Dienstag, 30. Januar 2018

Prospection:

"We propose that prospection is fundamentally about acknowledging that, viewed from the present, the future consists of sets of multiple alternative possibilities, some of which are incompatible with each other, so that some will come true and others will not. Indeed, the very fact of some particular possibilities coming true will prevent others from coming true."

Consciousness of the Future as a Matrix of Maybe
R. F. Baumeister, H. Maranges, H. Sjåstad (2018)

Fluent writing:

"good writing must read like the author talking to the reader; and to read like that, it must be written like that. If the author has stopped in his writing for two minutes and has sat, thinking, with a vacant look on his face, then the reader is bound to feel it somehow. There is nothing on paper to show this interval, but it's there nevertheless, disturbing the communication between their minds like static. It's as if a speaker should suddenly stop talking and treat his audience to two minutes of utter silence while he is thinking of what to say next.
This sense of the writer talking without a break to his reader, this invisible mark of an easy flow of words is the most important thing there is about writing. It is there and will come through if you know what you are going to say beforehand and put on paper in one go, simply talking to your reader on paper; it isn't there if you write in any other way. It cannot be faked; and there is no substitute method of writing that will have the same effect."

Rudolf Flesch - How to write, speak and think more effectively

Montag, 29. Januar 2018

Ziele:

Will man Unterschiede in der subjektiven Bedeutung einzelner Ziele ermessen, lässt sich folgende Frage stellen: Welchen Aufwand, welches Investment, welche Opfer bist du bereit auf dich zu nehmen, um das jeweilige Ziel zu erreichen?

Wolfgang Wickler über Monogamie und geschlechtliche Fortpflanzung:

"Da umgekehrt durchaus nicht alle sich paarenden Tiere in Einehe leben, sind also auch Einehe und Paarung voneinander unabhängig. Beides kommt aber auch unabhängig von der Brutpflege vor. Brutpflege gibt es schon bei niederen Tieren, die anonym, ohne Partnerkontakt, Nachkommen zeugen: Mehrere Seesterne pflegen die Jungen am Körper der Mutter, die Lepasterias entwickeln sich wie bei vielen Muscheln am Mutterkörper. Die zu den Fahnenquallen der Tiefsee gehörige Stygiomedusa bringt zehn Zentimeter große lebende Junge zur Welt. Die einehigen Schmetterlingsfische dagegen kümmern sich nicht um die Eier oder um die daraus schlüpfenden Larven, und manche Vögel, die keine Brutpflege mehr betreiben, weil sie zu Brutparasiten geworden sind, leben dennoch in Einehe, so z.B. der afrikanische Glanzkuckuck Chrysococcyx caprius, der Girlitzweber Anomalospiza imberbis und wohl auch die Schwarzkopf-Ente (Heteronetta atricapilla).
Wozu ist dann die Monogamie in diesen Fällen gut? Sie hat denselben Effekt, den viele niedere Tiere dadurch errreichen, dass die Geschlechtspartner zusammenwachsen (z.B. unter den Saugwürmern das Doppeltier Diplozoon oder der Pärchenegel, Schistosomum, die Erreger der Bilharziose). Das kommt aber selbst unter Wirbeltieren vor, z.B. bei den Tiefsee-Anglerfischen (Ceratias). So brauchen die Geschlechtspartner einander nicht lange zu suchen. Jedes Suchen birgt die Gefahr eines Irrtums, und wenn verschiedenartige Tiere irrtümlich ihre Geschlechtszellen zueinanderbringen, dann entstehen Hybride, die steril oder anderweitig geschädigt sein können. Wichtiger aber ist, dass namentlich nahe verwandte Arten, die noch miteinander fruchtbare Nachkommen haben könnten, veschieden spezialisiert sind, und zwar in Hinblick auf ihre Nahrung, den Wohnraum und sonst einen Teil der Umwelt. Durch solche unterschiedliche Spezialisierung nutzen sie die bestehenden Lebensmöglichkeiten besser aus und verhindern gegenseitige Konkurrenz. Ganz vereinfacht gesagt: Eine Tierart, die Gras frisst, kann nur eine beschränkte Anzahl von Individuen auf einer bestimmten Weidefläche dulden; entsteht eine Nachbarart, die Blätter von Bäumen frisst, so können deren Individuen ruhig auch auf der Weide wohnen, denn sie machen den Grasfressern keine Konkurrenz. Wichtig ist dann aber, dass die Grasfresser die Blattfresser erkennen können, weil sie diese sonst wie überzählige Grasfresser vertreiben. Also müssen sich die Arten äußerlich unterscheiden. Diese Signale sind ferner nötig, wenn es um die geschlechtliche Fortpflanzung geht; denn wenn Hybride entstehen, geht die gewonnene Spezialisierung wieder verloren. Also müssen die Tiere den artgleichen Geschlechtspartner erkennen; dazu genügt, dass ein Geschlecht von Art zu Art verschieden ist und das andere Geschlecht nach diesen Unterschieden wählt. Bei vielen Tieren ist das Weibchen mit der Brutpflege beschäftigt, würde durch auffällige Farben also sich und die Jungen sehr gefährden. Deshalb sind in diesen Fällen Männchen auffällig, haben ein Prachtkleid, und zwar von Art zu Art verschieden; die Weibchen aber wählen. Am schönsten sichtbar ist das Phänomen an der Kontrastbetonung bei nah verwandten Tierarten, die aneinandergrenzende Regionen bewohnen; dort, wo sie nebeneinander vorkommen und eine Verwechslungsmöglichkeit besteht, weichen sie in den Erkennungssignalen, Gesängen und Farbmustern stärker voneinander ab als an den entgegengesetzten Enden der Verbreitungsgebiete, wo nur je eine Art vorkommt. Lebewesen, die nicht wählen und das Zusammenführen der Geschlechtzellen weitgehend dem Zufall überlassen, leiden an ständiger Hybridisierung, die alle Ansätze zu verschiedenen Spezialisierungen und damit zu neuen Artbildungen wieder zunichte macht. Typisch ist das für Pflanzen, die sich ihre Geschlechtspartner nicht suchen können; und obwohl das Pflanzenreich viel älter ist als das Tierreich, gibt es doch heute [um ein Vielfaches mehr] Tierarten [als] Pflanzenarten. Die oft sehr verschiedenen Prachtkleider dienen also dazu, Irrtümer bei der Wahl der Geschlechtspartner zu vermeiden. Je öfter ein Individuum zur Fortpflanzung kommt, desto öfter muss es wählen, und desto eher könnte es sich dabei einmal irren, zumal dann, wenn die Partner sich nur kurz begegnen, kopulieren und wieder auseinandergehen. Je länger sie zusammenbleiben, desto leichter können sie den anfänglichen Irrtum bemerken und korrigieren; wenn sie dauernd zusammenbleiben vermeiden sie eine neue Wahl und die damit verbundene Gefahr eines Irrtums. Vergleiche innerhalb bestimmter Tiergruppen haben gezeigt, dass tatächlich dauermonogame Tiere mindestens ebenso gut, wenn nicht sogar besser gegen Fehlpaarungen geschützt sind als diejenigen ihrer Verwandten, die keinen festen Paare bilden, selbst wenn sie extrem auffällige und von Art zu Art verschiedene Prachtkleider entwickelt haben. Man kann das an tropischen Buntbarschen ebenso sehen wie an Paradiesvögeln und findet damit zugleich eine Erklärung dafür, dass die nicht-paarbildenden Arten stark unterschiedlich gefärbte Geschlechter und deutliche Prachtkleider haben, die monogamen Tiere aber in der Regel nicht: Die Monogamie ersetzt das Prachtkleid. Sie verhindert Fehlverpaarungen und damit die Verschwendung von Zeit und Keimzellen, bewahrt somit die Arteigentümlichkeiten. Und diese Bedeutung hat die Monogamie unabhängig davon, ob Elterntiere Brutpflege betreiben oder nicht. Monogamie ist also funktionell unabhängig von Brutpflege, kann aber auch im Dienste der Brutpflege gestellt werden. Das körperliche Zusammenwachsen der Geschlechtspartner könnte man >Körper-Ehe< nennen. In der echten Dauerehe bleiben die Individuen unabhängig voneinander beweglich, sie verwachsen sozusagen im Verhalten miteinander, und sie erkennen einander individuell. Eine Zwischenstufe zwischen beiden ist die >Ortsehe<; dabei binden sich die Partner an denselben Wohnplatz oder dasselbe Nest, nicht aber direkt aneinander. Die Blinde Höhlengrundel (Typhoglyphius californiensis) lebt ihr ganzes Leben lang paarweise in den Gängen, die ein Maulwurfskrebs im Meeresboden anlegt; jeder dieser Fische vertreibt alle gleichgeschlechtlichen Rivalen und duldet den andersgeschlechtlichen Partner, der sich denselben Wohnplatz erkoren hat. Man kann ohne weiteres das Männchen oder das Weibchen gegen ein anderes austauschen. Auch der Storch bevorzugt den Horst vor dem Partner: Storch und Störchin sind nicht miteinander, sondern jeder mit dem Nest >verheiratet<, sie sind ortstreu, aber nicht partnertreu."

