Streit kann so sehr verhärten, dass man nur noch manchmal mit voller Offenheit wahrnimmt, wie der Andere so ist. Eben dieses Andere was ursprünglich so einen unbeschreiblichen Reiz hatte. Von dem man nicht genug bekam, nicht genug bekommen konnte.
(Wenn man weiß, dass der Andere noch da ist — das ursprüngliche Gegenüber, das einen einmal in den Bann gezogen hat — aber auch weiß, dass die Verhärtung nicht einfach verschwindet, nur weil man ihn für einen Moment wieder gesehen hat?
Vielleicht ist das die eigentliche Arbeit einer Beziehung. Nicht das große Verstehen, nicht die endgültige Harmonie — sondern das geduldige, immer wieder neu ansetzende Bemühen, den Anderen nicht vollständig ins Vertraute verschwinden zu lassen. Ihm seine Fremdheit zu lassen. Und sich selbst die Fähigkeit zu bewahren, noch einmal erstaunt zu sein.)
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