt der Ehe:

Das wechselseitige Anteil nehmen am Erleben des Andern.

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Man könnte den Aspekt auch als einen Kernaspekt unter mehreren Kernaspekten nennen. Sofern es um eine tiefere Verbindung zwischen zwei Ehepartnern geht, kommt dem wechselseitigen Anteil nehmen zentrale Bedeutung zu. Im Idealfall richtet sich starkes Interesse auf das wertvollere Erleben des jeweils Andern.

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In wertvoller, in genialer Verbundenheit leben, und dennoch, dem jeweils Andern, Eigenraum gewähren. Das ist, in meinen Augen, das Ideal der Ehe.

Wissenschaft:

In der Wissenschaft geht es um das Generieren von neuen und relevanten Aussagen, und um das Testen oder Absichern dieser Aussagen. Beim Testen denkt der Forscher ungefähr folgendermaßen: "Ich schaue anhand gesammelter Daten nach, ob die von mir generierte Aussage auch stimmen könnte." Ein Hypothesentest führt entweder zu der Bekräftigung einer bestimmten Aussage, oder dazu, dass die Aussage abgeschwächt und gegebenenfalls verworfen wird.

[Siehe auch: Erkunden und Sichern]

Samstag, 9. März 2019

Nähe und Distanz:

"Der Tanz zwischen Nähe und Distanz bezieht sich auf die Tatsache, dass wir als Menschen sowohl auf Nähe zu anderen Menschen als auch auf Distanz zu ihnen angewiesen sind. Nähe und Distanz betrachten wir als menschliche Grundbedürfnisse[.]"

Markus Fischer

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Salopp gesagt: Zwischen manchen Personen steht ein dauerhaftes Distanzbedürfnis. Aber es empfindet der Mensch auch für Personen, die ihm nahe stehen, nicht zwingenderweise ein permanentes "Nähebedürfnis". Und vermutlich variiert das Bedürfnis nach "Eigenraum" oder nach "Eingenräumen" interindividuell nicht unerheblich.

Bezogen auf die Ganztagsschule: Hier wird gerade individualistisch eingestellteren Jugendlichen der Wunsch nach Eigenräumen untergraben. Auch wenn Ganztagsschulen oft als wichtige kognitive Treibhäuser dargestellt werden, stehen sie dem Autonomiebestreben mancher Jugendlicher, d.h. manch ernst empfundenem Wunsch nach Eigenraum oder Eigenräumen, entgegen.

Freitag, 8. März 2019

Erkunden und Sichern:

"Daher ist das die Fessel, durch welche die Dinge dort bleiben wollen, wo sie sind, und nicht verlieren wollen, was sie haben. Doch ist auch dies die Fessel, durch welche sie allüberall sein wollen und haben wollen, was nicht da ist. [Das] Gefallen am schon Besessenen, [das] Begehren und Streben nach dem Entfernten und möglicherweise In-Besitz-zu-Nehmenden ...;"

Giordano Bruno - Über fesselnde Kräfte im Allgemeinen

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Kernthema der Mathematik ist z.B., das Absichern von Aussagen durch Beweise. Aber auch hier spielt das Erkunden eine wesentliche Rolle.

Unterstreichen:

Nie Stellen eines Buches unterstreichen, wenn sie nicht die Aufmerksamkeit gefesselt haben. Erst dann eine Stelle unterstreichen, wenn sie die Aufmerksamkeit gefesselt hat.

Consciousness:

"I propose, then, that we do not characterize consciousness as a kind of mental mirror, but as the exercise of the (learned) skill of "spelling-out" some feature of the world as we are engaged with it."

"the subtlety, the range, and the aptness of exercise of the skill varies markedly among individuals"

"Colloquially, to spell something out is to make it explicit, to say it in a clearly and fully elaborated way, to make it perfectly apparent."

Herbert Fingarette

Pleasing or withdrawing:

Pleasing or withdrawing: Differences between dependent and self-critical depression in psychosocial functioning following rejection, P & ID, April 2019


Highlights
  • Different depression subtypes had different functioning when faced with rejection.
  • Individuals with dependent depression increased both state dependency and state self-criticism after rejection.
  • Individuals with self-critical depression decreased state dependency and increased state self-criticism.
  • Individuals with dependent depression showed increased people-pleasing behavior.
  • Individuals with self-critical depression responded with social withdrawal.

Donnerstag, 7. März 2019

Liebe:

Manche Formen der Liebe gehen wohl mit dem Wunsch einher, ein bisschen mehr so werden zu wollen, wie die Person, die man liebt.

[Siehe auch: Love]

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Oder anders: Durch das regelmäßige Teilhaben an den Vorzügen einer anderen Person, eignet man sich diese Vorzüge zu gewissen Teilen an.

[Es müssen sicherlich gewisse Voraussetzungen erfüllt sein, dass ein Mensch echt am Erleben eines bestimmten anderen Menschen tiefer Anteil nehmen kann. Rezeptivität lässt sich nicht beliebig hervorzaubern, so verdeutlicht es, an einem Extremfall, das Hunde-Beispiel von William James.]

