Donnerstag, 19. April 2018

Motive und Ziele:

"Motive entwickeln sich unbewusst oder zumindest sind sie in ihrer primären Entstehung nicht erinnerungsfähig. Ziele dagegen entwickeln sich bewusst oder werden uns bewusst vermittelt. Es kann nun zwischen Motiven und Zielen kleinere und größere Diskrepanzen geben, die unterschiedliche Ursachen haben können."

Gerhard Roth

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"Es kommt also bei der Motivation immer auf Kongruenz der unbewussten Motive und der bewussten Ziele an, dann sind wir zufrieden und leistungsfähig. Wir machen dann (neben der Liebe) die wichtigste Erfahrung in unserem Leben, nämlich dass das Verfolgen selbstbestimmter Ziele, das Meistern einer Herausforderung, eine Belohnung in sich trägt und keine Belohnung von außen nötig hat."
"Was uns Menschen wirklich vom Tier unterscheidet, ist, gegen unseren eigenen 'Bauch' handeln zu können."

Thomas Bergner


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"Wille ist ein entscheidender Faktor des Menschseins: Mit ihm können wir tätig werden trotz Unlust, Müdigkeit, Ängsten oder Langeweile."

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Wille brauchen wir immer dann, wenn:

- die Motivation fehlt oder nicht ausreicht, eine Handlung auszuführen oder
- die Handlungsdurchführung schwierig ist oder
- innerlich oder äußerlich konkurrierende Ziele existieren.

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"Der Wille wird häufig der Motivation zugeordnet, was angezweifelt werden kann. Es ist das Gegenteil der Fall: Wenn wir keine Motivation verspüren, brauchen wir Willen. Wenn wir Motivation verspüren, brauchen wir keinen oder wenig Willen."

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"Der Wille hat eine mindernde bis auslöschende Wirkung auf die Begeisterung. Sobald wir Willen brauchen, um voranzukommen, hat unsere Begeisterung für das Thema bereits nachgelassen. Begeisterung gegen den Bauch gibt es nicht. Sie entwickelt sich, wenn man seine inneren Stimmen wahrnimmt und ihnen folgt."

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[Z.B. beim Einlesen in ein Themengebiet macht es einen Unterschied, ob man seinem "Bauch" folgt, d.h. gerade die Dinge liest, die einen am meisten interessieren, sich der Lektüre widmet, die einen am meisten Freude bereitet, oder ob man sich den Lernstoff mittels einer gewissen Willensakrobatik erarbeitet.]

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[Siehe auch: John Cleese on English Education]

Mittwoch, 18. April 2018

Aufmerksamkeit:

Indem wir aufmerksam sind, wenden wir uns einem kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit zu, und versuchen, diesen hochdetailliert wahrzunehmen.
Charles Murray - Human Accomplishment

Ennui, anomie, alienation, and other forms of belief that life is futile and purposeless are at odds with the zest and life-affirming energy needed to produce great art or great science.
Charles Murray - Human Accomplishment

When we want something we can go back to again and again, we choose the same giants that the experts choose. 
Charles Murray - Human Accomplishment


Realized capacities are pleasing not only when they are exercised, but also when they are seen to be exercised. Or to recast the first two-thirds of the Aristotelian principle: Human beings enjoy watching the exercise of the realized capacities of their species, and this enjoyment increases the more the capacity is realized. 
To be in the presence of greatness is exciting, even when we are not capable of appreciating all the nuances of the achievement. The best has a magic about it, whether we are eating a meal cooked by a great chef, watching a great athlete perform under pressure, or witnessing anything done superbly well, far beyond our own reach. 
Now comes the last clause of the Aristotelian principle: “. . . or the greater its complexity.” The depth of gratification we get from watching people perform at the pinnacle increases as the difficulty and importance of what they are doing increases. 
Charles Murray - Human Accomplishment

Some specific propositions about the roles of the shapers of accomplishment:

In the arts, the richness of the structure has most of its effect on the amount of work that is produced within a field; access to transcendental goods has most of its effect on the enduring quality of that work.

Where artists do not have coherent ideals of beauty, the work tends to be sterile. Where they do not have coherent ideals of the good, the work tends to be vulgar. Lacking access to either beauty or the good, the work tends to be shallow.

In the sciences (and humanities and the social sciences): Where scholars do not have allegiance to ideals of truth, the work tends to be false.

Accomplishment in the arts and sciences that is sterile, vulgar, shallow, or false does not endure.