Samstag, 23. Juni 2018

Moralisches Erkennen:

Moralisches Erkennen lässt sich als Antwort auf folgende Frage interpretieren: "Was ist wert, angestrebt zu werden?"

Die Frage "Wohin?" als Schlüsselfrage der Moral.

Freitag, 22. Juni 2018

Ziellosigkeit und Müßiggang:

"[Man ist versucht], hinter dem Symptom des Müßigganges nach einem Konflikt zu suchen, der den Menschen nicht zur Bildung von Zielen kommen lässt."

"Ich habe mich oftmals gefragt, ob nicht sehr viele der Menschen, die sich durch unsere Geschäftsstraßen drängen - recht ziellos, ohne dass sie meist ernsthafte Absicht oder auch nur die Mittel für einen Kauf hätten - Müßiggänger sind, beladen mit inneren Widersprüchen, getrieben von der Angst, allein zu sein, und vom "horror vacui". Man merkt es schon ihrem Gang an, dass sie eigentlich nicht wissen, wohin sie wollen; was sie zu erwarten scheinen, ist ein Reiz, der ihre Unentschlossenheit zu überblenden vermöchte. Sie sind reizhungrig und schließlich den Neon-Röhren der Auslage dafür dankbar, dass sie ihnen ein qualvolles Selbstgespräch ersparen. Man weiß es von den Heranwachsenden, die voller innerer Spannungen stecken und die aus ihnen heraus manchmal nicht zu einer bestimmten Tätigkeit finden. Sie vertun dann ihre Zeit. Eine Zeit vertun, über einen Lebensabschnitt hinweggleiten, das ist das Anliegen des Müßigganges. Eine Zeit vertun, die einem später doch fehlen wird - man weiß es im voraus ziemlich deutlich, dass sie einem fehlen wird - das ist der Kunstgriff, mittels dessen sich der Müßiggänger des lähmenden Konflikts erledigt. Er wird die verlorene Zeit später irgendwie durch besondere Aktivität wieder einzubringen haben; ..."

"Die Menschen sind eigenartig: Sie geben vor, sich eine freie Zeit zu wünschen, und sie wissen mit nichts so wenig anzufangen, wie eben mit jener freien Zeit. Wird sie ihnen - etwa im Wochenende oder im Urlaub - zuteil, dann ergeht es ihnen nicht selten wie dem Mann im Märchen, dem die Erfüllung seiner Wünsche nur Verlegenheit bereitete. Man weiß, dass jede wohlgeordnete Gesellschaft überreich ist an Institutionen, deren hauptsächliche Aufgabe die Ausfüllung der Freizeit ist. Sie dienen der "Zerstreuung", heißt es - vielleicht sollte man besser sagen, der Befreiung vom Selbstgespräch."

Peter R. Hofstätter

Donnerstag, 21. Juni 2018

Basic functional trade-offs in cognition: An integrative framework

Basic functional trade-offs in cognition: An integrative framework
Marco Del Giudice, Bernard J. Crespi, 2018 


Abstract

Trade-offs between advantageous but conflicting properties (e.g., speed vs. accuracy) are ubiquitous in cognition, but the relevant literature is conceptually fragmented, scattered across disciplines, and has not been organized in a coherent framework. This paper takes an initial step toward a general theory of cognitive trade-offs by examining four key properties of goal-directed systems: performance, efficiency, robustness, and flexibility. These properties define a number of basic functional trade-offs that can be used to map the abstract “design space” of natural and artificial cognitive systems. Basic functional trade-offs provide a shared vocabulary to describe a variety of specific trade-offs including speed vs. accuracy, generalist vs. specialist, exploration vs. exploitation, and many others. By linking specific features of cognitive functioning to general properties such as robustness and efficiency, it becomes possible to harness some powerful insights from systems engineering and systems biology to suggest useful generalizations, point to under-explored but potentially important trade-offs, and prompt novel hypotheses and connections between disparate areas of research.






































Philosophieren versus Alltagsdenken:

Ein Nachsinnen über die allgemeine Bedeutung der Dinge versus dem Nachdenken über die subjektive Bedeutung, Brauchbarkeit oder Nutzbarkeit der Dinge.

Mittwoch, 20. Juni 2018

Fragen:

Wo bin ich? Wie kam ich hier her? Wo möchte ich hin (Ziele)? Wie komme ich da hin (Planung)?

Die Frage "Was tun?" ist schließlich nur dann gut beantwortbar, wenn über die Frage "Wohin?" keine oder wenig Ungewissheit besteht.

Dienstag, 19. Juni 2018

Willensfreiheit:

Analog zum Bogenschießen: der Glaube, dass der Mensch auf jedes beliebige Ziel schießen kann. (Im Zustand des gesteigerten Pathos wurden bereits Pfeile auf den Mond abgefeuert. Freilich, eine freie Zielwahl garantiert noch keineswegs hohe Trefferwahrscheinlichkeit. Auch finden sich manche Schützen, die bloß auf Nahziele zielen, und wiederum andere, die eine Vorliebe für Fernziele empfinden.)

Progressive Problem Shifts:

"I never had any illusions that the new ideas I was putting forward, and the new theories I was elaborating, would be ‘correct’ even in the rather limited sense which philosophy allows to apply to scientific theories. They were usually, if not always, in the right direction, part of what Imre Lakatos, a well-known philosopher of science, called ‘a progressive problem shift’, as opposed to a ‘degenerative problem shift’, i.e., programmes of research that advance knowledge, rather than programmes of research that fight a rear-guard action by ad hoc explanations of anomalies which proved destructive to the programme."

Hans J. Eysenck