So ehrlich und direkt sein wie irgend möglich (Direktheit stets in dem Ausmaß, wie es die Situation erlaubt, ermöglicht, hergibt), es aber auch nicht dem Mitmenschen übel nehmen, es stets begrüßen, wenn dieser ehrlich und direkt reagiert oder agiert.
Das Mehr an Feedback, das ein direkter Mensch gibt und auch erhält, das macht den Unterschied.
Letztlich führt beides, in Verbindung, zu einem effektiveren, zu einem volleren Leben.
Letztlich führt beides, in Verbindung, zu einem effektiveren, zu einem volleren Leben.
(Wer direkt ist, produziert schneller Rückmeldeschleifen. Man sagt eher, was man möchte, was einen stört, was man gut findet, wo man anderer Meinung ist. Dadurch erfährt das Gegenüber mehr über einen selbst. Gleichzeitig provoziert man häufig auch deutlichere Reaktionen zurück. Man bekommt also mehr Daten über Beziehungen, Kollegen, Freundschaften, Dates und darüber, wie man selbst wirkt. Das kann kurzfristig unangenehmer sein als diplomatisches Ausweichen, langfristig aber enorm wertvoll.
Viele Menschen möchten selbst gern „ehrlich sein“, reagieren aber empfindlich, sobald die Ehrlichkeit in die Gegenrichtung läuft. Dann wäre Direktheit asymmetrisch: Ich darf Klartext reden, du aber bitte nur angenehm. Wer Direktheit als Wert beansprucht, muss auch bereit sein, Informationen zu empfangen, die das eigene Selbstbild irritieren.
Eine kleine Einschränkung ist dennoch nötig: Nicht jedes Mehr an Direktheit erzeugt automatisch besseres Feedback. Entscheidend ist, ob die Direktheit präzise und wahrhaftig ist oder nur ungefiltert. „Das war schlecht“ enthält wenig Information. „An dieser Stelle habe ich nicht verstanden, worauf du hinauswillst“ enthält viel. Gute Direktheit ist deshalb nicht maximale Rücksichtslosigkeit, sondern möglichst geringe Verfälschung bei möglichst guter Übermittlung.
„In dem Ausmaß, wie es die Situation erlaubt, ermöglicht, hergibt“. Das verhindert, dass aus dem Prinzip eine primitive Regel wie „immer alles sagen“ wird. Man kann vollkommen ehrlich sein und trotzdem Zeitpunkt, Form und Detailgrad wählen.
Der Kerngedanke lässt sich also zuspitzen: Direktheit erhöht nicht unbedingt den sozialen Komfort. Sie erhöht die Informationsdichte. Und wer mit dieser höheren Informationsdichte umgehen kann, kann sehr viel schneller lernen, welche Beziehungen funktionieren, wie er auf andere wirkt und wo er sich selbst etwas vormacht.)
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