Wolfgang Wickler - Sind wir Sünder?, 1969

facts & inferences:

"remembering facts is much easier than making inferences and deductions."

Charles Murray

The function of memory:

"Evolution works only on how memory influences fitness, not for how accurately memory reflects the past per se. In this sense, accurate prediction is more important than accurate recall. Indeed all memory systems are inherently future-directed, rather than oriented toward the past, as one might assume."

Thomas Suddendorf - The Gap

Sonntag, 28. Januar 2018

Jupiter's Cloud Belts



[Source]

Fixpunkte, Anhaltspunkte, Ausgangspunkte:

Ein Vorrat an Gedanken, Gegenständen, Büchern, Personen und Erlebnissen, zu denen man wieder und wieder zurückkehren kann.
Ohne Fix- und Anhaltspunkte geht ein Erkunden zu leicht ins Leere. Ohne solides und fassbares Fundament ist effektives Erkunden kaum möglich.

Phantasie:

"das Kind kann sich noch in die Rolle des Königs versetzen, wie es ja auch dazu bereit ist, den Frosch in einen Prinzen zu verwandeln und mit dem Bächlein Zwiesprache zu halten. Uns Erwachsene erfüllt die Tatsache des Verlustes dieser Welt mit einer tiefen Wehmut, die der Mythos von der Vertreibung aus dem Paradies ausgestaltet hat; von uns her gesehen war sie >zu schön, um wahr zu sein <. Der Wunsch, in sie zurückzukehren, meldet sich aber immer dann an, wenn die wahre Welt zu ernsthaft wird, um schön zu sein.
Das idealisierte Selbstbild der Erwachsenen unterschätzt jedoch die Bedeutung, die der Phantasie in seiner Welt zukommt. Auch in ihr kann man sich über die Grenzen der Realität hinwegsetzen und Situationen anschaulich vorwegnehmen, die sich vielleicht niemals einstellen werden. Das gilt für die Belange des Lebens, etwa für die Vorbereitung auf eine wichtige Begegnung im Beruf, nicht weniger als für die theoretischen des Wissenschaftlers, der sehr oft aus einer angenommenen Ordnung der Dinge (>Hypothese<) Konsequenzen deduziert, die dann unter Umständen seinen empirischen Nachweismethoden zugänglich sind. ...
Wer als Bastler, Ingenieur, Politiker oder Forscher an der Welt der Gegebenheiten herumprobiert, vertraut sich dabei meistens der Führung durch Phantasien an. Trotzdem gesteht sich das aus puritanischer Askese Calvins hervorgegangene Leitbild des Menschen in der technischen Zivilisation die positive Bedeutung der Phantasie nur ungern ein. Das Resultat dieser gewollten Ernüchterung scheint freilich ein ganz unmäßiger Appetit auf qualitativ recht dürftige Phantasien zu sein, die sich zudem noch oft als >realistisch< ausgeben müssen (>Kitsch< in Literatur und Film). Dagegen gehört die veredelnde Ausgestaltung der Phantasiewelt einer Gemeinschaft zu den vornehmsten Aufgaben ihrer Künstler (z.B. Dichter)."

Psychologie - Fischer Lexikon, 1957
"Es ist [wahrscheinlich], dass unterschiedliche Gedächtnisleistungen [primär] durch motivationale Unterschiede (Perseveration im Kurzspeicher und damit höhere Wahrscheinlichkeit zur Einspeicherung ins Dauergedächtnis) und eine bessere Informationsauswahl erklärt werden [können]. Nicht die Menge, die jemand lernt, ist ein Zeichen seiner Intelligenz, sondern die Auswahl und damit die Qualität des Gelernten."

E. Roth - Intelligenz - 1972

Gleichgültigkeit:

"Als Gleichgültigkeit lässt sich eine Form des Bezuges auf die Gegenstände und Sachverhalte der Welt beschreiben, die zwischen diesen hinsichtlich ihrer Wichtigkeit und Bedeutsamkeit keinerlei Unterschiede macht. Es handelt sich dabei jedoch um eine Haltung, die - im strengen Sinn - weder Tiere noch Menschen wirklich einnehmen können, es sei denn vielleicht in manchen Zuständen der Psychose, da ihre Aufmerksamkeit in jedem Augenblick einzelne Sachverhalte als >Figuren< vom >Grund< der sonstigen Gegebenheiten abhebt."

Psychologie, Fischer Lexikon, 1957

Interessen:

"Im Zuge der Persönlichkeitsentwicklung kommt den Interessen eine doppelte Funktion in der Selbstgestaltung zu; einerseits bestimmt ihre Richtung die Auswahl der Lebensbereiche, auf denen im besonderen Maße Kenntnisse und Fertigkeiten erworben werden; zum anderen verhelfen sie dem jungen Menschen zu einer allmählichen Festlegung seines eigenen Wesens. Dieser Prozess beginnt mit den Kinderspielen und setzt sich zu den Liebhabereien von Erwachsenen fort. Beide dienen der Erweiterung der eigenen Lebenssphäre; letztere gewinnen umso mehr an Bedeutung, als sich die Berufsarbeit vieler Menschen auf relativ enge Kompetenzdomänen und innerhalb dieser auf routinemäßige Vollzüge einschränkt. Das bloße Interesse an einer Sache verpflichtet noch nicht, es erlaubt daher eine Erprobung der eigenen, zunächst begrifflich schwer fassbaren Individualität an den Betätigungsgelegenheiten. Man lernt dabei nicht nur etwas von der Welt, sondern auch etwas von sich selbst ... In eben dem Maße, als die Persönlichkeit sich im Spiegelbild der von ihr geschauten Welt ausdrückt, enthalten die Interessen einen Schlüssel zu dieser. Die Frage nach der Besonderheit des eigenen Wesens beginnt vielfach mit der Verwunderung über die Richtung des eigenen Interesses."

