Donnerstag, 28. Februar 2019

A little each day is enough ...

>If our professions do not allow us to devote more than two hours a day to a subject, do not abandon the work on the pretext that we need four or six. As Payot wisely noted, “A little each day is enough, as long as a little is produced each day.”<

Santiago Ramon y Cajal

Positive Affect:

Source: Comparing Happiness and Hypomania Risk - T. Kirkland, J. Gruber, W. A. Cunningham

"Positive affect has long been considered a hallmark of subjective happiness. Yet, high levels of positive affect have also been linked with hypomania risk: a set of cognitive, affective, and behavioral characteristics that constitute a dispositional risk for future episodes of hypomania and mania. At a personality level, two powerful predictors of affective experience are extraversion and neuroticism: extraversion has been linked to positive affect, and neuroticism to negative affect. As such, a single personality trait – extraversion – has been linked to both beneficial and harmful outcomes associated with positivity.

"Positive affect is a general dimension of mood reflecting the extent to which people feel subjectively pleasant while being engaged with their environment. High positive affect indicates more subjective pleasure and engagement; low positive affect indicates less subjective pleasure and disengagement. For example, Watson and colleagues suggest that “high positive affect is a state of high energy, full concentration, and pleasurable engagement, whereas low positive affect is characterized by sadness and lethargy”. The temporary experience of positive affect functions as a sign that things are going well, widening the array of thoughts and actions that come to mind and facilitating approach behavior."

"A wealth of empirical work over the last three decades has demonstrated that the frequent experience of positive affect is an important component of happiness. Happiness, also referred to as subjective well-being, is a disposition defined by global positive evaluations of one’s qualities and circumstances."

"recently, some research has suggested that positive affect may not always be beneficial. This work has demonstrated that “too much” positive affect–including situationally inappropriate affect–may be linked to substantial psychological and behavioral dysfunction, such as hypomania risk: a predisposition for episodes of hypomania and mania. Mania is a core feature of bipolar disorder, a severe and recurrent clinical disorder marked by heightened and persistent disruptions in positive affectivity. Episodes of mania are temporary and occur in a small population, yet personality variables can predict risk for future manic episodes. Hypomania risk is a subclinical analogue of mania and includes a constellation of affective, cognitive, and somatic features that are associated with increased risk for the onset of mania. ... As such, positive affect in mania and hypomania risk has been characterized as “too much of a good thing” in that it reflects intense positivity that is apparently insensitive to context. Taken together, this research suggests that positive affect may be a signal of dysfunction for some individuals."

"The most basic way we understand the world is in terms of positive and negative information–reward and threat. Differences in how we respond to reward and threat may originate from differences in our baseline sensitivity. Considerable evidence suggests that extraversion and neuroticism represent the primary personality manifestations of reward and threat sensitivity, respectively. Whereas extraversion refers to reward sensitivity and the general tendency to approach, explore, and engage with novelty, neuroticism refers to punishment sensitivity and the general tendency to regulate or restrain potentially disruptive emotions and behaviors"

"According to this revised structure, extraversion is composed of assertiveness and enthusiasm. Assertiveness reflects an orientation toward agency, drive, and social dominance (e.g., subjective potency for accomplishing goals), whereas enthusiasm denotes friendliness, sociability, and the tendency to experience positive affectThese personality aspects correspond to complementary, yet dissociable, functional strategies for interacting with positive information: motivated approach toward rewards, or “wanting,” versus enjoyment of rewards, or “liking”“Wanting” refers specifically to incentive salience, a type of motivation that promotes approach toward and consumption of rewards, and is distinguishable from more cognitive forms of desire that involve declarative goals or explicit expectations of future outcomes. By contrast, “liking” refers specifically to the positive hedonic impact of a reward, even in the absence of conscious awareness. Because these strategies are also rooted in separate neurochemical systems (dopamine vs. opioids), they may at times become decoupled."

