Sonntag, 27. September 2026

On Giving Honest Feedback:

"As your friend, it is my commitment to give you my honest feedback or response. That's the greatest gift I can give another person - my honesty [my honest feedback]."

Susan Campbell

"As your friend and fellow sojourner, it is my responsibility to provide you with accurate data concerning my feelings, my wants, and my thoughts about you, for that is how you learn - through honest feedback."

Selbstbewusstsein:

Ich würde sagen, Selbstbewusstsein lässt sich im Sinne einer Eigenständigkeit im Denken, im Werten, im Handeln verstehen.

Selbtbewusstere Personen zeigen ein Mehr von dieser Eigenständigkeit.

Eigenständigkeit als Attraktive Charakteristik:

"Ein eigenständiger Mann signalisiert typischerweise: Er hat ein eigenes Leben, eigene Interessen, eigene Standards und trifft Entscheidungen nicht nur danach, was gerade Zustimmung bringt. Das kann sehr anziehend wirken, weil es Stabilität und Substanz vermittelt. Man hat dann eher das Gefühl, einer Person mit eigener Kontur zu begegnen als jemandem, der sich fortlaufend anpasst.

Besonders relevant ist, dass Eigenständigkeit Druck aus Interaktionen herausnimmt. Wenn ein Mann nicht verzweifelt versucht, gemocht zu werden, kann ein Gespräch freier, spielerischer und ehrlicher werden. Er kann Interesse zeigen, ohne zu klammern; er kann Nähe zulassen, ohne sich dabei selbst zu verlieren. Genau diese Mischung wird von vielen Menschen — nicht nur Frauen — als angenehm und attraktiv erlebt."

Direktheit versus Ungefiltertheit:

"Direktheit wirkt häufig stärker als impulsive Offenheit. Ein ungefilterter Mensch sagt vielleicht alles, was ihm gerade durch den Kopf geht. Ein kontrolliert direkter Mensch sagt nur das, was er wirklich sagen will — aber dieses dann ohne unnötige Abschwächung. Der zweite kann deshalb sogar härter oder entschiedener wirken, obwohl er emotional viel weniger aufgewühlt ist.

Ein gutes Merkmal dafür ist die Fähigkeit, unangenehme Dinge ruhig auszusprechen. Etwa: „Das möchte ich nicht“, „Damit bin ich nicht einverstanden“ oder „So sehe ich dich gerade.“ Ohne lange Rechtfertigung, ohne Aggression und ohne hektisches Zurückrudern. Die Direktheit liegt in der Klarheit; die Kontrolle liegt darin, dass Ton, Zeitpunkt und Inhalt bewusst gewählt sind."

Direktheit und Ungefiltertheit:

"Relativ direkt und ungefiltert sind oft Menschen, die wenig Angst vor sozialer Missbilligung haben. Sie sagen eher, was sie denken, weil sie nicht jede Aussage vorher danach prüfen, wie sie beim Gegenüber ankommt. Das kann mit Selbstsicherheit zusammenhängen, aber auch mit Temperament: Manche Menschen haben einfach eine geringe innere Hemmschwelle zwischen Wahrnehmung, Urteil und Äußerung.

Direkt wirken außerdem häufig Menschen, die viel soziale Erfahrung haben. Wer oft mit sehr unterschiedlichen Personen spricht, Konflikte erlebt hat und gelernt hat, dass Beziehungen nicht sofort zerbrechen, nur weil man etwas Klareres sagt, wird oft weniger vorsichtig. Interessanterweise kann sehr viel soziale Erfahrung also gerade zu weniger Filterung führen.

Eine weitere Gruppe sind Menschen mit hoher Autonomie. Sie brauchen Zustimmung nicht besonders stark, haben eigene Standards und sind bereit, dass andere sie gelegentlich falsch verstehen oder nicht mögen. Bei ihnen klingt Direktheit oft ruhig: nicht aggressiv, sondern eher „So sehe ich es.“ Das ist etwas anderes als Impulsivität.

Dann gibt es aber auch ungefilterte Menschen, die nicht besonders selbstsicher, sondern schlicht impulsiv oder wenig selbstreguliert sind. Sie sprechen aus, was ihnen gerade in den Kopf kommt, ohne viel Rücksicht auf Timing, Kontext oder Wirkung. Von außen können diese beiden Typen ähnlich aussehen, psychologisch sind sie fast Gegensätze: Der eine ist direkt, weil er stabil ist; der andere, weil er schlecht bremst.