Psychologie - Fischer Lexikon, 1957

Samstag, 27. Januar 2018

Intelligenz:

Je effektiver ein Mensch denkt, d.h. je intelligenter er ist, desto wirkungsvoller spürt er Beziehungen zwischen unterschiedlichen Gegenständen oder Ereignissen auf, und desto effektiver gelingt es ihm auch, dieses Wissen um Muster, Zusammenhänge, Regeln und  Gesetzmäßigkeiten schlussfolgernd zu verwerten.

Über das Denken:

Das menschliche Denkvermögen lässt sich als ein Abbildungsapparat verstehen: Wir ordnen Objekten oder Phänomenen unserer Um- und Innenwelt gewisse Worte zu und können darauf durch Satzbildung beliebige Beziehungen zwischen Objekten oder Phänomenen spiegeln oder annehmen.

Übung - Gedanken zu Ende denken:

Gedanken nicht bloß andenken, sondern, sofern die zeitlichen Voraussetzungen gegeben sind, täglich mindestens einen Gedanken mit ungeteilter Aufmerksamkeit für eine halbe Stunde verfolgen.

[Auf den Punkt gebracht: Man sollte sich darin üben, Gedankengänge erneut aufzunehmen. Gedankengänge fortzusetzen. Die Fülle an Information, die uns heute zur Verfügung steht, macht es verlockend, immer erneut neue Gedankengänge aufzunehmen, und vorhandene Gedankengänge kaum oder nicht zu Ende zu denken.]

Art:

"The Performing Arts provide an aesthetic event;
the Plastic Arts provide an aesthetic object."

Desmond Morris

Freitag, 26. Januar 2018

Werbung und Partnertreue:

Eine Wiedergabe der Gedanken von Wolfgang Wickler bezüglich Werbung und Partnertreue. Gemischt mit relevanten Auszügen aus "Das Prinzip Eigennutz":

"Wenn Weibchen vor der Begattung spröde sind und viel vom Männchen verlangen, können sie so die Chance vergrößern, dass die Männchen nach der Begattung bei ihnen bleiben und die Nachkommen pflegen helfen - und das wirkt sich positiv auf die Überlebenschancen der Gene dieser Weibchen aus. Was ein Männchen leisten muss, ehe es vom Weibchen angenommen wird, ist recht verschieden. Besonders häufig wird dem Männchen ein gewisser Aufwand von Zeit abverlangt, indem das Weibchen sich spröde verhält. Die Sprödigkeit kan sogar aggressiv getönt und zur gemäßigten Abwehr werden. Dann sieht es so aus, als müsse das Männchen seine Überlegenheit beweisen - während im Grunde das Weibchen sicherstellt, dass das Männchen sich kein anderes Weibchen leisten kann. Jede dem Männchen abverlangte Aufwendung eignet sich daür. (Dawkins zählt u.a. merkwürdige Dinge auf wie: Einen Berg besteigen, einen Drachen töten, den Hellespont durchschwimmen, den Heiligen Gral suchen.)"

Es wird hier geschildert, dass in den Fällen, wo paternales Investment den Fortpflanzungserfolg steigern kann, dem Männchen abverlangter Werbeaufwand, die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten anschließender Partnertreue und tatsächlichen paternalen Investments erhöhen kann.

"Die eben beschriebene Strategie der Weibchen verfängt nur unter einer ganz bestimmten Bedingung: Ein Männchen wird sich dann durch Vorleistungen entsprechende Höhe zu Partnertreue und Beteiligung an der Brutaufzucht nötigen lassen, wenn es sonst ohne Nachkommen bliebe, wenn also anders kein Weibchen zu erlangen ist; d.h. Sprödigkeit zahlt sich besonders dann aus, wenn alle Weibchen spröde sind."

Vielleicht etwas unglücklich formuliert. Die Kernaussage ist ungefähr folgende: Wenn sämtliche Weibchen einer Population relativ "spröde" sind, kann den Männchen ein erheblicher Werbeaufwand abverlangt werden. Wenn allerdings ein erheblicher Anteil der Weibchen "nicht spröde" ist, verhält es sich anders.

"Was würde aber geschehen, wenn ein Weibchen auf Vorleistungen des Männchens verzichtete? Es käme rascher zu einem Männchen und dieses Männchen käme billiger zu Nachkommen - also müsste sich das Verfahren für beide Partner lohnen und durchsetzen. Dann allerdings würde sich  eine männliche Mutante durchsetzen, die keine Partnertreue und Beteiligung an der Brutpflege mehr zeigt. Solche Männchen könnten Nachkommen mit mehreren Weibchen, insgesamt also mehr Nachkommen haben als die treuen Männchen, deren Nachkommenzahl durch die Zahl der Kinder gegeben ist, die ein Weibchen auf die Welt bringen kann."

Der Verzicht auf Werbeaufwand könnte sich als günstig erweisen, wenn Männchen dennoch ein hohes Maß an Partnertreue bzw. an paternalen Investment zeigen würden. Würde allerdings der Werbeaufwand gänzlich abgeschafft, würde das, sofern paternales Investment zum Fortpflanzungserfolg nicht unbedingt notwendig ist, Männchenvarianten begünstigen, die kein paternales Investment und keine Partnertreue zeigen.

"Andererseits werden die Nachkommen für alleinaufzeihende Mütter teurer, und die Sprödigkeit als Methode, das Männchen daran zu beteiligen, würde sich wieder durchsetzen."

Somit lässt sich abschließend feststellen:

"Wenn Treue wie Untreue, Sprödigkeit wie Bereitein genetisch bedingt vorkommen, dann wird sich unter dem Wirken der natürlichen Selektion ein stabiles Mischungsverhältnis zwischen diesen Eigenschaften als evolutions-stabile Misch-Strategie einstellen;"

D.h. in einer Population wird sich ein bestimmtes Mischungsverhältnis von spröden und von bereiten Weibchen finden, von Weibchen, die auf "Romantik" bzw. auf Werbung großen Wert legen, und von bereiten Weibchen, denen "Romantik" und Werbung eher "als ein unnötiger Luxus erscheint".

Hierzu auch ein Studie von Dunbar - Stay or stray? Evidence for alternative mating strategy phenotypes in both men and women - , die eben das Vorkommen von zweierlei Fortpflanzungsstrategien in menschlichen Populationen anspricht:























D.h. Dunbar stellt dar, dass sich in menschlichen Populationen, z.B. in Nord Amerika und bei den Briten, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, zwei Phänotypen in bestimmten Mischungsverhältnissen finden. Zum einen, mit Wicklers Worten "spröde Frauen", die auf Romantik und Werbung Wert legen, und analog dazu "romantische Männer", die Werbeaufwand für entsprechende Frauen tatsächlich auf sich nehmen, zum anderen "bereite Frauen", die Romantik und Werbung vermutlich eher als nebensächlichen Luxus ansehen, allerdings mit größerer Wahrscheinlichkeit auch als alleinerziehende Mütter enden. Das Gegenstück zu "bereiten Frauen" sind natürlich Männer, die weder sonderlich "romatisch" eingestellt sind, noch sehr bestrebt sind, in Nachwuchs zu investieren.