[Also see: Escalation and Deescalation, Mania]

Mittwoch, 27. Februar 2019

Erlebnisunfähigkeit:

Ich las einmal in einem Buch, das vor einiger Zeit in die ewigen Jagdgründe meiner Bücherregale abtauchte, dass bei manchen Personen für manche Erlebnisbereiche schlichtweg keine "Rezeptoren" vorhanden sind. D.h. manchen Personen sind manche Erlebnisse nicht zugänglich. (Vielleicht lässt sich sogar behaupten, dass für eine jede Person spezifisch eigene Erlebnisbereiche existieren, die ihr nicht zugänglich sind.) Ein hochgradig unmusikalischer Mensch wird z.B. kaum je vollen Zugang zu Beethovens Werken haben. Auch wenn er sich drei Monate lang tagtäglich dreieinhalb Stunden mit diesen Werken berieselt. Es finden sich da schlichtweg keine "Rezeptoren" für das musikalische Erleben, kein voller Zugang zum Erleben. Es gehört mit zu den verblüffendsten Ereignissen, wenn man an einem Mitmenschen in einer gegebenen Situation eine völlig andere Reaktion beobachtet als man sich erwarten würde, nämlich einfach keine Reaktion, die Abwesenheit einer Reaktion, das völlige Abhandensein jeglicher Rezeptivität für ein bestimmtes Erlebnis.

[Siehe auch: William James on Attention]

Erläuterungen zum Vogelgesang:

Ernst Paul Dörfler, Nestwärme:

"Vogelmännchen sind ... oft tolle Sänger. Weibchen in jedem Fall tolle Zuhörerinnen. Wenn ein Vogelmännchen erstklassig singt, löst das beim Weibchen Glücksgefühle aus. Das mag vermenschlichend klingen, ist es aber nicht. Die substanzielle Basis dieser Gefühlsregungen ist analytisch nachweisbar."

"Intensiver, leidenschaftlicher Gesang geht nicht nur unter die Haut, er liefert auch Information über die inneren Werte. Dafür interessieren sich ganz besonders die Weibchen, um die Männchen in ihrer Vitalität einschätzen zu können. Welche Gesangskriterien sind für Vogelweibchen wichtig? In erster Linie ist die Lautstärke des Männchens entscheidend ... Nicht alle Vögel ein und derselben Art singen gleich laut. Es gibt laute und leise Sänger. ... Wenn Weibchen laute Sänger gegenüber leisen Flüsterern bevorzugen, dann entscheiden sie sich für ein Männchen in guter Kondition. Der Aufbau einer guten körperlichen Verfassung ist also der Preis, den man für das laute Singen zu entrichten hat. Wer laut trällert, hat die besseren Chancen - aber auch höhere Risiken. Wer sich mit lautem Gesang hervortut, muss mit aggressiven Reaktionen anderer Männchen rechnen. Wer also nicht die Kraft aufbringt, sich mit seinen Artgenossen anzulegen, hält lieber den Schnabel oder äußert sich bestenfalls leise."

"Lautstärke ist wichtig, aber sie ist nicht alles. Es geht den Weibchen auch um Vielfalt und Virtuosität. Innerhalb einzelner Arten ist der Gesang von Vogel zu Vogel individuell verschieden. Jedes Männchen hat seinen eigenen Liedschatz, selbst wenn wir mit unserem vergleichsweise schwach entwickeltem Gehör die Unterschiede von Sänger zu Sänger oft nicht wahrnehmen. Manche Vögel trällern schneller, höher und länger als andere. Die Weibchen achten vor allem auf schnelle Silben im hohen Frequenzbereich, die schwierig zu singen sind, quasi auf Männchen-Sopranstimmen, auch als >Sexy-Silben< bezeichnet. Manche Männchen treffen diese verführerische Noten, andere nicht. Musikalische Vielfalt ist ebenso ein ehrliches Qualitätskriterium des Sängers wie die Lautstärke."