Und schließlich hängt Direktheit stark von Milieu und Kultur ab. In manchen Berufsgruppen, Freundeskreisen oder Familien ist eine sehr klare Sprache normal, in anderen gilt schon eine kleine Meinungsverschiedenheit als hart. Deshalb ist „ungefiltert“ immer auch relativ zum sozialen Umfeld."

Glücklich Sein Kaum Erlaubt:

In der Gegenwart von manchen Personen hat man sich geradezu zu entschuldigen, glücklich zu sein. Ich weiß nicht genau warum.

(Es gibt tatsächlich soziale Konstellationen, in denen offenes Glück fast wie eine kleine Provokation wirkt. Nicht unbedingt, weil die andere Person einem das Glück bewusst missgönnt, sondern weil es etwas in ihr berührt: einen Mangel, eine Enttäuschung, ein ungelöstes Problem oder schlicht den Vergleich mit dem eigenen Leben.

Dann beginnt man sich unwillkürlich zurückzunehmen. Man erzählt weniger begeistert, relativiert ...

Interessant ist der Ausdruck „hat man sich geradezu zu entschuldigen“. Denn das beschreibt weniger eine explizite Forderung der anderen Person als eine Atmosphäre. Man spürt: Hier darf ich mit meiner Freude nicht zu viel Raum einnehmen. Vielleicht weil das Glück ein asymmetrisches Verhältnis sichtbar macht. Wer gerade sehr zufrieden ist, erinnert den anderen möglicherweise daran, was ihm selbst fehlt.

Das Gegenteil gibt es übrigens genauso: Menschen, bei denen man glücklicher wird, indem man ihnen vom eigenen Glück erzählt. Sie werden neugierig, freuen sich mit, machen die Freude größer statt kleiner. Das ist vermutlich eine ziemlich wichtige Qualität einer Freundschaft oder Beziehung.

Zunächst ist da einfach diese merkwürdige soziale Erfahrung: Bei manchen Menschen möchte man sein Glück beinahe verstecken.)

Die Buchhandlung / The Bookshop:

Herman Hesse:

"Drei Jahre arbeitete ich als Gehilfe in einer Buchhandlung ... Mein Ehrgeiz war, im Antiquariat vorwärtszukommen. Da man wie ein Bibliothekar in alten Büchern leben, Wiegendrucke und Holzschnitte datieren ... Sonderbare Käuze gab es unter meinen Kollgen. Oft kam es mir vor, als sei der Buchhandel ein Asyl für Entgleiste aller Art. Ungläubig gewordene Pfarrer, verkommene ewige Studenten, stellenlose Doktoren der Philosophie, unbrauchbar gewordene Redakteure und Offiziere mit schlichtem Abschied standen neben mir am Kontorpult. Manche hatten Weib und Kinder und liefen in trostlos abgestragenen Kleidern herum, andere lebten fast behaglich, die meisten aber haben es im ersten Drittel des Monats geschwollen, um die übrige Zeit sich mit Bier und Käse und prahlerischen Reden zu begnügen. Alle aber hatten aus glänzenderen Zeiten her Reste von feinen Manieren und gebildeter Redeweise bewahrt und waren überzeugt, sie seien nur durch unerhörtes Pech auf ihre bescheidenen Plätze heruntergekommen."

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“For three years I worked as an assistant in a bookshop ... My ambition was to make progress in the antiquarian book trade. There one could live among old books like a librarian, date incunabula and woodcuts ... There were some strange characters among my colleagues. It often seemed to me that the book trade was a kind of refuge for all manner of people who had gone off the rails. Clergymen who had lost their faith, ruined perpetual students, unemployed doctors of philosophy, editors who had become unemployable, and officers who had been quietly discharged stood beside me at the office desk.

Some had wives and children and went about in miserably worn-out clothes; others lived almost comfortably. Most of them, however, lived grandly during the first third of the month, only to make do for the rest of it with beer, cheese, and boastful talk. Yet all of them had preserved, from more brilliant times, remnants of refined manners and cultivated speech, and they were convinced that only extraordinary bad luck had brought them down to their modest positions.”