Samstag, 18. April 2026

Beziehungsgeschichte:

Der Andere hat einem Wertvolles gegeben.

Man ihm/ihr hoffentlich auch.

Selber lässt sich einfacher beurteilen, was einem da gegeben worden ist.

(Was ich empfangen habe, erlebe ich direkt — ich spüre es, erinnere es, kann es benennen. Was ich gegeben habe, kenne ich nur aus meiner Intention und meiner Selbstwahrnehmung, aber nie aus der Erfahrung des anderen. Die Innenperspektive auf das Empfangene ist privilegiert; die auf das Gegebene ist strukturell blind.

Moralpsychologisch: Das schützt vor zwei Fallen gleichzeitig — vor Selbstüberhöhung ("ich habe so viel gegeben") und vor Verbitterung ("ich habe so wenig bekommen"). Wer wirklich nur das beurteilt, was er sicher beurteilen kann, landet fast automatisch bei Dankbarkeit statt bei Bilanz.)

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