"Weibchen werden durch besonders lauten und vielseitigen Gesang nicht nur angelockt, sondern auch sexuell stimuliert. Somit ist der Gesang auch ein Ergebnis der sexuellen Auslese. Die herausragendsten Sänger haben die besten Chancen auf Verpaarung. Und warum sind die Weibchen im Gesang so wenig talentiert? Man könnte meinen, dass Weibchen diese Selbstinszenierung nicht nötig haben. Aber es gibt noch andere Erklärungen. Die Ursachen der Geschlechtsunterschiede liegen im Gehirn. Gesang und Sex werden durch die Hirnstruktur gesteuert. Im Gesangzentrum der Singvögel liegen die Schaltstellen für das Lernen und Produzieren von Gesang. Hier befinden sich die Nervenzellen mit den Rezeptoren, an denen Sexualhormone andocken können. Auf dem Pfad steuern die Wirkstoffe das Gesangsystem. Experimentell wurden frisch geschlüpfte weibliche Zebrafinken mit dem männlichen Hormon Testosteron behandelt. In Folge begann sich das Gesangsystem zu entwickeln. Auch erwachsene Kanarienvogelweibchen lassen sich durch Testosterongaben vorübergehend zum Singen bringen. Diese Weibchengesänge ähneln denen der Männchen, es sind die sexuelle attraktiven Gesangsmuster. Die Fähigkeit der Vögel zum Gesang hat also Wurzeln im männlichen Sexualhormon."

Der Spielmodus:

Letztlich ein >Probiermodus<. Insbesondere verspieltes Spielen lässt sich als ein Probieren und Austesten verstehen. Reales Austesten und Ausprobieren kann mit Kosten einhergehen, die im beidseitig verspielten Umgang zweier (oder auch mehrerer) Partner umgangen werden können. Auch bietet sich dem Menschen durch sein episodisches Vorstellungsvermögen die Möglichkeit, risikofrei Szenarien im eigenen Kopf, d.h. innerlich, auszutesten und auszuprobieren.

Dienstag, 26. Februar 2019

Neugierde und Wissenschaft (II):

"Wissenschafter sind ja nicht neugieriger als andere. Sie sind eher weniger neugierig als andere. Sie verhaken sich nur mit irgendeinem Problem, das sie dann nicht mehr loslässt. Eines der wesentlichen Merkmale des Wissenschaftlers ist ja, dass er seine Neugier außerordentlich beschränken muss. Wenn er zu neugierig ist, dann macht er jeden Tag wieder etwas anderes. Und dann kommt nichts heraus. Ich würde sagen der Wissenschaftler ist nicht charakterisiert durch mehr Neugier, sondern durch weniger Neugier als andere Menschen. Oder eine diszipliniertere. Oder eine... vielleicht auch nicht  disziplinierte, sondern mehr neurotisch konzentrierte Neugier."

Max Delbrück

[Siehe auch: Foxes and Hedgehogs - Auch unter Wissenschaftern finden sich neugierige und weniger neugierige Varianten. Delbrück betont die Bedeutung der Beharrlichkeit in der Auseinandersetzung mit Problemen.]

"Romantische Wissenschaft":

Romantische Wissenschaft, Alexander R. Lurija:

"Natürlich haben die romantischen Wissenschaftler und die romantische Wissenschaft Mängel. Romantische Wissenschaft vernachlässigt die Logik; sorgfältige, Schritt für Schritt aufgebaute Argumentation ist nicht ihre Sache, und nur mit Mühe kommt sie zu festen Formulierungen und universellen Gesetzen. Zuweilen nehmen in ihrer Arbeit künstlerische Neigungen und Intuitionen überhand. Ihre Beschreibungen gehen oft nicht nur ihren Erklärungen voran, sondern treten manchmal auch an deren Stelle."

[Siehe auch: Two kinds of science]

Montag, 25. Februar 2019

Freiheit:

Das Freiheitsgefühl ist wohl eng damit asoziiert, dass sich einer Person regelmäßig die Möglichkeit bietet, dasjenige zu tun, wofür sie ein echtes Interesse empfindet.

An seinen echten Interessen vorbeileben zu müssen, oder auch nie die Gelegenheit finden, seine echten Interessen zu entfalten, führt vermutlich zu einem dauerhaft subjektiv empfundenen oder gelebten Zustand der "Unfreiheit".