Donnerstag, 25. Januar 2018

Time to forget:

"Early in 1982, I received an unexpected packet from London containing a letter from Harold Pinter and the manuscript of a new play, A Kind of Alaska, which, he said, had been inspired by a case history of mine in Awakenings. In his letter, Pinter said that he read my book when it originally came out in 1973 and had immediately wondered about the problems presented by a dramatic adaptation of this. But, seeing no ready solution to these problems, he had then forgotten about it. One morning eight years later, Pinter wrote, he had awoken with the first image and first words ("Something is happening") clear and pressing in his mind. The play had then "written itself" in the days and weeks that followed.
I could not help contrasting this with a play (inspired by same case history) which I had been sent four years earlier, where the author, in an accompanying letter, said that he had read Awakenings two months before and been so "influenced," so possessed, by it that he felt impelled to write a play straightaway. Whereas I loved Pinter's play - not least because it effected so  profound a transformation, a "Pinterization" of my own themes - I felt  the 1978 play to be grossly derivative, for it lifted, sometimes, whole sentences from my own book without transforming them in the least. It seemed to me less an original play than plagiarism or a parody (yet there was no doubting the author's "obsession" or good faith).
I was not sure what to make of this. Was the author too lazy, or too lacking in talent or originality, to make the needed transformation of my work? Or was the problem essentially one of incubation, that he had not allowed himself enough time for the experience of reading Awakenings to sink in? Nor had he allowed himself, as Pinter did, time to forget it, to let it fall into his unconscious, where it might link with other experiences and thoughts."

Oliver Sacks - The River of Consciousness

Lerntechnik:

Wie verleibt man sich einen Sachverhalt ein?
Indem man über ihn denkt, schreibt, spricht.

Dienstag, 23. Januar 2018

Denken als Auffinden:

Unter anderem stellen wir Redundanz fest, indem wir feststellen, dass etwas nur eine beschränkte Anzahl an Zuständen annehmen kann. Auffindung von Redundanz bedeutet in dem Sinn, dass wir die Festgelegtheit von Phänomenen erkennen. Somit lässt sich das Auffinden von Regelmäßigkeit als ein Auffinden von Redundanz verstehen.

[Bei einem gleichmäßigen Würfel, der zwölf Zustände annehmen kann, findet sich weniger Redundanz, als bei einem gleichmäßigen Würfel, der sechs Zustände annehmen kann. Bei einem Würfel, der sechs Zustände mit gleicher Wahrscheinlichkeit annimmt, findet sich weniger Redundanz, als bei einem Würfel, der sechs Zustände mit ungleicher Wahrscheinlichkeit annimmt. Oder anders: Im Fall des symmetrischen Zwölfer-Würfels besteht bezüglich des Ausgangs eines Wurfes ein größeres Maß an Unsicherheit als gegenüber des Ausgangs eines Wurfes mit einem symmetrischen Sechser-Würfel. Bezüglich des Ausgangs des Würfelwurfs mit einem fairen Würfel besteht tendenziell ein größeres Maß an Unsicherheit als bezüglich des Ausgangs eines Würfelwurfs mit einem unfairen Würfel.]

Bradbury on Writing:

"Zest. Gusto. How rarely one hears these words used. How rarely do we see people living, or for that matter, creating by them. Yet if I were asked to name the most important items in a writer's make-up, the things that shape his material and rush him along the road to where he wants to go, I could only warn him to look to his zest, see to his gusto."
"Time is so full for people who are dying in a conscious way, full in a way that life is for children. They spend big round hours."

Anne Lamott

Montag, 22. Januar 2018

Lernen und Erinnern:

1.) Wie viel blieb hängen? Und zwar in einer Weise, dass es künftig in gegebenen Situationen auch abgerufen und verwertet werden kann?

2.) Wie relevant ist dasjenige, was hängen blieb?

Kerngedanken:

Wie viele Kerngedanken gibt es, im Leben eines Menschen, die über Jahre und Jahrzehnte fortgesponnen werden?

Viele Gedanken werden angedacht, und doch nie wieder aufgenommen.

Sonntag, 21. Januar 2018

Persönliche Regeln bezüglich des Schreibens:

1.) Schreiben in Bursts / in kurzen Schüben: Lediglich 20 min oder eine A4 Seite schreiben und dann das Schreiben für eine kürzere oder längere Spanne unterbrechen. Für so kurze Zeitspannen besteht jederzeit hohe Motivation. Immer ist ein Ende in Sicht. Und es handelt sich um keine bloße Übung im Ausdauern.

2.) Während diesen Aktivitätsschüben Konzentration aufrecht erhalten: Ablenkenden Gedanken ausweichen.

3.) Reißt der Gedankengang ab: Den Abriss registrieren. Zurückkehren zu der Stelle, oder in die Nähe der Stelle, wo es zu einer Unterbrechung des Gedankengangs kam. Weitermachen.

Samstag, 20. Januar 2018

Efficient Studying:

According to Cal Newport, to increase efficiency in learning, long, low-intensity stretches of work should be replaced with a small number of short, high intensity sessions ("short learning bursts").

Freitag, 19. Januar 2018

Psychological Entropy: A Framework for Understanding Uncertainty-Related Anxiety

Psychological Entropy: A Framework for Understanding Uncertainty-Related Anxiety
Jacob B. Hirsh, Raymond A. Mar, and Jordan B. Peterson (2012)


Abstract

Entropy, a concept derived from thermodynamics and information theory, describes the amount of uncertainty and disorder within a system. Self-organizing systems engage in a continual dialogue with the environment and must adapt themselves to changing circumstances to keep internal entropy at a manageable level. We propose the entropy model of uncertainty (EMU), an integrative theoretical framework that applies the idea of entropy to the human information system to understand uncertainty-related anxiety. Four major tenets of EMU are proposed: (a) Uncertainty poses a critical adaptive challenge for any organism, so individuals are motivated to keep it at a manageable level; (b) uncertainty emerges as a function of the conflict between competing perceptual and behavioral affordances; (c) adopting clear goals and belief structures helps to constrain the experience of uncertainty by reducing the spread of competing affordances; and (d) uncertainty is experienced subjectively as anxiety and is associated with activity in the anterior cingulate cortex and with heightened noradrenaline release. By placing the discussion of uncertainty management, a fundamental biological necessity, within the framework of information theory and self-organizing systems, our model helps to situate key psychological processes within a broader physical, conceptual, and evolutionary context.

Selbstformulieren:

Wir eignen uns ein Wissen um Sachverhalte verhältnismäßig effektiv an, indem wir uns darum bemühen, Sachverhalte in eigenen Worten zu schildern.

Cal Newport:

"the most effective way to imprint a concept is to first review it and then try to explain it, unaided, in your own words."

Bücher:

Manche Bücher erschöpfen sich rasch. Das heißt man hat nach einer Durchwanderung schon den relevanten Inhalt mitgenommen. Andere Bücher, bessere Bücher, begleiten einen längere Zeitstrecken. Vermitteln immer wieder aufs Neue Inhalt.

"psychological entropy"

Colin DeYoung:

In other words, the harder it is for the brain to answer the questions, “What is happening?” and “What should I do?” the higher the level of psychological entropy.

