Montag, 4. Januar 2021

Fokus:

Mit Sechzehn schrieb ich mal eine Überlegung nieder, die in etwa lautete:

"Da einzige Wesentliche im Leben und Streben besteht darin, zwischen dem Essentiellen und dem Nichtessentiellen, dem Wesentlichen und dem Unwesentlichen, etc., etc., unterscheiden zu können."

Freilich hatte ich das alles noch etwas mehr ausformuliert und mit unterschiedlichen Worten mehrmals wiederholt.

Gebracht hat sich die Überlegung eher wenig. Denn was macht man mit einem allgemein-gehaltenen Gedanken? Ich hätte mir sagen können: "Ah, ja gut, zwischen wesentlich und unwesentlich unterscheiden zu können, darauf kommt es an. Darauf, sich zu konzentrieren. Und jetzt schreibe ich mal 5 bis 10 Tage lang täglich eine halbe Seite darüber, was mir wesentlich ist, was mir bisher wesentlich war, und was mir künftig vermutlich wesentlich sein wird. Und in einem Jahr darauf dann, widme ich mich dem Thema dann wieder. Und das Jahr darauf, falls das alles, falls diese Herangehensweise fruchtbar erscheint, erneut."

Konkrete Auswirkungen auf mein Verhalten hatte dieser abstrakte Gedanke somit keine. Wenn er Effekte gezeigt hätte, hätte man das alles titulieren können als "persönliche Bemühungen, sich zu Fokussieren" oder "Die Kunst des Fokussierens, ein persönlicher Ansatz".

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