Eine Kränkung führt oft dazu, dass sich die Wege von zwei Personen für immer trennen.
(Eine Kränkung ist keine gewöhnliche negative Erfahrung, sondern ein Angriff auf das Selbstwertgefühl oder die Würde einer Person. Was sie so folgenreich macht: Sie wird nicht einfach vergessen, sondern abgespeichert — oft als narrative Markierung ("der Moment, als X..."). Beziehungen können viele alltägliche Reibungen überstehen, aber eine tiefe Kränkung erzeugt einen qualitativen Bruch, der schwer zu überbrücken ist.
Interessant ist die Asymmetrie: Der Kränkende erinnert sich oft gar nicht oder weniger intensiv an das Ereignis. Der Gekränkte trägt es. Das führt zu einem Paradox — der, der nichts bemerkt hat, versteht nicht, warum die Wege sich trennten.)
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