Personality traits and their cybernetic functions:



Donnerstag, 18. Januar 2018

Hochstimmung und Kreativität:

"Die verschiedenen Formen der Hochstimmung - intrinsische Motivation, gute Laune, Hypomanie, Flow - sind neuronal alle miteinander verwandt: Sie beruhen auf einer höheren Dopaminübertragung in verschiedenen Anteilen der Basalganglien, nämlich dem Nucleus accumbens und dem dorsalem Stratium; ...
Unter all diesen Formen der Hochstimmung, in all diesen Spielarten dopaminerger Aktivierung, produzieren Menschen mehr. ... Sie machen also insofern kreativ, als "kreativ" bedeutet, dass man viel hervorbringt. ...
Wenn "kreativ" bedeutet, etwas Neuartiges, Brilliantes hervorzubringen, dann nützt mehr Dopamin dabei nichts. ...
Robert Schuman als Musterbeispiel des manisch-depressiven Künstlers komponierte zwar in seinen manischen Phasen mehr als sonst. Zählt man aber, um ein möglichst objektives Maß der Qualität zu erhalten, nach, wie oft seine verschiedenen Werke eingespielt werden, dann schneiden die Kompositionen aus seinen manischen Phasen keineswegs besser ab als die aus seinen ausgeglichenen oder depressiven Phasen.
Flow (oder Hypomanie) ist also ein Zustand, in dem wir Ideen am besten umsetzten. Es ist nicht der Zustand, in dem wir Ideen bekommen.
Die Alltagserfahrung bestätigt das: Es gibt erfolgreiche Wissenschaftskollegen, die hochmotiviert, ehrgeizig, fleißig und sicherlich nicht dumm sind (für einen IQ über 115 wird es jedenfalls reichen), die aber in ihrem ganzen Leben noch keine einzige Idee gehabt haben. Darum kommt auch Arne Dietrich zu dem Schluss, dass Flow und Kreativität zwei verschiedene Zustände des Gehirns sind bzw. dass sie unterschiedliche Schaltkreise im Gehirn rekrutieren. Man sollte sie nicht gleichsetzen. Im Gegenteil: Man sollte sie fein säuberlich voneinander trennen."

Das schöpferische Gehirn - Konrad Lehmann

Mittwoch, 17. Januar 2018

Über das Nachdenken:

Manchmal hat man das Gefühl, als ob sich zwei Instanzen im Bewusstsein fänden, von denen eine neue Gedanken generiert, und die andere neu generierte Gedanken sogleich einer Prüfung, einer Art Realitäts-Check, unterzieht, wodurch sie mit Regelmäßigkeit eine Verwerfung neu generierter Gedanken bewirkt.

[Der zweiten Instanz käme somit eine Art Unkrautjätefunktion zu.]

Dienstag, 16. Januar 2018

So zu lernen und zu studieren, dass es sich ansetzt:

"So zu lesen und zu studiren, daß es sich immer ansezt, kan ich rathen, obgleich die Welt nicht an mir den Nutzen dieses Rathes sieht, ich gebe ihn nicht weil ich ihn durch häufige Erfahrung nützlich befunden habe, sondern, weil ich jezt sehe und deutlich, daß ich ihn hätte befolgen sollen."

Georg Cristoph Lichtenberg


Nach Jahren des Lernens, Lesens oder Studierens macht es gegebenenfalls Sinn, sich konkret zu fragen: "Was blieb hängen? Was nahm ich mit?" Das Resultat dieser Selbstbefragung ließe sich verwerten um künftige Lernbemühungen zu modifizieren und effektiver zu gestalten.

Intelligenz und Langzeitgedächtnis:

Intelligenz kennzeichnet sich vermutlich nicht unwesentlich über die Abrufleistung; d.h. darüber, dass in einem angebrachten Moment relevante Inhalte des Langzeit-Gedächtnisses tatsächlich zur Verfügung stehen.

Montag, 15. Januar 2018

Vergessen und Erinnern:

"Wir vergessen also, um wieder erinnern zu können, oder anders ausgedrückt: Wir vergessen, um wichtige Informationen von (nun) irrelevanten abgrenzen zu können. Das ist nicht eine Frage des Speicherplatzes im Gehirn, vielmehr trägt es dazu bei, aus den vielen irrelevanten Informationen schnell die wenigen wesentlichen herauszufischen. Wie gut wir erinnern, hängt auch davon ab, wie gut wir vergessen."

Martin Korte - Wir sind Gedächtnis

Über das Vergessen:

"Vergessen kann man sich also wie einen gut programmierten und aktiven Spamfilter vorstellen, der von Natur aus unserem Gedächtnis innewohnt. Funktioniert dieser Filter nicht, ...wird man von der Fülle irrelevanter Informationen regelrecht erdrückt und in seinen abstrakten Denkmöglichkeiten eingeschränkt."

Martin Korte - Wir sind Gedächtnis
"Selection is the very keel on which our mental ship is built. And in this case of memory its utility is obvious. If we remembered everything, we should on most occasions be as ill off as if we remembered nothing."

William James

Das Vergessen:

"Vergessen bewirkt ..., dass das Hintergrundrauschen unterdrückt werden kann. Es filtert Erinnerungen, so dass markante Signale prominent hervortreten. Ein gewisser Verlust (Verfall) muss sich hierbei quasi ereignen, um das Behalten zu stärken, wenn man sich erneut mit dem Stoff beschäftigt. Vergessen ist ein Verbündeter des Lernens, nicht dessen Feind. Wir lernen eben auch durch Selektivität und Vergessen. Vergessen ist hierbei nicht nur passiver Verfall, sondern auch ein aktiver Filterporzess."

"Vergessen ermöglicht und vertieft Lernprozesse, indem ablenkende Informationen herausgefiltert werden[.]"

Martin Korte - Wir sind Gedächtnis

Gedächtnis:

"Doch gibt es auch für das Gedächtnis einen geistigen Talisman, nämlich den Reiz des Gegenstandes; ... kein Mensch hat für alles ein Gedächtnis, weil keiner für alles ein Interesse hat."

Jean Paul

Sonntag, 14. Januar 2018

Ausgewähltes, gezieltes Fragen und Suchen:

"Um etwas zu entdecken (was entweder in uns selbst, oder anderwärts verborgen liegt), dazu gehört in vielen Fällen ein besonderes Talent, Bescheid zu wissen, wie man gut suchen soll: eine Naturgabe, vorläufig zu urteilen (iudicii praevii), wo die Wahrheit wohl möchte zu finden sein; den Dingen auf die Spur zu kommen, und die kleinsten Anlässe der Verwandtschaft zu benutzen, um das Gesuchte zu entdecken oder zu erfinden."

Immanuel Kant

Intelligenz & Moral:

Die Aussage: "Durch seine Vernünftigkeit unterscheidet sich der Mensch von anderen Tieren." würde die Meinung ausdrücken, dass der Hauptunterschied zwischen dem Menschen und anderen Tieren in seiner sprachlichen Denkfähigkeit oder Planungsfähigkeit besteht.
Die Aussage: "Moral unterscheidet den Menschen von anderen Tieren." würde in etwa den Glauben ausdrücken, dass sich der Mensch primär in Antrieb oder Emotionalität von anderen Tieren unterscheidet.

Witz:

Es kann schon sein, dass diejenigen Personen besonders "witzig" sind, die Ähnlichkeit unterschiedlicher Phänomene mit großer Leichtigkeit aufspüren. In vergangenen Jahrhunderten wurde ja auch das Wort "Witz" in neutralerer Form in solch einer Beziehung verwendet.

[Siehe auch: William James über Ähnlichkeitsassoziation]

Lebendiges Lexikon:

"ein Mensch, der viel Gedächtnis, aber keine Beurteilungskraft hat. Ein solcher ist dann ein lebendiges Lexikon."