[Siehe auch: Linda S. Gottfredson]

Sonntag, 24. Februar 2019

The Greeks:

Camille Paglia, Sexual Personae:

"In Egypt, sky-cult and earth-cult were harmonized, but in Greece there is a split. Greek greatness is Apollonian."

"Greece, unlike Egypt, never worshipped beast gods. Greek sky-cult kept nature in her place."

"I say there is neither person, thought, thing, nor art in the brutal chthonian."

" 'Olympian religion is essentially a religion of the successful, comfortable, and healthy ruling class. The downtrodden peasant, harassed by the necessities of keeping body and soul together in a natural unfruitful land, crippled by debt and social injustice, asked something very different of his gods: the Olympians bore a discouraging resemblance to his oppressors.' Aristocracy is aboveness. The Olympians are authoritarian and repressive. What they repress is the monstrous gigantism of chthonian nature, that murky night-world from which society must be reclaimed day by day."

"The fraternal androgynes Apollo and Artemis are, with Athena, the most militant of Olympians in the war against chthonian nature."

"Archaic art shows [Artemis] standing between heraldic animals, which she strangles with each hand. She rules them and she slays them."

Freitag, 22. Februar 2019

Offenheit:

(A) Offenheit für Neues

(B) Offenheit für das "Gute", "Schöne" und "Wahre"; Z.B.: Wenn das sinnvolle Verhalten des Mitmenschen registriert wird; wenn am Erkennen der Mitmenschen teilgenommen wird; wenn "Schönes" beachtet wird, d.h. wenn Phänomenen, denen aufgrund ihrer Beschaffenheit ein besonderer ästhetischer Reiz anhaftet, bevorzugt Aufmerksamkeit gewidmet wird;

Das "Böse" und das "Gemeine":

Im Alltagsverständnis bezeichnet man eine Person als "böse", wenn sie bewusst danach strebt, etwas inhärent Wertvolles zu zerstören.

Im Alltag bezeichnet man eine Person als "gemein", wenn sie über keine höhere Moral oder Moralvorstellungen verfügt.

Donnerstag, 21. Februar 2019

Wissenserwerb:

>Words also fill conceptual needs, and for a new word to be easily learned the need must precede one’s encounter with the word. It is remarkable how quickly one forgets the definition of a word he does not need. I do not mean “need” in a practical sense, as something one must use, say, in one’s occupation; I mean a conceptual need, as when one discovers a word for something he has experienced but at the time did not know there was a word for it. Then when the appropriate word is encountered, it “sticks” and becomes a part of one’s vocabulary. Without the cognitive “need,” the word may be just as likely to be encountered, but the word and its context do not elicit the mental processes that will make it “stick.”<

Arthur R. Jensen


Ähnlich verhält es sich wohl beim Erwerb von Wissen. Manche Personen werden regelmäßig mit bestimmten Vorstellungen oder Wissenselementen konfrontiert und absorbieren diese dennoch nicht. Im Kopf anderer Personen findet sich ein Gebäude von nahe verwandten Vorstellungen oder Wissenselementen und gegebenenfalls auch ein ungefähres oder gar deutliches Gefühl dafür, wo sich in diesem Gebäude Lücken finden. Hier kann es sich ereignen, dass bereits im Anschluss an den Erstkontakt mit einer Vorstellung oder einem Wissenselement, dieses sogleich dauerhaft in das bestehende Gedankengebäude eingefügt wird.

Verbale Ratschläge:

Wenn man Jahre im eigenen Leben zurückgehen könnte, um seinem alten Selbst einen Ratschlag zu geben, welchen Ratschlag würde man geben?

Ich denke, noch relevanter als komplizierte Überlegungen zur Beschaffenheit dieses Ratschlags anzustellen, ist es wohl, zu realisieren, dass das Wichtigste in der eigenen Lebensentwicklung wohl eng mit einem emotionalen Reifungsprozess zusammenhängt, der sich allerdings durch verbale Ratschläge nicht vorwegnehmen und dessen Ausgang sich durch keine Ratschläge entscheiden lässt.