Mittwoch, 6. März 2019

Mit dem Kopf durch die Wand:

"Es zählt wohl zu den Eigenschaften unsichtbarer Wände, dass sie schwer sichtbar zu machen sind."

Rupert Riedl

Ehrlichkeit auf moralischem Gebiet:

Nicht so zu tun, als ob einem etwas wertvoll erscheint, wenn es einem nicht wertvoll erscheint.

Nicht so zu tun, als ob einem etwas schön erscheint, wenn es einem nicht schön erscheint.

Nicht so zu tun, als ob einem etwas wahr erscheint, wenn es einem nicht wahr erscheint.

Nicht so zu tun, als ob einem etwas liebenswert erscheint, wenn es einem nicht liebenswert erscheint.

Nicht so zu tun, als ob einem etwas hassenswert erscheint, wenn es einem nicht hassenswert erscheint.

Kurz: Die Vermeidung, ein Wertempfinden auszudrücken, das sich im eigenen Innern nicht findet.

Dienstag, 5. März 2019

The enchanting pebble:

The enchanting pebble:

"What makes [the Adelie] penguin so special? To us, pebbles are just ugly stones/rocks found along beaches. To the Adelie penguin, these pebbles are their most prized possession. A pebble to them is equivalent to a diamond for human.

Adelie penguin uses pebbles and other small rocks to make their nests. Because they live on the frozen, barren Antartica coast, pebbles can be scarce and hard to find. Often, these penguins are notorious for stealing each other pebbles and fighting ferociously over these precious little rocks.

These precious pebbles possess yet another enchanting purpose. During courtship, the male will present the female with a pebble as a gift. If the female accepts the generous gift, they bond and mate for life. These pebbles hold considerable value and they are also symbols of affection toward a mate. It’s actually quite touching that he would give one away when he’s fighting ferociously to defend his pebbles.

This courtship/mating ritual is not only evident in the Adelie penguins, but also in the Gentoo penguins."

[via Massimo]

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Bei der menschlichen Werbung geht es auch, aber nicht exklusive, darum, dass der Werbende zeigt, was er gut oder am besten kann. Wenn die Umworbene nicht darauf anspricht, dann kann der Werbende entweder nichts, oder er umwirbt schlichtweg die falsche Person.
"the study of the causes of variation of any variable phenomenon, from the yield of wheat to the intellect of man, should be begun by the examination and measurement of the variation which presents itself."

Ronald Fisher

Small Teams:















[Link]

Forschung:

Sehr naiv (und schwarz-weiß) gedacht: Es findet sich die Idee einer Forschung unter "Ausschaltung des Subjekts". Forschung ist dann Business. Und der Forscher hat bei hinreichender Kompetenz jede Frage zu bearbeiten, die an ihn herangetragen wird und die ausreichend entlohnt oder belohnt wird. Dementgegen kommt es bei einer Forschung unter "Miteinbezug des Subjekts" darauf an, sich bei der Wahl der Forschungsfragen regelmäßig vom persönlichen Interesse / Erkenntniswunsch / von der eigenen "Muse" beraten zu lassen, welches Thema denn besonders interessant und bedeutsam sein könnte.

Sonntag, 3. März 2019

Das Schöne:

Überspitzt: Das Schöne kennzeichnet sich dadurch, dass es keine oder wenige Störsignale enthält.

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Einen Text polieren: Störsignale / das Rauschen entfernen.

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Plappern: Artikuliertes Hintergrundrauschen.

Verspieltheit:

"Auf, ihr Frauen, so entdeckt mir doch das Kind im Manne!"

Friedrich Nietzsche

Manche Frauen tendieren dazu, das Kind im Partner hervorzukitzeln / ans Tageslicht zu bringen.

[Siehe auch: Der Spielmodus]

Johnstone on Inspiration (II):

>An artist who is inspired is being obvious. He's not making any decisions, he's not weighing one idea against another. He's accepting his first thoughts. How else could Dostoyevsky have dictated one novel in the morning and one in the afternoon for three weeks in order to fulfil his contracts? If you consider the volume of work produced by Bach then you get some idea of his fluency (and we've lost half of it), yet a lot of his time was spent rehearsing, and teaching Latin to the choirboys. According to Louis Schlosser, Beethoven said: 'You ask me where I get my ideas? That I can't say with any certainty. They come unbidden, directly, I could grasp them with my hands.' Mozart said of his ideas: 'Whence and how they come, I know not; nor can I force them. Those that please me I retain in the memory, and I am accustomed, as I have been told, to hum them.' Later in the same letter he says: 'Why my productions take from my hand that particular form and style that makes them Mozartish, and different from the works of other composers, is probably owing to the same cause which renders my nose so large or so aquiline, or in short, makes it Mozart's, and different from those of other people. For I really do not study or aim at any originality.'<

Keith Johnstone