Immanuel Kant

Kultur des Gedächtnisses:

"Der Ausspruch, »wir wissen nur soviel, als wir im Gedächtnis haben«, hat freilich seine Richtigkeit, und daher ist die Kultur des Gedächtnisses sehr notwendig. ... Man muß das Gedächtnis [aber] nur mit solchen Dingen beschäftigen, an denen uns gelegen ist, daß wir sie behalten ..."

Immanuel Kant

Lerntipp:

Lernen und Lesen macht nur mäßig Sinn, wenn man im Anschluss an eine Lern- oder Leseeinheit Gelerntes oder Gelesenes nicht aus dem Gedächtnis abruft bzw. abrufen kann. Das unmittelbare Abrufen von Kerninhalten trägt dazu bei, die neuen Inhalte ins Langzeitgedächtnis zu übertragen. Die neuen Inhalte im Langzeitgedächtnis zu verankern.

Freitag, 12. Januar 2018

Pause und Kreativität:

Pausen und Zeiten des Planens sind möglicherweise die eigentlichen schöpferischen Phasen im Leben des Menschen.

Confidence Through Mastery:

"It’s one thing to feel confident of your knowledge; it’s something else to demonstrate mastery. Testing is not only a powerful learning strategy, it is a potent reality check on the accuracy of your own judgment of what you know how to do. When confidence is based on repeated performance, demonstrated through testing that simulates real-world conditions, you can lean into it."

make it stick - Brown, Roediger, McDaniel

Donnerstag, 11. Januar 2018

Wirklichkeitsmodell:

"Die innere Wirklichkeit meines Gehirns ist mit dem Amaturenbrett meines Autos vergleichbar: ein bequemer Überblick über die nützlichsten Informationen. Und genauso wie das Amaturenbrett in meinem Auto Geschwindigkeit, Benzinstand, Motortemperatur und andere für den Fahrer nützliche Dinge anzeigt, zeigt mir das Amaturenbrett meines Gehirns oder mein Wirklichkeitsmodell meine Geschwindigkeit, meinen Aufenthaltsort, das Ausmaß meines Hungers, die Lufttemperatur und die entscheidenden Ereignisse in meiner Umgebung sowie andere nützliche Dinge an, deren sich der Besitzer eines menschlichen Körpers bewusst sein sollte."

Max Tegmark - Unser Mathematisches Universum

Prewriting:

"If I am right - and I know I am - you go about any writing job piecemeal, slowly formulating a sentence and putting it down on paper, then stopping and thinking, preparing the next sentence in your mind, putting that down on paper, pausing again to think of what to say next, slowly formulating another idea, writing it down, stopping again, rereading what you have written, working up the next sentence, thinking it over, searching for a transition, hesitating, inserting a qualification, writing again, stopping, thinking, searching for word ... etc., etc., ad infinitum. It's writing, after a fashion, but it's as different from the real thing as drafting a speech sitting alone at your desk is from addressing a roomful of people.
So you have to get used to the idea of 'prewriting' - doing research, taking notes, organizing your material - and then writing, at an even speed, keeping up a flow of talk to your reader without any awkward pauses or hesitations."

Rudolf Flesch - How to write, speak, and think more effectively

Retrieval Capacity:

"Our retrieval capacity ... is severely limited. Most of what we’ve learned is not accessible to us at any given moment. This limitation on retrieval is helpful to us: if every memory were always readily to hand, you would have a hard time sorting through the sheer volume of material to put your finger on the knowledge you need at the moment"

make it stick - Brown, Roediger, McDaniel

Mittwoch, 10. Januar 2018

Pseudo-Produktivität:

Manchmal scheint es so, als trachteten manche Personen durch ihre Vielgeschäftigkeit danach, sich selbst und anderen Personen ihre eigentliche Unproduktivität zu verhüllen. Gegebenenfalls macht es Sinn, sich Zeit zum Besinnen und zum Planen zu nehmen. Sich klar werden, was man will. Und dann erst zu handeln.

Anhaltspunkte:

Vermutlich braucht es im Leben jedes Menschen gewisse Anhaltspunkte oder "Kernwahrheiten", auf die das Leben aufgebaut werden kann.

Als Lebenskrisen ließen sich jene Situationen interpretieren, in denen sich Anhaltspunkte oder "Kernwahrheiten" in Luft auflösen, oder zumindest aufzulösen scheinen.

Dienstag, 9. Januar 2018

Allgemeinbildung:

Wie viele Schüler schließen das Gymnasium mit solider Allgemeinbildung ab?

[Analog: Wie viele Studenten schließen ihr Studium mit solidem Fachwissen ab?]

Rechtfertigung von Handlungen:

Es geht darum, Handlungen vor Alternativhandlungen zu rechtfertigen.

Fragen und Denken:

Die Vergegenwärtigung expliziter Fragestellungen kann vermutlich zur Klarheit und Fokussiertheit des Nachdenkens beitragen.

Sonntag, 7. Januar 2018

The Quiz-and-Recall Method:

>Whether it’s philosophy or calculus, the most effective way to imprint a concept is to first review it and then try to explain it, unaided, in your own words. If you can close your eyes and articulate an argument from scratch, or stare at a blank sheet of paper and reproduce a solution without a mistake, then you have fully imprinted that concept. It’s not going anywhere.
The same is not true if you merely read over something. Passively reviewing a concept is not the same as actively producing it. Most students make the mistake of relying only on passive review; they read and reread their notes and assignments, and assume that the more they read, the more they will remember. But as Ryan from Dartmouth warns: "Simply reading it over doesn’t work. You have to make the extra effort to get it into your head."<

Cal Newport

"Pseudo-Work":

"The pseudo-worker looks and feels like someone who is working hard—he or she spends a long time in the library and is not afraid to push on late into the night—but, because of a lack of focus and concentration, doesn’t actually accomplish much. This bad habit is endemic on most college campuses. For example, at Dartmouth there was a section of the main library that was open twenty-four hours a day, and the students I used to see in there late at night huddled in groups, gulping coffee and griping about their hardships, were definitely pseudo-working. The roommate who flips through her chemistry notes on the couch while watching TV is pseudo-working. The guy who brings three meals, a blanket, and six-pack of Red Bull to the study lounge in preparation for an all-day paper-writing marathon is also pseudo-working. By placing themselves in distracting environments and insisting on working in long tedious stretches, these students are crippling their brain’s ability to think clearly and efficiently accomplish the task at hand. The result is fatigue headaches and lackluster outcomes. 
The bigger problem here is that most students don’t even realize that they’re pseudo-working. To them pseudo-work is work—it’s how they’ve always done it, and it’s how all of their friends do it. It never crosses their mind that there might be a better way."

Cal Newport

Fragen:

(Ernsthaftes) Fragen als Antwort-Suchen;

Fehler:

Fehlhandlungen lassen sich als Fehlentscheidungen interpretieren.

Anfänge alles Denkens:

Fragen bezüglich inneren und äußeren Phänomenen.

[Die Vermutung liegt nahe, dass Fragen den eigentlichen Ausgangspunkt von Gedankengängen bilden.]
"Mit dreizehn oder vierzehn hat ein junger Mensch meist bereits begonnen, seine Faszinationen, seine ursprünglichen und intuitiven Vorlieben nach und nach abzulegen, sodass, wenn er erwachsen geworden ist, kaum noch Spaß übrig ist, keine Leidenschaft, kein Gusto."

