Dienstag, 19. Juni 2018

Willensfreiheit:

Analog zum Bogenschießen: der Glaube, dass der Mensch auf jedes beliebige Ziel schießen kann. (Im Zustand des gesteigerten Pathos wurden bereits Pfeile auf den Mond abgefeuert. Freilich, eine freie Zielwahl garantiert noch keineswegs hohe Trefferwahrscheinlichkeit. Auch finden sich manche Schützen, die bloß auf Nahziele zielen, und wiederum andere, die eine Vorliebe für Fernziele empfinden.)

Progressive Problem Shifts:

"I never had any illusions that the new ideas I was putting forward, and the new theories I was elaborating, would be ‘correct’ even in the rather limited sense which philosophy allows to apply to scientific theories. They were usually, if not always, in the right direction, part of what Imre Lakatos, a well-known philosopher of science, called ‘a progressive problem shift’, as opposed to a ‘degenerative problem shift’, i.e., programmes of research that advance knowledge, rather than programmes of research that fight a rear-guard action by ad hoc explanations of anomalies which proved destructive to the programme."

Hans J. Eysenck

"Nachsehen" und "Nachdenken":

"Es war eine mehr als kopernikanische Wende in der Entwicklungsgeschichte des menschlichen Erkenntnisstrebens, als die Menschheit zum ersten Mal begann nachzusehen, anstatt wie bisher nachzudenken. Die nach Erkenntnis ihrer selbst und der sie umgebenden Welt ringende Menschheit hat zuerst das Nach-Denken gelernt und erst sehr, sehr viel später das Nach-Sehen! Diese geistesgeschichtliche Tatsache ist deshalb höchst merkwürdig, weil das einfache Nachsehen entwicklungs- und stammesgeschichtlich betrachtet zweifellos eine weit urtümlichere und ältere Leistung darstellt als das Nachdenken."

Konrad Lorenz

Details:

Eine gute Einführung in ein Thema vermindert durch Vermittlung einer Art "Gestaltwahrnehmung" den subjektiv empfundenen Detailreichtum eines Stoffgebiets. Visuelle "Gestaltwahrnehmung" ereignet sich weitgehend automatisch. D.h. die übergroße Mehrzahl an Menschen nimmt eine vorübergehende Person nicht als Summe von Nase, Ohren, Mund, Augen, Haar 1, Haar 2, Haar 3, linkes Bein, rechtes Bein, usw., wahr. Automatisch wird diese als Einheit empfunden. Auf theoretischem Gebiet ist das Auffinden von "Gestalt", d.h. das Erkennen des "großen Ganzen", allerdings mit bewusstem Aufwand verbunden. Zudem ist dieser Vorgang, verglichen mit "autokorrelativen" Vorgängen der Wahrnehmung, auch flexibler und reversibel. Der rote Faden, den wir bei der theoretischen Auseinandersetzung mit einem Thema überdeutlich zu empfinden vermeinen, kann sich schließlich als Luftschloss erweisen.

Dichtung:

Wie entsteht Dichtung?

Durch ein Weglassen vieler unwesentlicher Details. Und durch Betonung des Wesentlichen.

Ursprung von Mythen:

In einer Verinnerlichung des Bildes mancher Personen?

Sonntag, 17. Juni 2018

Verinnerlichung:

Bei Ehegemeinschaften oder eheähnlichen Gemeinschaften kommt es häufig zu einer Verinnerlichung mancher Aspekte des Beziehungspartners. Eine Verinnerlichung, die sich durch besonders aufmerksame Wahrnehmung des Partners ergibt. So kann es vorkommen, dass auch nach dem Tod des Partners eine Person in manchen Situationen glaubt, es angeben zu können, es geradezu wahrzunehmen, wie sich der Verstorbene wohl verhalten würde, was er sprechen würde, wie er dreinblicken würde. Hierdurch begleitet die Persönlichkeit des Verstorbenen den am Leben Verbliebenen weiter durchs Leben.