Mittwoch, 20. Februar 2019

"As life goes on, there is a constant change of our interests, and a consequent change of place in our systems of ideas, from more central to more peripheral, and from more peripheral to more central parts of consciousness. I remember, for instance, that one evening when I was a youth, my father read aloud from Boston newspaper that part of Lord Grifford's will which founded these four lectureships. At that time I did not think of being a teacher of philosophy, and what I listened to was as remote from my own life as if it related to the planet Mars. Yet here I am, with the Gifford system part and parcel of my very self, and all my energies, for the time of being, devoted to successfully identifying with it. My soul stands now planted in what once was for it a practically unreal object, and speaks from it as from its proper habitat and center."

William James

Dienstag, 19. Februar 2019

A pushover:

~ a person exhibiting maladaptive agreeableness

Der "Ichbegriff":

Der Mensch kann sich explizit als Urheber seiner Handlungen erleben, d.h. er kann verbal darüber Auskunft geben, dass er sich als Urheber seiner Handlungen erlebt. In dieser Hinsicht unterscheidet sich das "Ichgefühl" vom vermutlich bestenfalls diffusen "Subjektempfinden" anderer Tiere.

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Das sprachliche Nachdenken über die selbst hervorgebrachten Handlungen und die eigenen Handlungsoptionen

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Das verbale Auskunft geben, wie man gehandelt hat und wie man handeln kann

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Man könnte das "Ichgefühl" somit auch im Sinne eines expliziten/verbal formulierbaren Handlungsbewusstseins verstehen.

Montag, 18. Februar 2019

Attention:

"Millions of items of the outward order are present to my senses which never properly enter into my experience. Why? Because they have no interest for me. My experience is what I agree to attend to. Only those items which I notice shape my mind - without selective interest, my experience is an utter chaos. Interest alone gives accent and emphasis, light and shade, background and foreground - intelligible perspective, in a word. It varies in every creature, but without it the consciousness of every creature would be a gray chaotic indiscriminateness, impossible for us even to conceive."

William James

Humor:

"There seems to be general agreement, among humor researchers and laypersons alike, that there is considerable variability across individuals in the degree to which they possess a sense of humor."

Rod A. Martin

Sonntag, 17. Februar 2019

Love:

Steve Stewart-Williams, The ape that understood the universe:

>Sometimes romantic love matures into a distinct form of love, which psychologists call companionate love. ... [Romantic] hallucinations don't last forever. In time, we start to get to know the real person hidden beneath our mental image of them - and occasionally, if we're lucky, we come to love that person too. This next-level love is often a more genuine, less delusional form of love. One of the most powerful descriptions of it that I've come across is in Louis de Bernieres' novel, Captain Corelli's Mandolin:

"Love is a temporary madness. It erupts like an earthquake and then subsides. And when it subsides you have to make a decision. You have to work out whether your roots have become so entwined together that it is inconceivable that you should ever part. Because this is what love is. Love is not breathlessness, it is not excitement, it is not the promulgation of promises of eternal passion. That is just being 'in love' which any of us can convince ourselves we are. Love itself is what is left over when being in love has burned away, and this is both an art and a fortunate accident. Your mother and I had it, we had roots that grew towards each other underground, and when all the pretty blossoms had fallen from our branches we found that we were one tree and not two."<

Experiments:

"Careful observations and experimentation with how things behave under different conditions has lead to a revolution in understanding in just about all areas."

"To make observations, and to collect data, one can either passively observe a phenomenon, or one can actively set up certain conditions under which to observe it."

"an experiment is a deliberate manipulation of things in such a way as to efficiently and accurately collect data."

David J. Hand

Samstag, 16. Februar 2019

"Gottglaube" und Atheismus:

(A) Es gibt Sachen und Angelegenheiten, denen eine objektive Bedeutung zukommt.

(B) Es gibt keine Sachen und Angelegenheiten, denen eine objektive Bedeutung zukommt. Nichts ist objektiv und absolut wichtig.

Social Epistasis:

"So what do we mean by social epistasis? Social epistasis is ... extending this tendency of genes to sort of engage in this crosstalk within the genome to genes located in different organisms."

Michael A. Woodley

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"At its most simple level, a social epistatic transaction occurs when an individual has a particular gene and via an interaction with a social partner they can change the patterns of gene expression in their social partner, in ways which have very far reaching consequences for the fitness of those social partners, because the fitness of those social partners is not necessarily purely a function of their  own endogenous genetic variation, but also due to this added layer of genetic interactions that take place between individuals."

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"... the social environment is more than just an environment, it's like an extended genotype."

Io - Most volcanically active spot in the solar system:

NASA:






















[via Massimo]

Montag, 11. Februar 2019

Die philosophische Methode:

Das Hinlauschen auf Fingerzeige von Innen, die uns darauf hinweisen, dass etwas Gehörtes, Gesehenes, Gedachtes, Gelesenes relevant sein könnte.

Sonntag, 10. Februar 2019

>“learning” is “finding regularity in data,” and that “regularity” can be equated with “compressibility.”<

Peter Grünwald
(A) eine intelligente Person erkennt Sachen rascher als eine weniger intelligente Person

(B) manche Personen erkennen oder sehen Sachen, die andere Personen nicht erkennen oder sehen, da sie in ihrem Erkennen methodisch anders vorgehen

[Siehe auch: On genius]

Warmth and Competence:

Susan T. Fiske et al.:

"people everywhere differentiate each other by liking (warmth, trustworthiness) and by respecting (competence, efficiency). According to recent theory and research in social cognition, the warmth dimension captures traits that are related to perceived intent, including friendliness, helpfulness, sincerity, trustworthiness and morality, whereas the competence dimension reflects traits that are related to perceived ability, including intelligence, skill, creativity and efficacy."

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Amy J. C. Cuddy et al.:

"Structural origins of warmth and competence perceptions result from competitors judged as not warm, and allies judged as warm; high status confers competence and low status incompetence."

"First, actors need to anticipate others’ intentions toward them; the warmth dimension—comprising such traits as morality, trustworthiness, sincerity, kindness, and friendliness—assesses the other’s perceived intent in the social context. Second, both in importance and temporal sequence, actors need to know others’ capability to pursue their intentions; the competence dimension—comprising such traits as efficacy, skill, creativity, confidence, and intelligence—relates to perceived capability to enact intent. Motivationally, warmth represents an accommodating orientation that profits others more than the self, whereas competence represents self-profitable traits related to the ability to bring about desired events (Peeters, 1983)."

Samstag, 9. Februar 2019

Das Nachdenken:

Nachdenkend können wir beliebige Gedächtnisinhalte miteinander in Beziehung setzen. Damit wir nachdenken können bzw. damit wir uns ein Erkennen  von unten nach oben aufbauen können, müssen wir vorerst einen Lernaufwand in den Erwerb von Gedächtnisinhalten investieren.

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Man kann es wohl ungefähr so sehen: Durch Lektüre oder Erfahrung erwerben wir uns gewisse Grundbausteine des Denkens ("Vorstellungen"), die wir in Gedankengängen beliebig miteinander in Beziehung setzen und aus denen wir beliebige höhere Gebilde formen können.

The Masculinity Dimension:

G. Hofstede - Motivation, Leadership and Organization:Do American Theories Apply Abroad? (1980)

Freitag, 8. Februar 2019

Knappheit im Ausdruck:

"[W]enn man die Größe eines Buchs nicht nach der Zahl der Blätter, sondern nach der Zeit misst, die man nötig hat, es zu verstehen, so könne man von manchem Buche sagen, dass es viel kürzer sein würde, wenn es nicht so kurz wäre. [Aber, in manchen Fällen lässt sich ebenso sagen:] manches Buch wäre viel deutlicher geworden, wenn es nicht gar so deutlich hätte werden sollen."

Immanuel Kant

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"[The] charm of conversation is in direct proportion to the possibility of abridgment and elision, and in inverse ratio to the need of explicit statement. With old friends a word stands for a whole story or set of opinions. With new-comers everything must be gone over in detail. Some persons have a real mania for completeness, they must express every step."

William James

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Der Mensch kann im Sprechen oder Schreiben danach streben, möglichst viel an nicht-notwendiger, überflüssiger oder redundanter Information wegzulassen; sich möglichst knapp auszudrücken. Wenn die Ausdrucksweise allerdings gar zu knapp ausfällt, dann wird das häufig zur Folge haben, dass ihn ein Gesprächspartner oder ein Leser nicht versteht. Nimmt das Sprechen oder Schreiben jedoch einen sehr weitläufigen Charakter an, so kann dies für Gesprächspartner oder Lesende eine regelrechte Qual bedeuten. Vor lauter Beispielen, Ab- und Umwegen im Gedankengang, wird immer unklarer, worum es dem Sprechenden oder Schreibenden eigentlich geht. Ein guter Sprach- oder Schreibstil lässt sich nicht bloß über die Auswahl der Inhalte, über die gesprochen oder geschrieben wird, charakterisieren, sondern ebenso über die Weglassung von Inhalten, die der Schreibende oder Sprechende als unwesentlich oder als nicht erwähnenswert empfindet.

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Das Sprechen lebt von der Weglassung unwesentlicher Information. Wenn wir einer Person beim Sprechen zuhören, erhalten wir einen Eindruck davon, wie sie die Welt filtert.

Dienstag, 5. Februar 2019

Selbsterziehung im Denken:

Möglicherweise eine alberne Spekulation. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass keine nennenswerte Korrelation zwischen der Intelligenz und dem Persönlichkeitsmerkmal "Gewissenhaftigkeit" besteht.

Vermutlich trifft folgendes zu: Wenn eine Person über Jahre hinweg einen konstanten Druck auf das eigene verbale Denken bzw. auf das "innere Selbstgespräch" ausübt, und zwar in Form der Bemühung, dass das Denken klarer, das Selbstgespräch ehrlicher wird, dann wird sich diese Einflussnahme mit der Zeit bemerkbar machen. Selbstkontrolle und Intelligenz, Selbstbeherrschung und Leistungsstärke des Denkapparats, bezeichnen Unterschiedliches. Die eine Person hat ihren moderat leistungsstarken Denkapparat hochgradig unter Kontrolle. Die andere Person ist zwar hochintelligent, lenkt und beherrscht die eigenen Gedankengänge aber kaum.

Montag, 4. Februar 2019

Zerstreutheit:

Überspitzt formuliert: Man kann sein Leben so einrichten, dass fokussierte Tätigkeit im Mittelpunkt dieses Lebens steht, dass es sich um fokussierte Tätigkeiten herum aufbaut. Hierbei stellen Zerstreuungen bloß eine Unterbrechung des fokussierten Handelns dar. Oder man kann sein Leben so aufbauen, dass Zerstreuungen den Schwerpunkt bilden. Konzentriertes Handeln führt hier bloß zu einer vorübergehenden Unterbrechung des Grundzustands der Zerstreutheit.

Sonntag, 3. Februar 2019

Charakterwandel:

"Wenn dir dein Charakter nicht passt, dann leg dir einen neuen zu."

Es geht darum, die eigenen Kerngewohnheiten zu identifizieren und wertende Stellung zu diesen Kerngewohnheiten zu beziehen. Darum, eine Auswahl an Gewohnheiten abzulegen, und darum, gezielt neue Gewohnheiten zu erwerben. Das Buch Atomic Habits von James Clear widmet sich eben diesem Thema, d.h. der Frage, wie wir Gewohnheiten beseitigen, neue Gewohnheiten aufbauen, und unseren Charakter verändern können.

[P.S.: Der "Jänner-Artikel" wird erst mit Verspätung und also als "Februar-Artikel" erscheinen.]

Samstag, 2. Februar 2019

Essentialism:

"Distinguishing the 'vital few' from the 'trivial many' can be applied to every kind of human endeavour large or small[.]"

Greg McKeown

Freitag, 1. Februar 2019

Surely There Couldn’t Be Anything Wrong with Altruism?

Giving ‘Til It Hurts’, R. Bachner-Melman and B. Oakley:


"After all, over the past century thousands of articles and books on altruism have pointed out that caring for others is central to all human social structures. The study of altruism has recently gained momentum as neuroscience has revealed the role of genetics and neurophysiology in our feelings of compassion and empathy. It appears we are hardwired to care for others. And if most of us derive a sense of competence, pleasure and self-worth from being kind, helpful and generous towards others, how could altruism be pathological? Many researchers are so invested in the benefits of altruism that they frown on studies emphasizing its potential pitfalls. Western societies have become so focused on its benefits that its flip side has been virtually ignored."

"pathological altruism can be defined as 'the willingness of a person to irrationally place another’s perceived needs above his or her own in a way that causes self-harm'."

"Empathy involves experiencing the same feelings as the person with whom we are empathizing, somewhat like feeling bad for someone in a pit and climbing down into the pit to comfort. Compassion involves concern, but not necessarily the same feelings as the person to whom we are offering compassion, like inviting the person in a pit up to your level to share a cup of tea and talk more dispassionately about the problem together."

“ 'I was a pleaser from a very young age to my father, mother and other family members and friends, and this took away my freedom to make choices that were right for me,' writes a 44-year-old woman in recovery from anorexia nervosa after over 20 years of illness (D. Friedman, personal communication, September 7, 2009)."

"Often, a poorly defined sense of self leads those who develop eating disorders to constantly adapt themselves to external needs and expectations. The experience of negating themselves and denying their needs in order to serve others therefore becomes all too familiar."

"Sufferers, therapists, researchers and theoreticians have all documented the low priority eating disorders patients allocate to their own rights and wishes and the high priority they give to the needs and expectations of others."

"Hilde Bruch was among the first clinicians to emphasize the extent to which individuals with eating disorders, whom she called “consummate caretakers”, stunt the growth of self-identity by constantly giving to others."

"Eating disorders may be seen in this context as an attempt to deny dependence on everybody and everything, symbolized by them becoming dependent on food-related contexts. Other biological needs, such as the need for rest, sleep, and sex are often also pushed aside. Medical care may be seen as superfluous and basic interpersonal needs for affection, support and help are denied. A regimented, ritualized daily schedule regulated by behavioral and moral rules provides an effective strategy to avoid the satisfaction of genuine needs and to appear self-sufficient."

"Palazzoli emphasized the guilt experienced by children who later develop eating disorders in response to their needs, and described family dynamics that lead them to feel responsible for their parents’ wellbeing. Bachar pointed out that eating disordered patients often recall feeling responsible for their parents and taking on a comforting, organizing role at home."

"All too often the parents of adolescents with eating disorders, particularly anorexia nervosa, ignore and deny their child’s illness as long as possible, and react with incredulity and disbelief when confronted with it. How, they ask, could such an easy, sweet-natured, undemanding and self-disciplined person possibly become ill?"

"A person with an eating disorder equates food with self-indulgence and selfishness."

"In the absence of the ability to give to self and little sense of how much of self is reasonable to relinquish for the sake of others, giving often smacks of martyrdom."

"The motivations and feelings behind the act of giving are central to the distinction between normal and pathological altruism. For people with eating disorders, the simple joy of giving is often tainted by anger and frustration, conscious or unconscious, at sacrificing so much and receiving so little in return. Bruch wrote that women with anorexia nervosa help and serve other people, but disown their anger and aggression. The tendency of women with anorexia nervosa to repress needs and feelings, especially anger, to protect interpersonal relationships, has been supported from a cognitive and sociological perspective by Geller and her colleagues."

"Treatment is an unfamiliar and challenging experience for eating disorder patients, since it provides the opportunity to focus on their needs instead of those of others."