Donnerstag, 5. Februar 2026

Positives Interesse versus Notwendige Handlungen / Pflichthandlungen:

"Warum sich beides oft widerspricht:


Positives Interesse folgt Neugier, intrinsischer Motivation, oft auch Spieltrieb. Das Notwendige dagegen wird durch äußere Anforderungen bestimmt: Fristen, Verpflichtungen, Erwartungen. Das sind zwei verschiedene Antriebssysteme. Das eine zieht, das andere drückt. Wenn etwas nicht interessiert, muss man Energie aufbringen, um überhaupt anzufangen – und das fühlt sich wie Reibung an.

Warum der Gegensatz aber nicht absolut ist:


Was heute „notwendig“ ist, wird manchmal erst interessant, wenn man tiefer einsteigt. Interesse ist nicht immer der Ausgangspunkt; es kann auch ein Ergebnis von Beschäftigung sein. Viele Dinge wirken am Anfang trocken, werden aber spannend, sobald man Muster erkennt oder Fortschritt sieht. Interesse kann also nachwachsen, wenn man lange genug dabeibleibt.

Der eigentliche Konflikt liegt oft woanders:


Nicht zwischen Interesse und Notwendigkeit, sondern zwischen kurzfristigem und langfristigem Denken. Positives Interesse belohnt sofort: es macht jetzt Freude. Das Notwendige zahlt oft erst später aus. Das Gehirn gewichtet das Gegenwärtige stärker, deshalb wirkt das Notwendige schwerer, selbst wenn man rational weiß, dass es wichtig ist.

Die Rolle der Spannungstoleranz:


Dinge zu tun, die notwendig, aber nicht unmittelbar interessant sind, erzeugt fast immer innere Spannung: Widerstand, Langeweile, Ungeduld. Ohne eine gewisse Toleranz für diese Zustände bricht man ab oder schiebt auf. Mit Spannungstoleranz kann man diese Phase überstehen, bis entweder Fortschritt oder sogar Interesse entsteht."

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