Man kennt das Gefühl der Enge. Es ist kein dramatisches Gefühl — eher ein leises Gedrängtsein, ein Funktionieren innerhalb von Bahnen, die man nicht selbst gelegt hat. Man antwortet, man reagiert, man passt sich ein. Man ist dabei, ohne wirklich da zu sein.
Und dann schreibt man einen Satz. Oder formt etwas mit den Händen, das vorher nicht existierte.
Schaffen ist kein gradueller Übergang. Es ist ein Schritt, und dann ist man woanders. Die Enge ist noch da, man kann sich umdrehen und sie sehen — aber man steht nicht mehr darin.
Was dabei entsteht, ist oft zweitrangig. Das Gedicht kann schwach sein, die Zeichnung misslungen, der Gedanke halb. Aber der Akt selbst hat etwas verändert. Man hat bewiesen — nicht anderen, sondern sich selbst —, dass man nicht nur Empfänger ist. Dass man etwas in die Welt setzen kann, das vorher nicht da war. Das ist keine kleine Sache. Es ist vielleicht die grundlegendste Form von Würde.)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen