Samstag, 20. Oktober 2018

Die Aufmerksamkeit:

"In der Tat, nichts charakterisiert einen Menschen so gut wie das Verhalten seiner Aufmerksamkeit."

"Sage mir, was du beachtest, und ich will dir sagen, wer du bist."

Jose Ortega y Gasset

[Siehe auch: That your experience largely depends on ...]

Intelligentes Denken und Problemlösen:

Gerhard Roth - Fühlen, Denken, Handeln:

"[D]ie Aufgabe [besteht] im Wesentlichen darin, sehr schnell den Kern eines Problems zu identifizieren und dann aus verschiedenen Teilen des Gedächtnisses geeignetes Wissen bzw. geeignete Fertigkeiten aufzurufen und sie in kreativer Weise miteinander zusammenzusetzen.

Schlechte Problemlöser erkennen oft nicht, was ein Problem schwierig macht, und können ihre Strategien dem neuen Problem nicht gut anpassen. Der intelligente Mensch hingegen ist dadurch gekennzeichnet, dass er relativ schnell eine Lösung des ausstehenden Problems findet. Beim Problemlösen muss nicht nur relevante Information aktiviert, sondern auch irrelevante Information unterdrückt werden, und all dies meist unter Zeitdruck. Hiernach soll sich das Gehirn eines intelligenten Menschen dadurch auszeichnen, dass das Abrufen relevanter Information (vor allem von >Expertenwissen<), das Unterdrücken irrelevanter Information sowie das anschließende Zusammenfügen der relevanten Information möglichst schnell und mit möglichst geringem Aufwand geschieht."

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"Die Untersuchungen von Haier und Neubauer deuten an, dass Intelligenz in beträchtlichem Maße davon abhängt, wie schnell bestimmte Hirngebiete aktiviert und darin enthaltene Informationen ausgelesen und zusammengesetzt werden können[.]"

Mensch und Tier, Sprache und Handlungsplanung:

Gerhard Roth, Wie einzigartig ist der Mensch?:

"In zwei Bereichen sind die Unterschiede zwischen Mensch und nichtmenschlichen Tieren besonders groß, nämlich in der Fähigkeit zur mittel- und langfristigen Handlungsplanung und in der syntaktisch-grammatikalischen Sprache.

Menschenaffen, zum Beispiel Schimpansen, sind in der Lage, bestimmte Handlungen für einige Stunden (oder vielleicht etwas länger) im Voraus zu planen, die allermeisten anderen Tiere zeigen – von artspezifisch-instinktivem Verhalten abgesehen – keinerlei längerfristige Handlungsplanung. Es ist für alle Tiere äußerst schwierig, mithilfe des Arbeitsgedächtnisses Vorstellungen und Gedanken für mehr als eine Minute „im Kopf“ zu behalten – meist sind es nur wenige Sekunden. Bei uns Menschen ist es allein die „phonologische Schleife“ unseres Arbeitsgedächtnisses, mit der wir uns Dinge still aufsagen können (zum Beispiel Zahlen oder Namen), und dies hilft uns enorm bei der kurzfristigen Handlungsplanung. Eine über Tage hinausgehende Handlungsplanung ist ohne Symbole als Merkhilfen (etwa in Form eines Kalenders) nicht möglich.

Der syntaktisch-grammatikalischen Sprache scheint bei den kognitiven Leistungen des Menschen eine Schlüsselrolle zuzukommen, denn sie ermöglicht eine Art des Denkens, die allem nichtsprachlichen Denken haushoch überlegen ist. Der menschlichen Sprache liegt das Grundvermögen zur gedanklichen Bewältigung zeitlich aneinandergereihter Zeichen und Ereignisse zugrunde, und es ist gleichgültig, ob es dabei um gesprochene oder geschriebene Worte, Gebärden oder zu betätigende Tasten geht. Gehörlose verfügen in der Regel über intakte Wernicke- und Broca-Areale, und Störungen dieser Areale drücken sich bei Gehörlosen in entsprechender Weise in der Gebärdensprache aus wie bei sprechenden Personen in der Lautsprache. Menschenaffen kommen auch mithilfe der Gebärdensprache oder einer Computertastatur nicht über die Barriere einer Zwei- bis Drei-Wort-Sprache ohne deutliche Grammatik und Syntax hinaus. Es ist offenbar eine ganz generelle kognitive Fähigkeit zur zeitlichen Segmentierung, die in den Dienst der Sprache gestellt wurde."

[Siehe auch: Language as a mighty "intelligence amplifier", Sonderstellung des Menschen, The most clear-cut difference ...]

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Kreativität:

"Kreativität ist eine Gratwanderung zwischen zu viel und zu wenig Assoziativität. Viele kreative Menschen sprudeln vor Ideen, un der Schritt zum >Spinner< ist oft klein, und häufig genug fällt es schwer, zwischen Hochkreativen und >Verrückten< zu unterscheiden."

Gerhard Roth

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"Zweifellos sind kreative Prozesse keine rein intracortikalen Vorgänge, sondern sind sehr stark von subcorticalen limbischen Vorgängen beeinflusst, und zwar mehr als bei einer reinen Intelligenzleistung. Hierfür spricht die Tatsache, dass das limbische System nicht nur die Ausschüttung von Neuromodulatoren im Cortex (und besonders im präfrontalen Cortex) kontrolliert, sondern auch die Aktivität des Nucleus reticularis thalami überwacht. Dies könnte erklären, warum Kreativität mehr als Intelligenz von Intuition lebt. D.h. viele kreative Lösungen werden ganz offenbar unbewusst vorbereitet."

Intelligenz:


Fluide Intelligenz: 

~ wie rasch eine Person auffasst bzw. Sachverhalte versteht; wie rasch und effektiv eine Person Ungewissheit darüber reduziert / beseitigt, wie sich eine Sache verhält / wie sich Sachen verhalten;


Kristalline Intelligenz:

~ die Menge an Sachverhalten, die eine Person versteht; der Abstraktheitsgrad und Komplexitätsgrad von Sachverhalten, den eine Person versteht;

Mittwoch, 17. Oktober 2018

"To do high, real good physics work you do need absolutely solid lengths of time[.] ... [I]t needs a lot of concentration - that is, solid time to think[.]"

Richard Feynman