Ray Bradbury

[In gewisser Hinsicht beobachtet Bradbury eine Reduktion des Spielverhaltens.]

Retrieval: a (very) key concept in memory

>retrieval is absolutely a key concept to the understanding of memory. Endel Tulving has said ‘The key process in memory is retrieval’ (Tulving 1991), ... Let me end with a quote from Crowder’s Principles of Learning and Memory (1976), in which he suggested that encoding is ‘a waste of time unless there is appropriate access to the stored material at the moment of truth’. Hence, retrieval seems to me to be as integral a concept to the topic of memory as there can be.<

Kathleen B. McDermott

[Der Erwerb von Gedächtnisinhalten macht nur mäßig Sinn, wenn diese Inhalte nicht anschließend verfügbar und abrufbar sind. Zumindest lässt sich das explizite Abrufen von Gedächtnisinhalten als ein Schlüsselvermögen bzw. als eine Schlüsselfertigkeit des Menschen bezeichnen. Eine Fertigkeit die ihn drastisch vom übrigen Tierreich unterscheidet, da dieses Leben und Handeln kaum aus der expliziten Erinnerung speist.]

Denken und Entscheiden:

Ein jeder Gedankengang lässt sich als eine Entscheidungsfolge verstehen.

Trainability:

Linda S. Gottfredson, Why g matters:

>Even up to Wonderlic score 17 (IQ 95), workers tend to need explicit teaching of most of what they need to know, and they do not benefit much from “book learning” training.<

>Employers understandably seek individuals with a greater capacity to learn independently and to work without close supervision, especially for more complex jobs. Indeed, the job descriptions of managerial, executive, and professional workers themselves suggest that high-IQ, self-trainable individuals are essential: that is, individuals who are better able to “learn much on their own” and from the “typical college format” (WPT 26-30, IQs over 110) and to “gather and synthesize information” and “infer information and conclusions from on-the-job situations” (WPT 28 and above, IQs over 116). This roughly 30% of the working population above IQ 110 (25% of the total adult population) would also be essential for training and supervising even the next lower third of the working population, which is “able to learn routines quickly” and with a “combination of written materials and actual job experience” (WPT 20-26, roughly IQ 100-113).<

Samstag, 6. Januar 2018

Rereading:

"The finding that rereading textbooks is often labor in vain ought to send a chill up the spines of educators and learners, because it’s the number one study strategy of most people—including more than 80 percent of college students in some surveys—and is central in what we tell ourselves to do during the hours we dedicate to learning. Rereading has three strikes against it. It is time consuming. It doesn’t result in durable memory. And it often involves a kind of unwitting self-deception, as growing familiarity with the text comes to feel like mastery of the content. The hours immersed in rereading can seem like due diligence, but the amount of study time is no measure of mastery."

make it stick - Brown, Roediger, McDaniel

Elaboration:

"In a cartoon by the Far Side cartoonist Gary Larson, a bug-eyed school kid asks his teacher, 'Mr. Osborne, can I be excused? My brain is full!' If you’re just engaging in mechanical repetition, it’s true, you quickly hit the limit of what you can keep in mind. However, if you practice elaboration, there’s no known limit to how much you can learn. Elaboration is the process of giving new material meaning by expressing it in your own words and connecting it with what you already know."

make it stick - Brown, Roediger, McDaniel

Fragen:

Ein jeder kennt mindestens eine Person, die er tatsächlich alles fragen kann.

Im stillen Selbstgespräch // im freien Nachdenken muss letztlich keine Frage ausgeklammert oder umgangen werden.

Selbstbewusstsein:

Stolz im Sinne von Freiheitsbewusstsein ließe sich als eine Art Wissen, Ahnung oder Glaube interpretieren, echte Entscheidungen treffen zu können bzw. im Laufe des Lebens echte Entscheidungen getroffen zu haben.

Erkundung:

Der Mensch ist bestrebt stetig Unsicherheit bezüglich den Phänomenen seiner Um- und Innenwelt abzubauen. Wie gelingt ihm dies? Indem er Fragen stellt und Fragen beantwortet.

Freitag, 5. Januar 2018

Stimulating questions:

Ask yourself questions which you could truly answer if you were just a little more attentive.

Das Unbekannte:

So vieles ungefragt. So vieles unbeantwortet.

Über das Denken:

Möglicherweise ist die Fähigkeit zur Selbstkommunikation, zum stillen Zwiegespräch mit sich selbst, recht eigentlich dasjenige, was den Menschen erst zum Menschen machte.

Für denjenigen, der diese Fähigkeit entwickelt hat, ist die Gelegenheit zu nie enden wollenden Gesprächen, zu nie enden wollenden Gedankengängen stets vorhanden.

Donnerstag, 4. Januar 2018

Schnelligkeit & Ehrlichkeit:

Ist das schnell gesprochene / geschriebene Wort ehrlicher als das wohlüberlegte?:

"Was können wir Schriftsteller von den Eidechsen lernen, von den Vögeln übernehmen? In der Schnelligkeit liegt die Wahrheit. Je schneller Sie einen Wortschwall hervorbringen, je geschwinder Sie schreiben, umso aufrichtiger sind Sie. Zögern macht Nachdenken möglich. Mit Verzögerung kommt der Wunsch nach Stil und Form, - statt sich auf die Wahrheit zu stürzen, die es doch einzig wert ist ..."

Ray Bradbury

Test-Effekt:

Konstante (Selbst-)Be- und Abfragung als eine der effektivsten Methoden des Wissenserwerbs?
"The act of trying to answer a question or attempting to solve a problem rather than being presented with the information or the solution is known as generation."

make it stick - Brown, Roediger, McDaniel

Ability Differences - Differences in Degree and Differences in Kind (II):

"[Ability differences] consist of two types: differences in degree, and differences in kind. Bodily-kinesthetic ability offers many examples. People with a wide range of bodily-kinesthetic ability can play tennis. The difference between the way most people play tennis and the way that profes­sionals play it is huge, but it is a difference of degree. In contrast, doing a somersault with a full twist off a pommel horse is impossible for most people, no matter how much they might practice. The differ­ence in what they can do and what the proficient gymnast can do is one of kind. 
This point needs emphasizing. Educational measures such as test scores and grades tend to make differences among schoolchildren look as though they are ones of degree when in reality some of them are differences in kind. For example, a timed math test limited to problems of addition and subtraction, administered to a random cross-section of fourth-graders, yields scores that place children along a continuum distributed in a shape resembling a bell curve. Those scores appropriately reflect differences in degree: Some fourth-graders can add and subtract faster and more accurately than others, but they are all doing the same thing and almost all children can be taught to add and subtract to some degree. The same is not true of calculus. If all children were put on a mathematics track that took them through calculus, and then were given a test of calculus problems, the resulting scores would not look like a bell curve. For a large proportion of children, the scores would not be merely low. They would be zero. Grasping calculus requires a certain level of logical-mathematical ability. Children below that level will never learn calculus, no matter how hard they study. It is a difference in kind. Not only that: The child without the logical-mathematical abil­ity to learn calculus cannot do a wide variety of other things in math­ematics that are open to the child with the requisite level of logical-mathematical ability.
The same distinction applies to linguistic ability. Reading is something that almost everyone can be taught to some degree, and scores on tests of reading achievement will form a continuum with a distribution resembling a bell curve. But if we are talking about a classroom discussion of Macbeth among high-school seniors at the 20th percentile and 90th percentile in linguistic ability, the difference is more accurately seen as a difference in kind than as a difference in degree. Those at the 20th percentile will completely fail to under­stand the text in the same way that someone at the 20th percentile of bodily-kinesthetic ability will completely fail to do a somersault with a full twist."

Real Education
Charles Murray (2008)

Lieblingsbücher:

Würden wir durch Zufallsauswahl 100 Personen ermitteln, und diesen Personen anschließend die Aufgabe stellen, den Inhalt ihres "Lieblingsbuches" bzw. jeweils des Buches, dessen Inhalt ihnen am besten rekonstruierbar erscheint, zu rekonstruieren, so erhielten wir vermutlich ein beeindruckendes und anschauliches Bild bezüglich der Variabilität von "verbalen Fähigkeiten" bzw. von "kognitiven Fähigkeiten" generell.

Mittwoch, 3. Januar 2018

Everyday life as an intelligence test:

"Every semantic discrimination, every decision, every choice-point, every challenge, every opportunity for performance in everyday life has some degree of g loading, however slight it may be."

Arthur R. Jensen

Schachspiel als Entscheidungsfolge:

Spieler A trifft Entscheidung (wählt unter diversen möglichen Zügen einen Zug aus)
Spieler B trifft Entscheidung (wählt unter diversen möglichen Zügen einen Zug aus)
Spieler A trifft Entscheidung (wählt unter diversen möglichen Zügen einen Zug aus)
.
.
.

-----

"Playing chess is all about making deci­sions!"

Teasing:

Life and How to Survive It:

Robin Many believe that it’s helpful to be completely and absolutely sympathetic when someone’s in difficulty. In my experience that’s usually not true, except at moments of extreme crisis. Loving behaviour consists in being able to support people, while also being willing to challenge and criticise when that’s appropriate. After all, we all know how healthy it is to be able to laugh at ourselves. Yet that doesn’t mean we’re totally unsympathetic to ourselves, does it?

John No, and I remember your saying when I was in your group, that when people started laughing at themselves, they were beginning to get better.

Robin That’s certainly my experience. We need to stand back and find a little distance from our behaviour, to take ourselves less seriously, if we’re to learn and change for the better. And humour gives us that distance. It’s like teasing. When you tease someone, you are often alluding to some part of their behaviour which is problematic and which they need to look at. If it’s done with real affection, the person concerned will often examine themselves afterwards, and change as a result of what they see. But if it’s done with no affection at all, it’s experienced as persecutory; the person concerned won’t be able to see the funny side, or take the criticism on board, or change, because it’s too painful.

John Interesting. All comics know that they’re funnier if they have some affection for their victims.

On Laughter:

"I tell you about something I read right at the start of my comedy career, thirty years ago. It was a book called Laughter by Henri Bergson, the French philosopher. I came across it in a second-hand bookshop and practically devoured it in a single session. It contains the explanation I’ve found most useful in looking at comedy over the past twenty-five years. He said this: laughter is a social sanction against inflexible behaviour, which requires a momentary anaesthesia of the heart."

John Cleese
"I always thought that the English education ... was teaching you willpower: How to concentrate on something in which you had absolutely no interest."

John Cleese

Dienstag, 2. Januar 2018

If You Work in a Creative Industry, You Should Steal Other People's Ideas (II):

If You Work in a Creative Industry, You Should Steal Other People's Ideas
John Cleese (2016)


Just as Shakespeare lifted plots from his predecessors, young performers today ought to focus on emulating those artists they like most. That's not to say plagiarism is excusable; it's not. It just means that artists who are just getting started should seek to model themselves after those who have gone before.

Take it from John Cleese of Monty Python fame: "You say, 'I'm going to write something completely new and original and very funny.' You can't do it. It's like trying to fly a plane without having any lessons. You've got to start somewhere and the best way to start is by copying something that is really good."





TRANSCRIPT

John Cleese: I think if any young writer or someone who wants to become a writer or a performer is listening, then what I would say is it is so difficult at the beginning, particularly as a writer, to do good written comedy, that I suggest at the start that you steal or borrow or, as the artist would say, "are influenced by" anything that you think that is really good and really funny and which appeals to you. And if you study that and try to reproduce it in someway, then it will have your own stamp on it, but you have a chance of getting off the ground with something like that. But if you sit down one day never having written before with a pencil or a computer — but I write with a pencil — and you say, "I'm going to write something completely new and original and very funny," you can't do it. It's like trying to fly a plane without having any lessons. You've got to start somewhere and the best way to start is by copying something that is really good.

But people seem to think I was advocating stealing in general. No. Once you've got off the ground, you develop your own style; you don't need to steal. Better if you don't. But at the beginning, as I say, find something. And a wonderful lesson my friend William Goldman, a wonderful screenwriter, and I both teach the same thing — we discovered independently — and that is we say to someone find an actor or a scene that you absolutely love and just watch that actor in a movie, say, or watch that scene again and again and again so that it no longer has an emotional impact on you; you no longer find it dramatic or funny; you just watch it. And in a sense, emotionally speaking, you're bored with it. At that the point when you're not affected emotionally anymore you can begin to see how it's done and how it's constructed. So that's the advice I would give at the beginning: Model yourself on someone you really like.

Moral:

Das moralische Bestreben ließe sich als ein Versuch bzw. als eine Absicht verstehen, im Denken, im Wahrnehmen, im Handeln und im affektiven Bereich gewisse Standards einzuhalten.

Fraglich ist nur ob der Term "Standard" den Kern des moralischen Verhaltens treffen kann, oder ob es sich hierbei primär um eine negative Definition handelt.

Montag, 1. Januar 2018

Übung:

Man könnte es sich hin und wieder zur Übungsaufgabe machen, ein Buch // einen Film // ein Gespräch aus dem Gedächtnis bestmöglich zu rekonstruieren.

The inner genetic compass (II):

"Our inner genetic compass is the core of our individuality ... it quietly but incessantly inclines us to take some paths rather than others, be attracted to or repelled by certain activities, seize different opportunities, respond differently to the same environments, and create different social niches for ourselves when given a choice."

Linda S. Gottfredson

Effortful Recall:

"Effortful recall of learning, as happens in spaced practice, requires that you "reload" or reconstruct the components of the skill or material anew from long-term memory rather than mindlessly repeating them from short-term memory."

...

"Massed practice gives us the warm sensation of mastery because we're looping information through short-term memory without having to reconstruct the learning from long-term memory. But just as with rereading as a study strategy, the fluency gained through massed practice is transitory, and our sense of mastery illusory. It's the effortful process of reconstructing the knowledge that triggers reconsolidation and deeper learning."


make it stick - Brown, Roediger, McDaniel

On Retrieval Practice:

"[There is] a curious inverse relationship between the ease of retrieval practice and the power of that practice to entrench learning: the easier knowledge or a skill is for you to retrieve, the less your retrieval practice will benefit your retention of it. Conversely, the more effort you have to expend to retrieve knowledge or skill, the more the practice of retrieval will entrench it."

make it stick - Brown, Roediger, McDaniel

On Keeping Track:

"Because your brain is always figuring out how well situated are you in the world: how much do you not know compared to how much have you mastered. And you can tell that you have mastered things, because when you go somewhere and you act they just turn out the way you want them. That's an indication of mastering. And your brain is sort of keeping track across your whole life of how many places you have been where things haven't worked out compared to how many places you have been where they have worked out. And all those places in your past where things haven't worked out you need to map and master."

Jordan Peterson